Ali Baba und die vierzig Räuber beherrschten das 42. Zeltlager des TSV Göllsdorf. Foto: pm

ROTTWEIL-GÖLLSDORF – Mit 58 Kin­dern ver­brach­te der TSV Gölls­dorf wie­der ein Lager im Karl-Heinz-Schaible Sta­di­on in Offen­burg. Bei schweiß­trei­ben­den Tem­pe­ra­tu­ren hat­ten die Betreu­er eini­ge Tage vor der Anrei­se der Kin­der die Zel­te auf­ge­stellt und alles für den Ansturm  vorbereitet.

Nach dem die Kin­der jeweils einen Platz im Zelt ergat­tert und sich auch etwas ken­nen gelernt hat­ten, wur­de das Gelän­de um den Zelt­platz erkun­det. Am ers­ten Tag konn­ten sich die Kin­dern  ein­fach aus­to­ben, Tisch­ten­nis spie­len oder Tram­po­lin sprin­gen. Die hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren ver­an­lass­ten die meis­ten Kin­der sich im küh­len Nass des Gifiz-See abzu­küh­len, wäh­rend die gro­ßen Jungs beim Errich­ten des Fah­nen­mas­tes für die Lager­fah­ne doch gehö­rig ins Schwit­zen kamen.

Der Abend dien­te dazu, sich bei klei­nern Spie­len näher zu kom­men. Der Sonn­tag wur­de zu ver­schie­de­nen Spie­len auf dem nahe­lie­gen­den Sport­platz und im Lager genutzt, wobei sich die meis­ten schweiß­ge­ba­det nach dem küh­len Nass des nahe­lie­gen­den Müh­len­bachs sehn­ten und die­ses dann auch inten­siv nutzen.

Infol­ge der hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren war auch sofort eine Was­ser­rut­sche auf einer Plas­tik­fo­lie vor­be­rei­tet, auf der sich Groß und Klein nach Her­zens­lust den Hang hin­un­ter­stür­zen konn­ten. Zur Bad-Tast-Dis­co-Par­ty am Abend, als wohl ers­ten Höhe­punkt des Lager­le­bens, ver­klei­de­ten sich alle nach Lust und Laune.

Da sich jede Grup­pe drei Lie­der aus­su­chen durf­te, hat­ten die Disc­jo­ckeys eini­ges zu tun. Schon bald explo­diert die Stim­mung im Lager. Bei hei­ßen Rhyth­men tanz­ten vie­le der Kin­der aus­ge-las­sen bis in die Nacht. Eine Polo­nai­se durf­te eben­so wenig feh­len wie zum Abschluss der gemein­sa­me Tanz Makarena.

Am nächs­ten Tag bas­tel­ten die Kin­der Nagel­bil­der, Papier­ra­ke­ten mit Abschuss­ram­pen, Dosen­öff­ner, Schmuck­käst­chen. Und neben dem Pro­gramm wur­de den Kin­dern die gan­ze Woche auch viel Frei­heit gelassen.

Am Mon­tag ging es in einer Fahr­rad­ko­lon­ne mit 70 Fahr­rä­dern an den Gifiz-Bade­strand, wo für die Kin­der vie­ler­lei Attrak­tio­nen zur Ver­fü­gung stan­den. Mit den mit­ge­brach­ten Fahr­rä­dern wur­de täg­lich die nähe­re Umge­bung erkun­det und auf­grund der Hit­ze zwi­schen­durch immer wie­der zum nahe gele­ge­nen Müh­len­bach oder an die Kin­zig gefah­ren, um sich abzu­küh­len oder mit dem mit­ge­brach­ten Kajaks und den Boo­ten den Müh­len­bach hin­un­ter zu paddeln.

Natür­lich war immer wie­der auch die schö­ne Fuß­gän­ger­zo­ne von Offen­burg ein Ziel. Ein Spie­le­abend am Mon­tag berei­te­te den Kin­dern viel Freu­de. Eben­so die Nacht­wan­de­rung, die rund um das Lager­ge­län­de führ­te und mit einem Hase/Fuchs Spiel ver­bun­den wur­de. So man­cher Hase war trotz der Ver­wen­dung von Leucht­stäb­chen nicht zu finden.

Spon­tan wur­de von den älte­ren Jungs und Mäd­chen eine Hoch­zeit­fei­er ver­an­stal­tet und zwei Kin­der ver­mählt, was für die Betei­lig­ten natür­lich recht spa­ßig war. Die Tage ver­gin­gen wie im Flug, zumal man immer wie­der auf das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Lagers hin­ar­bei­ten muss­te: „Ali Baba“ und die vier­zig Räuber”.

Dazu muss­te die Kulis­se gemalt, ins­be­son­de­re aber Klei­der her­aus­ge­sucht, genäht und zusam­men­ge­sucht wer­den. Für den Mitt­woch­abend war dann eine Talent­schau ange­sagt, bei der jede Grup­pe zei­gen konn­te, was in ihr steckt. Just als man mit der Show begin­nen woll­te setz­te ein star­kes Gewit­ter ein, wes­halb man vor­sichts­hal­ber die Show unter­brach und die Kin­der im nahe­lie­gen­den Ver­eins­heim unterbrachte.

Unter der fach­kun­di­gen Jury von Bruce Danell, Nazan Eckes und Die­ter Boh­len konn­ten ins­be­son­de­re vie­le tol­le akro­ba­ti­sche sowie koor­di­na­ti­ve Höchst­leis­tun­gen bestaunt wer­den. Zur guten Stim­mung im Lager trug wäh­rend der gan­zen Woche das her­vor­ra­gen­de Essen bei, das vom Küchen­team auch immer recht­zei­tig auf­ge­tischt wor­den ist.

Bevor sich am Don­ners­tag alle dem Mot­to gemäß ver­klei­det hat­ten, muss­ten die Grup­pen einen ver­steck­ten Schatz aus­fin­dig machen, den die Betreu­er auf dem Zelt­platz­ge­län­de ver­steckt hat­ten. Anschlie­ßend waren in gemisch­ten Grup­pen ver­schie­den Spie­le zu absol­vie­ren, etwa einen Trans­port mit einem flie­gen­den Tep­pich. Danach war ein Foto­ter­min für das Foto­al­bum ange­sagt. Nach einem def­ti­gen Abend­essen klang der Abend am Lager­feu­er mit Stock­brot aus.

Am Frei­tag konn­te man noch mal sport­lich aktiv wer­den. Zuerst galt es pro Grup­pe das Auto eines Betreu­ers zu zie­hen. Danach muss­ten die Kin­der in den Lie­ge­stütz und zwar so lan­ge, bis alle ande­ren Kin­der unten durch­ge­kro­chen waren – eine Her­aus­for­de­rung. Dem folg­te ein Lauf im Sta­di­on. Wer moch­te, konn­te in einem Fass den Hang hin­un­ter­rol­len. Anschlie­ßend muss­ten sich alle Kin­der neben­ein­an­der auf den Rücken legen und auf den aus­ge­streck­ten Armen ande­re Kin­der trans­por­tie­ren, was viel Spaß berei­tet. Ein klei­nes Hand­ball­spiel run­de­te die sport­li­chen Akti­vi­tä­ten ab.

Kurz vor dem Abend­essen muss­te dann das Lager­ge­richt ein­be­ru­fen wer­den, hat­ten sich doch die Mäd­chen die Lager­fah­ne klau­en las­sen. Da der Rich­ter noch nicht anwe­send war, wur­den die Ange­klag­ten von einem „Fri­seur­team“ durch Fär­ben und Waschen sowie Sty­len der Haa­re auf die Ver­hand­lung vor­be­rei­tet. Die Ver­ur­teil­ten muss­ten sich laut Urteil auf den Kni­en, an den Füßen des Vor­der­man­nes fest­hal­tend, durch Matsch und Dreck bewe­gen und anschlie­ßend im Sand rol­len. Die unbe­tei­lig­ten Kin­der hat­ten ver­ständ­li­cher­wei­se viel Spaß bei die­ser Aktion.

Der letz­te Abend ging mit einem Spiel zu Ende, bei dem die einen Lie­der mit Mar­sh­mal­lows oder mit Tisch­ten­nis­bäl­len im Mund sum­men muss­ten, und ande­re wie­der­um den Titel der Lie­der erra­ten soll­ten. Trotz Regens ging dann der Abbau des Lagers mit Hil­fe der Kin­der zügig vor­an, so dass man recht­zei­tig die Heim­rei­se antre­ten konn­te, und dies wie­der mit tol­len Erin­ne­run­gen an eine schö­ne und unver­gess­li­che Zeltlagerwoche.