ROTTWEIL  (myw/him) – Wenn sich am Sonn­tag­mor­gen  in aller Herr­gotts­frü­he um die vier­zig, zeit­wei­se auch noch mehr, Rott­wei­ler in der Fuß­gän­ger­zo­ne tum­meln, dann ist das nicht nor­mal. Und wenn das dann auch noch vier­bei­ni­ge Rott­wei­ler sind, schon gar. Ein beson­de­res Kunst­pro­jekt war der Grund.

Wir wol­len zei­gen, dass der Rott­wei­ler nicht so ist, wie er immer hin­ge­stellt wird“, sagt Sven Kel­ler zu sei­ner Idee, Rott­wei­ler aus aller Welt zusam­men zu holen und in Rott­weil foto­gra­fie­ren zu las­sen. „Vie­le Men­schen haben mich dar­auf ange­spro­chen, dass sie in Rott­weil waren, um Rott­wei­ler zu sehen, aber kaum einen gese­hen haben“, erklärt der 35-jäh­ri­ge.

Sei­ne Idee: Mög­lichst vie­le Rott­wei­ler nach Rott­weil brin­gen und gemein­sam mit der Hun­de­fo­to­gra­fin Anke Mül­ler, dem Künst­ler Frank Bur­kard und dem Gale­ris­ten Ste­fan Dyma ein Kunst­werk zu schaf­fen.

In einem mehr­stün­di­gen Shoo­ting ver­sucht Anke Mül­ler, die nor­ma­ler­wei­se gemein­sam mit ihrem Mann quer durch das Land reist, um ver­schie­dens­te Hun­de zu foto­gra­fie­ren, das per­fek­te Foto zu erstel­len. Um die­ses Foto zu bekom­men, sind aller­dings vie­le Anwei­sun­gen nötig – so sol­len die Hun­de und ihre Herr­chen oder Frau­chen in stän­di­ger Bewe­gung sein und sie soll­ten nicht dicht zusam­men ste­hen. Auch für Anke Mül­ler ist das Pro­jekt etwas Beson­de­res und Ein­zig­ar­ti­ges: „Ich bin wirk­lich erstaunt, wie vie­le Leu­te die Gele­gen­heit wahr­neh­men, ihren Hund hier zu prä­sen­tie­ren.“

Denn mehr als 40 Hun­de­be­sit­zer unter­stütz­ten Sven Kel­ler und sein Pro­jekt. Auch für sie war es wich­tig, dass Image des Rott­wei­lers zu ver­bes­sern.

Gün­ter Mai­er ist extra aus Frei­berg am Neckar gekom­men und erklärt, war­um er mit sei­nen bei­den Hun­den Otta­wa und Joe teil­neh­me: “Wir möch­ten den nega­ti­ven Touch den die Hun­de haben auf­mö­beln und zei­gen, dass sie nicht so sind wie sie teil­wei­se in der Pres­se dar­ge­stellt wer­den.“ Und dies zeig­te sich auch bei dem Shoo­ting – kaum eine Ran­ge­lei zwi­schen den Hun­den, sie ver­hiel­ten sich ruhig und hör­ten meist auf ihr Herr­chen oder Frau­chen.  „Sie sind lie­be­voll und schmu­sig. Klar, man muss schon wis­sen, was man da an der Lei­ne hat“, erzählt Mela­nie Rit­ter aus Hor­gen über ihren zwei­jäh­ri­gen Rott­wei­ler „Hulk“.

Auch der Künst­ler Frank Bur­kard geht begeis­tert an die Auf­ga­be: „Ein  Künst­ler braucht immer neue Her­aus­for­de­run­gen…“ Er hat­te bereits mit Kel­ler einen Kalen­der mit Rott­wei­lern gestal­tet. Nun wird er das Foto am Ende so gestal­ten, dass ein ein Meter mal 50 Zen­ti­me­ter gro­ßes Pan­ora­ma­bild ent­steht. „In einer Art Pop­art“, wie er sagt  – im Vor­der­grund natür­lich die Rott­wei­ler, die in fünf ver­schie­de­nen Farb­tö­nen erkenn­bar sein sol­len, alles ande­re soll schlicht in schwarz-weiß blie­ben. Gale­rist Stef­fen Dyma wird die Bil­der rah­men und ver­mark­ten.

Dass sich die Hun­de­freun­de so früh getrof­fen haben, hat meh­re­re Grün­de: Zum einen sei das Licht am Mor­gen bes­ser, erläu­tert Kel­ler. Und: “So früh kön­nen wir die Fuß­gän­ger­zo­ne mal dicht machen.“ Und der letz­te Grund ist wie­der ganz spe­zi­fisch Rott­wei­le­risch: „Ich will das die Uhr am Schwar­zen Tor auf acht Uhr steht.“ So kalt wie an der Fas­net sei es alle­mal, sind sich Dyma und Bur­kard einig.

Info: Am Mon­tag, 24. April sen­det „Lan­des­schau Baden-Würt­tem­berg“ (von 18.45 bis 19.30 Uhr im SWR Fern­se­hen) einen Bei­trag über das Hun­de­fo­to­shoo­ting am in Rott­weil.