Der Einladung der Stadträte Rainer Hils und Elke Reichenbach zu einer Informationsfahrt ins Terrassenbau Museum in Schramberg waren einige Bürgerinnen und Bürger gefolgt. Foto: pm

ROTTWEIL – Inter­es­san­te Ein­bli­cke in die Kon­zep­ti­on des neu­en Uhren­mu­se­ums im Schram­ber­ger Ter­ras­sen­bau erhiel­ten die Rott­wei­ler Stadt­rä­te Rei­ner Hils und Elke Rei­chen­bach und wei­te­re Inter­es­sier­te. Die Gemein­de­rats­ver­tre­ter hat­ten zu einer öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­fahrt in das pri­va­te Muse­um ein­ge­la­den, um Impul­se für die Neu­kon­zep­ti­on des Stadt­mu­se­ums in Rott­weil zu erhal­ten.

Mit­ku­ra­tor und „Teil­zeit­mu­se­ums­di­rek­tor“ Arkas Förs­t­ner mach­te den Besu­chern in sei­ner Füh­rung deut­lich, wer alles mit­re­det, wenn ein altes Gebäu­de zum öffent­lich zugäng­li­chen Muse­um umge­wid­met wird. Der in neun Eta­gen zwi­schen 1916 und 1918 erbau­te Ter­ras­sen­bau dien­te dem auf­stre­ben­den Unter­neh­men Jung­hans als Fabri­ka­ti­ons­ge­bäu­de für sei­ne Uhren und war bis in die sieb­zi­ger Jah­re hin­ein in Betrieb. Archi­tekt Phil­ipp Jakob Manz hat­te damals zahl­rei­che bau­tech­ni­sche Über­le­gun­gen umge­setzt, um das schwie­ri­ge Hang­grund­stück sinn­voll zu nut­zen, die Arbeits­plät­ze der Uhr­ma­cher vor allem hell zu gestal­ten und die Gebäu­de zu kli­ma­ti­sie­ren. Doch gal­ten hun­dert Jah­re spä­ter ande­re Bedin­gun­gen im Brand­schutz sowie für Kli­ma­ti­sie­rung und Bar­rie­re­frei­heit, als aus dem neun­ge­schos­si­gen Gebäu­de mit über 1400 Qua­drat­me­tern Flä­che ein öffent­li­ches Muse­um wer­den soll­te.

So sieht das stei­le Trep­pen­haus mit der ori­gi­na­len Flie­sen­ver­klei­dung zwar attrak­tiv aus, doch ein Auf­zug pass­te nicht hin­ein, wäre auch vom Denk­mal­schutz­amt nicht geneh­migt wor­den. Die­ses hat­te im Übri­gen viel zu sagen bei der Pla­nung des Muse­ums. Letzt­lich wur­den die Ter­ras­sen, soweit mög­lich, über einen Außen­auf­zug erschlos­sen. Wo Zugangs­mög­lich­kei­ten zur Eta­ge fehl­ten, brach­ten die Pla­ner Maga­zi­ne und eine Son­der­aus­stel­lungs­flä­che unter. Die­se müs­sen nicht bar­rie­re­frei sein, wie der Rest des Gebäu­des, erklär­te Förs­t­ner.

Der Innen­ar­chi­tekt und Desi­gner mach­te klar, dass in Zusam­men­ar­beit mit der Denk­mal­schutz­be­hör­de stän­dig nach neu­en Lösun­gen gesucht wer­den muss­te, um einer­seits der offe­nen Insze­nie­rung der Uhren­samm­lun­gen gerecht zu wer­den und ande­rer­seits das Bau­werk mit sei­nen noch deut­lich ables­ba­ren Ver­än­de­run­gen im Lau­fe sei­ner Nut­zung als Fabri­ka­ti­ons­ge­bäu­de zu erhal­ten.

Für die FFR-ler und inter­es­sier­ten Bür­ge­rin­nen, die der Ein­la­dung der FFR-Stadt­rä­te gefolgt waren, erga­ben sich aus dem Besuch des Ter­ras­sen­baus grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen zur Dis­kus­si­on um das Stadt­mu­se­um in Rott­weil: Herder‘sches Haus, Gefäng­nis, Neu­bau oder ein ganz ande­rer Stand­ort?

Die Unter­neh­mer­fa­mi­lie Steim als Eigen­tü­mer und Bau­herr des Ter­ras­sen­bau Muse­ums hat in Schram­berg gezeigt, dass Pro­ble­me bei der Sanie­rung der Alt­bau­ten zugleich smart und kon­ser­va­to­risch sinn­voll gelöst wer­den kön­nen. Deut­lich wur­de auch, wie fle­xi­bel und inten­siv heu­te Besu­cher ange­spro­chen wer­den müs­sen. Bestechend ist jeden­falls der Charme eines Muse­ums, in dem die his­to­ri­sche Archi­tek­tur nicht zuletzt wich­ti­ges Aus­stel­lung­stück ist. Ob das bis­he­ri­ge Rott­wei­ler Stadt­mu­se­um im Herder’schen Haus die­se Ansprü­che erfül­len kann, blieb bei eini­gen frag­lich.