ROTTWEIL – Mit­wir­ken­de der Mys­te­ri­en­spiel-Grup­pe des Alber­tus-Magnus-Gym­na­si­ums Rott­weil und Freun­de der Grup­pe unter­nah­men unter der Lei­tung von Vero­ni­ka Heck­mann-Hage­loch und Doro­thea Schö­ne eine Fahrt nach Stutt­gart. Für die Schü­ler, die bei zahl­rei­chen Mys­te­ri­en­spiel-Auf­füh­run­gen, teil­wei­se über meh­re­re Jah­re, mit­ge­wirkt haben oder auch wei­ter­hin mit­wir­ken, soll­te der Bal­lett-Besuch ein „Dan­ke­schön“ sein.

Auch den Eltern von Mit­wir­ken­den galt der Dank, denn ohne deren Unter­stüt­zung wäre die Arbeit in der Arbeits­ge­mein­schaft Mys­te­ri­en­spiel nicht denk­bar. Ger­ne wur­de auch von ihnen das Ange­bot ange­nom­men, gemein­sam zum Bal­lett zu fah­ren. Nach der Ankunft in Stutt­gart bestand die Mög­lich­keit zur frei­en Gestal­tung des Nach­mit­tags.

Eini­ge nütz­ten die Gele­gen­heit, die aktu­el­le Son­der­aus­stel­lung im Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­mu­se­um „Die Schwa­ben-zwi­schen Mythos und Mar­ke” oder die Ein­füh­rung zum Bal­lett im Opern­haus zu besu­chen. Ein gro­ßer Teil der Grup­pe von ins­ge­samt 50 Mit­rei­sen­den nahm sich auch Zeit zu einem gemein­sa­men Abend­essen. Am frü­hen Abend fan­den sich alle ein zur  Auf­füh­rung des welt­be­rühm­ten Stutt­gar­ter Bal­letts „Kra­bat”.

Das Hand­lungs­bal­lett  ist nach dem Roman von Otfried Preuß­ler ent­stan­den. Das Jugend­buch ‚1971 erschie­nen und mehr­fach pre­si­ge­krönt, ist häu­fig Schul­lek­tü­re. Die Musik-Col­la­ge mit ori­gi­na­len Müh­len-Geräu­schen, auf­ge­nom­men in der Mäu­les­müh­le bei Stutt­gart, und zeit­ge­nös­si­scher Musik, von Phil­ipp Glass und Kry­sztof Pen­der­ecki, lässt in auss­drucks­star­ken Ton­fol­gen die Hand­lung auch ohne gespro­che­nes Wort erfahr­bar wer­den.

Die Hand­lung wird in Kör­per­spra­che, Mimik und Tanz sicht­bar ver­mit­telt. Die Lie­be der Titel­fi­gur Kra­bat zu einem Mäd­chen kann den Müh­len-Meis­ter und des­sen töd­li­ches Wir­ken am Ende besie­gen. Büh­nen­bild und Kos­tü­me sind von Katha­ri­na Schlipf, die aus Rott­weil stammt, ein­drucks­voll und abwechs­lungs­reich gestal­tet. Das Düs­te­re der geheim­nis­vol­len Müh­le mit ihrem Meis­ter, der sich als böser Zau­be­rer zeigt, steht im Kon­trast zur hel­len, roman­ti­schen Land­schaft, deren zar­te Bil­der andeu­tungs­wei­se auch auf den flat­tern­den Klei­dern der Tän­ze­rin­nen zu sehen sind.

Dem jun­gen deutsch-argen­ti­ni­schen Cho­reo­gra­phen Demis Vol­pi ist mit dem 2013 urauf­ge­führ­ten Werk, sei­nem ers­ten Hand­lungs­bal­lett, der Durch­bruch gelun­gen. Libret­to und Dra­ma­tur­gie sind von Vivi­en Arnold. Die Auf­füh­rung ist ein gelun­ge­nes Gesamt­kunst­werk, immer aus­ver­kauft und fand auch dies­mal ein begeis­ter­tes Publi­kum.

Die Mys­te­ri­en­spiel-Grup­pe selbst arbei­tet zur Zeit an einem neu­en Stück, das die Zeit um 1500 leben­dig wer­den lässt in bedeu­ten­den Per­sön­lich­kei­ten, die Wis­sen­schaft, Kunst, Poli­tik und Theo­lo­gie damals geprägt haben. Ers­te Auf­füh­run­gen sind im Herbst 2017 geplant.