In einem Planwagen, durchstreiften die Gäste aus Rottweil die idyllische Umgebung. Foto: pm

ROTTWEIL – Die Bewoh­ner der vom Gemein­de­psych­ia­tri­schen Ver­bund Rott­weil betreu­ten Wohn­ge­mein­schaf­ten und Besu­cher der Tages­stät­te Licht­blick konn­ten die­ser Tage die Burg Hohen­zol­lern besich­ti­gen. Der Freun­des­kreis Rot­ten­müns­ter hat­te groß­zü­gig die Finan­zie­rung des Aus­flu­ges übernommen.

Die Burg Hohen­zol­lern thront vor der schwä­bi­schen Alb auf einem hohen Berg­ke­gel inmit­ten unbe­rühr­ter Natur und war bei der Anfahrt schon von wei­tem sicht­bar. Unzäh­li­ge gro­ße und klei­ne Tür­me las­sen das Gemäu­er wie ein Mär­chen­schloss erschei­nen. Mit dem Shut­tle­bus ging es hin­auf, nur die letz­ten Meter muss­ten zu Fuß auf Kopf­stein­pflas­ter bewäl­tigt werden.

Im Rah­men der anschlie­ßen­den Füh­rung war viel Wis­sens­wer­tes über die Burg Hohen­zol­lern zu erfah­ren. Sie ist seit rund 1000 Jah­ren ein Stamm­sitz des Adels­ge­schlech­tes der Hohen­zol­lern. Schon im Mit­tel­al­ter wur­de sie erst­mals zer­stört. Sie wur­de neu errich­tet, war jedoch Anfang des 19. Jahr­hun­derts mehr oder weni­ger eine Rui­ne. Der spä­te­re König Fried­rich Wil­helm IV aus dem preu­ßi­schen Zweig der Hohen­zol­lern ver­lieb­te sich 1819 in die maro­de Burg und tat sich mit dem Hechin­gen-Sig­ma­rin­ger Zweig zusam­men, um den Stamm­sitz in den Jah­ren 1850 bis 1867 wie­der­auf­zu­bau­en. Die Anla­ge gilt als Meis­ter­werk der Fes­tungs­bau­kunst im 19. Jahr­hun­dert. Tat­säch­lich kann man sich gut vor­stel­len, daß die Viel­zahl zum Teil über­bau­ter, stei­ler Ser­pen­ti­nen, auf denen man vom „Adler­tor“ hin­auf zum Innen­hof gelangt, leicht zu ver­tei­di­gen und schwer zu erobern wäre.

Reli­giö­se Tole­ranz zeich­ne­te die Hohen­zol­lern schon zu Zei­ten des „Alten Fritz” aus: Auf dem Burg­ge­län­de befin­den sich die evan­ge­li­sche Chris­tus­ka­pel­le und die katho­li­sche Michaelskapelle.

Laut Kai­ser Wil­helm II ist die Burg wegen ihrer schö­nen Aus­bli­cke „eine Rei­se wert“. Die Ein­wei­hung jährt sich die­ses Jahr zum 150. Mal, ein gro­ßes Fest ist geplant. Die Burg ist welt­be­rühmt, sogar japa­ni­sche Rei­se­grup­pen fin­den sich unter den jähr­lich rund 350 000 Besuchern.

Mit vie­len neu­en Ein­drü­cken ging es dann wie­der abwärts zu einem gemüt­li­chen Essen im Hof­gut Domä­ne. Danach setz­ten die Besu­cher aus Rott­weil ihre Rei­se in die Ver­gan­gen­heit fort: In einem Plan­wa­gen, von den mun­te­ren Pfer­den Lau­rie und Max gezo­gen, durch­streif­te man die idyl­li­sche Umge­bung; unter­wegs war von fern manch­mal die wehr­haf­te Burg zu sehen.

Nach ein­stün­di­ger Fahrt brach­te das Pfer­de­ge­spann die Grup­pe wohl­be­hal­ten zurück und es gab zur Stär­kung Kaf­fee und Kuchen. Gut gelaunt trat man dann gemein­sam die Heim­fahrt an und hat­te sich noch viel zu erzählen.