Bauausschuss: Auf der Suche nach der künftigen Hängebrücke von Rottweil

Verlauf ist noch völlig unklar

Staatsmännischer Blick zur Rottweiler Innenstadt: Oberbürgermeister Ralff Broß. Mit im Bild: die Stadträte Hubert Nowack (links) und Hermann Breucha sowie Fachbereichsleiter Bernd Pfaff (rechts). Foto: Peter Arnegger

Nach dem Turm­fest ist vor der Hän­ge­brü­cke. Die fehlt, das mach­te das ers­te Wochen­en­de mit geöff­ne­ter Aus­sichts­platt­form deut­lich. Wäh­rend dort die Leu­te anste­hen – mit bis zu einer Stun­de War­te­zeit – geht in der Innen­stadt das Leben sei­nen gewohnt gemäch­li­chen Gang. Weit und breit kei­ne Turm-Tou­ris­ten, die nach Rott­weil hin­ein fän­den. Des­halb soll schließ­lich bald die ver­bin­den­de Fuß­gän­ger-Hän­ge­brü­cke „Neckar-Line” kom­men. Auf die Suche nach ihr mach­te sich am Mitt­woch der Bau­aus­schuss.

Möch­te den Test­turm mit der Innen­stadt von Rott­weil ver­bin­den: Inves­tor Gün­ter Eber­hardt. Fotos: Peter Arn­eg­ger

Gar nicht so leicht zu fin­den: Mit­ten im Gestrüpp hoch über dem Neckar, zwi­schen einem Feld und einem Stein­bruch tut sich eine klei­ne Lich­tung auf. Sie öff­net den Blick Rich­tung Rott­wei­ler Innen­stadt. Stadt­ver­wal­tungs-Mit­ar­bei­ter und Stadt­rä­te, von der Feu­er­wehr hin­auf kut­schiert, müs­sen über Stock und Stein, um zu der Stel­le zu gelan­gen.

Kei­ne Fra­ge: Die Lich­tung haben Men­schen­hän­de geschaf­fen. Die Bau­aus­schuss­mit­glie­der, die mit eini­ger Mühe die Stel­le gefun­den haben (weil man sich in der Stadt­ver­wal­tung samt Bau­amts­lei­ter, Bür­ger­meis­ter und Ober­bür­ger­meis­ter nicht so sicher war, wo sie denn liegt), steht am Anlan­de­punkt der Hän­ge­brü­cke am Ber­ner Feld. Der Inves­tor Gün­ter Eber­hardt, der die Stel­le allei­ne fin­det, hat den Platz frei­ma­chen las­sen. Eini­ge Spa­zier­gän­ger haben ihn auch gefun­den, wor­auf der hin­ter­las­se­ne Müll deu­ten lässt.

Der Vor­teil: Von der Lich­tung aus hat man einen schö­nen, unver­stell­ten, direk­ten Blick zur Innen­stadt mit ihren Tür­men und dem vor­ge­la­ger­ten Bocks­hof. Eine Brü­cke aus die­ser Rich­tung über­quer­te kei­ne pri­va­ten Grund­stü­cke. So könn­te sie gebaut wer­den.

Das Pro­blem: Der Test­turm ist dort immer noch 600 Meter ent­fernt. Luft­li­nie. Um den Stein­bruch her­um sind es sogar 1000 Meter. Biss­chen viel, wenn es dazwi­schen nichts als Acker­land, Busch­ge­strüpp und Schot­ter­we­ge gibt. „Wir wer­den uns was über­le­gen müs­sen, wie wir ein Erleb­nis für die Besu­cher schaf­fen kön­nen”, sagt daher auch Eber­hardt.

Eber­hardt und die Stadt­rä­te fei­len des­halb noch an der bes­ten Brü­cken­va­ri­an­te. Eine, etwa, die mög­lichst direkt wei­ter zum Test­turm ver­läuft, zur Not eben auch nur drei Meter über Grund, Haupt­sa­che Hän­ge­brü­cke.

Das Hin­der­nis: pri­va­te Grund­stücks­be­sit­zer. Drei an der Zahl. Einer ist für den Inves­tor nach sei­nen Anga­ben der­zeit nicht zu spre­chen. Über sein Grund­stück, links vom Anlan­de­punkt am Ber­ner Feld gele­gen, wird nach aktu­el­lem Stand kei­ne Brü­cke füh­ren dür­fen.

Aber: Die bei­den übri­gen Grund­stücks­be­sit­zer haben offen­bar zuletzt Gesprächs­be­reit­schaft gezeigt. Im Klar­text: Wenn der Preis stimmt, wird Eber­hardt die Brü­cke über ihr Land bau­en dür­fen. Unei­nig­keit besteht eben in der Sum­me.

Sozu­sa­gen schon aus­ge­schil­dert: Hin­weis­ta­fel an der B 462 zwi­schen Auto­bahn­auf­fahrt und Rott­weil. Foto: Peter Arn­eg­ger

Unklar ist wei­ter­hin auch der Punkt, an dem die Brü­cke in der Stadt anlan­den soll. Eine direk­te, gera­de Ver­bin­dung wird der Brü­cken­bau­er nur am Bocks­hof, unter­halb der Trep­pe zum Tau­ben­turm und zum Domi­ni­ka­ner­mu­se­um schaf­fen kön­nen. Dort wol­len sie Stadt­bild- und Denk­mal­schüt­zer nicht haben. Eine Alter­na­ti­ve könn­te eine Ver­bin­dung zum ehe­ma­li­gen Gast­haus „Lie­der­hal­le” sein, dann aber müss­ten die bei­den ver­blie­be­nen pri­va­ten Grund­stücks­be­sit­zer sich preis­lich mit Eber­hardt eini­gen, denn dann braucht er ihre Grund­stü­cke unbe­dingt.

Eber­hardt aber macht Druck. Er möch­te jetzt Bau­recht schaf­fen, möch­te die Pla­nun­gen vor­an brin­gen. Und die Brü­cke bis Mit­ten 2019 spä­tes­tens ein­wei­hen kön­nen.