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Sonntag, 9. August 2020
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    Am Nägelesgraben blüht‘s für Bienen, Hummeln & Co

    ROTTWEIL – Im Zuge des Projektes „Natur nah dran“ haben Albert Schmidt und seine Mitarbeiter vom Tiefbauamt der Stadt Rottweil in Zusammenarbeit mit dem NABU Rasenflächen am Nägelesgraben umgestaltet und artenreiche Wildpflanzen angesiedelt. Ihr Ziel: Selten gewordenen Insekten sollen hier einen neuen Lebensraum finden. Mit der ersten Frühlingssonne beginnen die Pflanzen nun zu wachsen und erste Blüten erfreuen die Augen der Spaziergänger.

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    Ein Teil der Fläche um die Bushaltestelle vor dem Einkaufsmarkt Culinaria wurde leider regelmäßig betreten, sodass sich dort bisher keine Pflanzen entwickeln konnten. Diese Bereiche werden jetzt erneut eingesät. Im Zuge dessen hat die Stadt Rottweil eine direkte Wegeverbindung mit Platten von der Bushaltestelle zum Markt hergestellt. „Wir bitten die Bügerinnen und Bürger, diesen Weg zu nutzen und nicht mehr auf die Beetflächen zu treten, sodass sich die Pflanzen besser entwickeln können“, schreibt Carmen Biber, Landschaftsarchitektin bei der Stadtverwaltung Rottweil, in einer ersten Zwischenbilanz zum neu gestalteten Nägelesgraben.

    Die Staudenflächen im Nägelesgraben und auf dem angrenzenden Kreisverkehr wurden seit 2018 ebenfalls mit einer speziellen Mischung aus mehrjährigen Stauden bepflanzt, die Albert Schmidt entwickelt hat. Das aus Schotter und Lava bestehende Substrat ist speziell auf die Stauden angepasst, da sie einen nährstoffarmen und trockenen Standort bevorzugen. Die Blütenpracht bot im Sommer den heimischen Insekten Lebensraum und Nahrung und so konnte die Pflege insbesondere im Hinblick auf Bewässerung deutlich reduziert werden.

    „Bewusst wurden die vertrockneten Pflanzen bis vergangene Woche stehen gelassen, da sie während des Winters Schutz für zahlreiche Insekten und Kleintiere boten“, erklärt Biber. Die Tiere überwintern an verdorrten Pflanzen, kleinen Ästen, abgebrochenen Pflanzen, Sträuchern und unter dem Laub. Wie beispielsweise die Puppe des Schillerfalters und des Aurorafalters, die Keulhornbiene, die Schwertheuschrecke und die Larve des Glühwurms, zählt Biber auf.

    „Den gleichen Lebensraum und Schutz für Insekten können Bürgerinnen und Bürger in ihren Privatgärten erzielen, wenn der Garten nicht für das Auge des Gärtners aufgeräumt wird, sondern Pflanzen und Pflanzenreste, wie Laub, vertrocknete Blumen und Äste bewusst liegen gelassen werden und erst kurz vor Beginn des Frühjahrs weggeräumt werden“, gibt die Landschaftsarchitektin einen Tipp für alle, die selbst einen Beitrag zum Artenschutz leisten möchten. „Dadurch kann jeder selbst mithelfen, die naturnahen Grünflächen in unsere Stadt zu erweitern und selten gewordenen Arten einen Lebensraum bieten.“

    Im Ortsteil Neufra werden in den kommenden Wochen entlang der Spaichinger und Stuttgarter Straße weitere dieser extensiven Staudenflächen entstehen. Auch in weiteren Ortsteilen ist angedacht, das im Nägelesgraben entwickelte Pflanzkonzept anzuwenden.

     

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