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Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start Rott­weil AMG-Stu­di­en­fahrt zum Kunst­mu­se­um Basel und zum Vitra-Cam­pus in Weil am Rhein

AMG-Studienfahrt zum Kunstmuseum Basel und zum Vitra-Campus in Weil am Rhein

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ROTTWEIL – Die bei­den Klas­sen 10 des Alber­­tus-Magnus-Gym­­na­­si­ums waren unter­wegs auf einer ein­tä­gi­gen Stu­di­en­fahrt nach Basel und Weil am Rhein unter Lei­tung von Vero­ni­ka Heck­­mann-Hage­­loch, die im Schul­jar 2018/19 die bei­den Klas­sen im Fach Bil­den­de Kunst unter­rich­tet.

Beglei­tet wur­de die Fahrt von Doro­thea Schö­ne und Gabrie­la Stan­ciu. Einen kur­zen Zwi­schen­halt gab es im moder­nen Frei­bur­ger Stadt­teil Rie­sel­feld, um die 2004 nach dem Plan der Archi­tek­tin Susan­ne Gross aus Köln erbau­te und inzwi­schen mehr­fach preis­ge­krön­te Maria-Mag­da­­le­­na-Kir­che zu besich­ti­gen. Die­ses öku­me­ni­sche Gemein­de­zen­trum ver­bin­det einen katho­li­schen und einen evan­ge­li­schen Kir­chen­raum unter einem Dach. Die tren­nen­den Beton-Wän­­de kön­nen zu beson­de­ren Gele­gen­hei­ten auf­ge­scho­ben wer­den. Die­se Betrach­tunng eines zeit­ge­nös­si­schen Bau­werks führ­te bereits hin zum spä­te­ren Besuch bei Vitra in Weil am Rhein.

Im Kunst­mu­se­um Basel erhiel­ten die Jugend­li­chen einen Über­blick über die Geschich­te der Male­rei vom Mit­tel­al­ter bis zum 20. Jahr­hun­dert. So konn­ten Bil­der im Ori­gi­nal betrach­tet wer­den, die aus der Bespre­chung im Unter­richt bekannt waren.

Die Mit­tags­pau­se ver­brach­te die Grup­pe in Weil am Rhein auf dem Cam­pus der Stuhl­fa­brik „Vitra“ und hat­te dabei auch Gele­gen­heit, indi­vi­du­ell das „Vitra-Haus“ zu erkun­den. Von Stüh­len bis zu gan­zen Woh­nungs­ein­rich­tun­gen gab es Inter­es­san­tes zum The­ma Design zu sehen.  Der mar­kan­te Bau wur­de 2010 vom Bas­ler Archi­tek­tur­bü­ros Her­zog & de Meu­ron, das z.B. auch die Ham­bur­ger Elb-Phil­har­­mo­­nie geplant hat, ent­wor­fen.

Frau Nico­le Kle­mens und Frau Hei­ke Tie­fen­bach lei­te­ten jeweils eine Klas­se auf  einer zwei­stün­di­gen Füh­rung durch das Fir­men­ge­län­de von Vitra, auf dem seit eini­gen Jah­ren eine Archi­­te­k­­tur-Aus­­stel­­lung mit Bau­ten welt­be­rühm­ter Archi­tek­ten ent­stan­den ist und noch wei­ter ent­steht. Sechs Bau­wer­ke sind dabei von Star- Archi­tek­ten, die den Prit­z­ker-Archi­­te­k­­tur-Preis, den „Nobel-Preis der Archi­tek­tur“, erhal­ten haben. Die Jugend­li­chen konn­ten viel erfah­ren über die sehr unter­schied­li­chen Archi­tek­tur­kon­zep­te der Moder­ne. Betrach­tet wur­den zum Bei­spiel der Kup­pel­baus in Leich­t­­bau-Kon­­struk­­ti­on (1975 ) von Tho­mas C. Howard, das mini­ma­lis­ti­sche Kon­fe­renz­ge­bäu­de (1993) des Japa­ners  Tadao Ando, eine mit hand­ge­form­ten Zie­geln ver­klei­de­te Fabri­ka­ti­ons­hal­le (1994) von Álva­ro Siza Viei­ra und das ehe­ma­li­ge Feu­er­wehr­haus der ira­kisch-bri­­ti­­schen Archi­tek­tin Zaha Hadid mit schie­fen Wän­den und unge­wöhn­li­chen Per­spek­ti­ven.

Die Ver­tre­te­rin des Dekon­struk­ti­vis­mus, die heu­te welt­be­rühmt ist, hat­te in Weil 1989–93 Gele­gen­heit erhal­ten, ihr ers­tes Gebäu­de über­haupt zu rea­li­sie­ren. Ganz anders emp­fin­den Besu­cher den Muse­ums­bau des ame­ri­ka­ni­schen Archi­tek­ten Frank O. Gehry von 1989. Des­sen ers­ter Bau in Euro­pa wirkt wie eine monu­men­ta­le Plas­tik mit geschwun­ge­nen For­men, ist weiß ver­putzt und ver­mit­telt dadurch ein leb­haf­tes Spiel von Licht und Schat­ten. Vor­bild war dabei die berühm­te Wall­fahrts­kir­che von Le Cor­bu­si­er in Ron­champ (1951–55) in Bur­gund, nicht weit von Weil ent­fernt. Das sinn­li­che Erfah­ren der Geschich­te der Male­rei durch vie­le Jahr­hun­der­te und von Archi­tek­tur des 20. und 21. Jahr­hun­derts lie­ßen Kunst­ge­schich­te leben­dig wer­den.  

 

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