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Dienstag, 4. August 2020
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    Auf den Spuren preußischer Könige und deutschen Kaisern

    ROTTWEIL – Die Bewohner der vom Gemeindepsychiatrischen Verbund Rottweil betreuten Wohngemeinschaften und Besucher der Tagesstätte Lichtblick konnten dieser Tage die Burg Hohenzollern besichtigen. Der Freundeskreis Rottenmünster hatte großzügig die Finanzierung des Ausfluges übernommen.

    Die Burg Hohenzollern thront vor der schwäbischen Alb auf einem hohen Bergkegel inmitten unberührter Natur und war bei der Anfahrt schon von weitem sichtbar. Unzählige große und kleine Türme lassen das Gemäuer wie ein Märchenschloss erscheinen. Mit dem Shuttlebus ging es hinauf, nur die letzten Meter mussten zu Fuß auf Kopfsteinpflaster bewältigt werden.

    Im Rahmen der anschließenden Führung war viel Wissenswertes über die Burg Hohenzollern zu erfahren. Sie ist seit rund 1000 Jahren ein Stammsitz des Adelsgeschlechtes der Hohenzollern. Schon im Mittelalter wurde sie erstmals zerstört. Sie wurde neu errichtet, war jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts mehr oder weniger eine Ruine. Der spätere König Friedrich Wilhelm IV aus dem preußischen Zweig der Hohenzollern verliebte sich 1819 in die marode Burg und tat sich mit dem Hechingen-Sigmaringer Zweig zusammen, um den Stammsitz in den Jahren 1850 bis 1867 wiederaufzubauen. Die Anlage gilt als Meisterwerk der Festungsbaukunst im 19. Jahrhundert. Tatsächlich kann man sich gut vorstellen, daß die Vielzahl zum Teil überbauter, steiler Serpentinen, auf denen man vom „Adlertor“ hinauf zum Innenhof gelangt, leicht zu verteidigen und schwer zu erobern wäre.

    Religiöse Toleranz zeichnete die Hohenzollern schon zu Zeiten des „Alten Fritz“ aus: Auf dem Burggelände befinden sich die evangelische Christuskapelle und die katholische Michaelskapelle.

    Laut Kaiser Wilhelm II ist die Burg wegen ihrer schönen Ausblicke „eine Reise wert“. Die Einweihung jährt sich dieses Jahr zum 150. Mal, ein großes Fest ist geplant. Die Burg ist weltberühmt, sogar japanische Reisegruppen finden sich unter den jährlich rund 350 000 Besuchern.

    Mit vielen neuen Eindrücken ging es dann wieder abwärts zu einem gemütlichen Essen im Hofgut Domäne. Danach setzten die Besucher aus Rottweil ihre Reise in die Vergangenheit fort: In einem Planwagen, von den munteren Pferden Laurie und Max gezogen, durchstreifte man die idyllische Umgebung; unterwegs war von fern manchmal die wehrhafte Burg zu sehen.

    Nach einstündiger Fahrt brachte das Pferdegespann die Gruppe wohlbehalten zurück und es gab zur Stärkung Kaffee und Kuchen. Gut gelaunt trat man dann gemeinsam die Heimfahrt an und hatte sich noch viel zu erzählen.

     

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