Beim Bürgerempfang der Stadt Rottweil sprach Oberbürgermeister Ralf Broß am Sonntag in einer umfangreichen Rede vor 800 Bürgern – so viele wie noch nie bei diesem Termin – über Rottweil als Geburtsstadt und traditionsreiche Heimat, als Zufluchtsort für Flüchtlinge, als mittelalterlich geprägte Stadt mit einer herzergreifenden Fasnet, als Kulturstadt, als Wohnort auch. Eine auch vom Engagement ihrer Bürger getragenen Stadt, die zudem über „mehr Facettenreichtum und Highlights“ verfüge als nur den Turm mit Deutschlands höchster Aussichtsplattform. Dennoch werde der im anstehenden „Jahr der Türme“ besonders gefeiert. Übrigens: Mit OB Broß, wenn die Wähler wollen, denn er stellt sich im Mai der Wiederwahl. Das bedachten die Bürger in der Halle mit Beifall.

Die Stadtkapelle Rottweil stimmte auf das Ereignis ein. Foto: Thomas Decker, Team Ralf Graner Photodesign
OB Broß beim Neujahrsempfang. Foto: Thomas Decker, Team Ralf Graner Photodesign

Broß will’s nochmal machen

In diesen Tagen eines der spannenderen kommunalpolitischen Themen. Macht’s Broß nochmal? Tritt er im Mai zur Wiederwahl an, nachdem er überraschend 2009 seinen Vorgänger Thomas J. Engeser aus dem Amt gekegelt hatte? Broß, in dessen Amtszeit die Stadt einen Aufzugtestturm und ein Landesgefängnis bekam, zierte sich lange. Bis zum heutigen Sonntagabend. Bei der Bürgerversammlung hielt er den Moment für gekommen und richtig, sich seinen Bürgern zu erklären. Und er sagte: „Gemeinsam Verantwortung tragen“ war mein Leitspruch im OB-Wahlkampf 2009. Und das will ich auch weiterhin zur Prämisse meines Handelns machen. Damit trete ich an und dafür möchte ich mich auch in einer zweiten Amtsperiode mit aller Kraft einsetzen.“

Broß streifte in seiner Rede viele kommunalpolitische Themen. Die Aufgaben durch den Flüchtlingszustrom ebenso wie die umgesetzten und anstehenden Projekte – neue Wohngebiete und die Sanierung bestehender Quartiere, das neue Feuerwehrhaus in der Kernstadt, das wie die Mehrzweckhalle in Göllsdorf Fortschritte mache. Der Testturm steht, die neue Justizvollzugsanstalt noch nicht, da ging Broß auf den Zeitplan ein: „Den nächsten Schritt stellt der Architektenwettbewerb dar, der zeitnah durch das Land an den Start gehen muss, bevor wir Planungsrecht schaffen und die Bagger an den Start gehen können.“ Als weitere kommunalpolitische Ziele nannte er eine „nachhaltige Entwicklung beim Umwelt- und Klimaschutz.“

Zuhörer beim Bürgerempfang. Vorne rechts etwa Fachbereichsleiter Bernd Pfaff. Foto: Thomas Decker, Team Ralf Graner Photodesign
Blick in die bestens besetzte Stadthalle. Foto: Thomas Decker, Team Ralf Graner Photodesign

2018 das „Jahr der Brücken“?

Die Brücke werde laut Broß zu einem wichtigen Symbol: Aufzugtestturm, Brücke und Innenstadt bildeten „ein Ensemble, das selbstbewusst Tradition und Innovation verbindet und daraus neue Kraft für die gesamte Stadt schöpft. Das ist ein einmaliger Imagegewinn für unsere Stadt“, so der Oberbürgermeister.

2017 seien die Rottweiler besonders stolz auf ihre Türme. „Überall sind sie Gesprächsgegenstand, die Türme der Stadt“, sagte Broß, „selbst am Stammtisch in Rottweiler Wirtsstuben wird über die Türme gefachsimpelt und diskutiert.“

Ein neuer Kurzfilm soll dies zeigen (Infos hier):

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In diesem Jahr nun feiert die Stadt das „Jahr der Türme“, dessen Krönung die Eröffnung des ThyssenKrupp-Aufzugtestturms sein wird. Es solle eine Veranstaltungsreihe sein, vergleichbar mit dem „Schweizjahr 2013“, als Rottweil 100 Jahre Städtepartnerschaft mit Brugg und 550 Jahre zugewandter Ort feierte.

„Wer weiß, vielleicht feiern wir dann in 2018 ein ‚Jahr der Brücken‘, sagte Broß augenzwinkernd. Mit der Hochbrücke, dem Viadukt und vielen weiteren Bauwerken hätte die Stadt genug Grund, wieder ein Jahresprogramm zu füllen. „Und auch eine Hängebrücke könnte die Stadt bereichern. Keine gestrickte, sondern eine echte aus Metall.“ Die Rottweiler hätten dies in der Hand, wenn sie am 19. März beim Bürgerentscheid über die Brücke abstimmen. Broß‘ Ja zur Brücke brachte ihm Zwischenapplaus ein.

Bürger machen eine Stadt, nicht Häuser

Apropos: „Die Bürger machen die Stadt, nicht die Häuser“, sagte Broß. Ehrenamt oder bürgerschaftliches Engagement sei uneigennütziges Handeln zugunsten anderer: im Sportverein, in kirchlichen Organisationen, in sozialen Initiativen, in kultureller Hinsicht, bei der Jugendarbeit, in der Seelsorge, im Natur- und Umweltschutz oder beim politischen Engagement. Es gehöre zum Selbstverständnis der Städte – auch Rottweils -, dass sich Bürger für andere einsetzten.

Rottweil als sicherer Ort

Rottweil sei 2016 für rund 580 Flüchtlinge „ein sicherer Ort in Europa“ geworden, der für Friede, Freiheit und Freundschaft stehe. „Ein Ort, der nach Strapazen der Vertreibung und der Flucht über das Mittelmeer oder über den Landweg durch halb Europa, Hoffnung und Zuversicht gibt“, sagte Broß. „Dies alles dürfen wir bei der bundes- und landesweiten Debatte um die Flüchtlingsströme und die Sicherheit in Deutschland nicht vergessen.“

Die Solidarität mit den Flüchtlingen in Rottweil sei ein Zeichen dafür, „dass wir unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen“, sagte Broß. „Dank des Schulterschlusses in unserem lokalen Bündnis haben wir es zusammen mit dem Gemeinderat, dem Landratsamt, dem Freundeskreis Asyl und vieler Haupt- und Ehrenamtlicher geschafft, diese Aufgabe vernünftig zu stemmen“, so der Oberbürgermeister.

Er schloss seine Ansprache mit den Worten: „Alles Gute für 2017.“

Broß‘ Rede im Wortlaut

Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Ralf Broß anlässlich des Bürgerempfangs der Stadt Rottweil am 15. Januar 2017 in der Stadthalle Rottweil (Manuskript).

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gäste,

herzlich Willkommen zum diesjährigen Bürgerempfang. Ich hoffe, Sie sind alle im Neuen Jahr gut gestartet und gewappnet für die Dinge, die uns in diesem Jahr erwarten.

Die Stadtkapelle Rottweil hat uns in bewährter Weise den Weg in das Neue Jahr musikalisch geebnet. Unter der Leitung von Clemens Berger hörten wir das erste Musikstück. Weitere werden folgen.

Das Interesse am Bürgerempfang ist nach wie vor ungebrochen groß. Und besonders freue ich mich darüber, dass viele Bürgerinnen und Bürger heute Abend anwesend sind sowie Vertreter aus allen Bereichen unserer Gesellschaft und von Behörden. Erlauben Sie mir bitte, dass ich ein einige Gäste namentlich begrüße.

  • Ich begrüße unseren CDU-Landtagsabgeordneten Herrn Stefan Teufel sowie unsere Betreuungsabgeordnete Frau Martina Braun vom Bündnis 90 / Die Grünen. Stellvertretend für die kommunale Familie meinen Kollegen aus Schramberg, Herrn Oberbürgermeister Thomas Herzog, sowie Herrn Bürgermeister Emil Maser aus Zimmern.

Lieber Emil, Du bist zusammen mit Deiner Frau nicht nur als Bürgermeister unserer Nachbargemeinde, sondern auch als Vorsitzender unseres gemeinsamen Industriegebietes INKOM oft Gast beim Bürgerempfang. Du trittst nach drei Amtsperioden und damit 24 Dienstjahren im Mai in den verdienten Ruhestand.

Von hier aus alles Gute für Deine weitere Zukunft.

  • Ein herzliches Willkommen gilt den Damen und Herren des Gemeinderates und der Ortschaftsräte, den Ortsvorstehern, den Rottweiler Kreisräten sowie den Herren Bürgermeister a.D. Franz Albrecht und Wolfgang Nessler und stellvertretend für die städtischen Mitarbeiter Herrn Bürgermeister Dr. Christian Ruf.

  • Und ich freue mich, dass Frau Annemarie Guhl heute anwesend ist. Liebe Annemarie, es ist schön, Dich beim Bürgerempfang heute wieder einmal zu sehen und begrüßen zu dürfen.

  • Ich begrüße die Vertreter der staatlichen Behörden, stellvertretend Herrn Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel sowie seitens des Polizeipräsidiums Herrn Kriminaldirektor Markus Merkt sowie den Leiter des Polizeireviers Rottweil, Herrn Michael Schlüssler. Ich freue mich sehr darüber, dass der ehemalige Amtschef im Innenministerium Baden-Württemberg, Herr Ministerialdirektor a.D. Dr. Herbert Zinell, anwesend ist. Von der JVA begrüße ich die Leiterin Frau Jennifer Rietschler.

  • Das war die Exekutive. Ich komme jetzt zur Judikativen, d.h. der Recht sprechenden Gewalt. Von Seiten der Rottweiler Gerichte heiße ich willkommen Herrn Landgerichtspräsidenten Dr. Dietmar Foth sowie vom Amtsgericht dessen Direktorin Frau Petra Wagner.

  • Als Vertreter der katholischen Kirche heiße ich willkommen Herrn Dekan Martin Stöffelmaier sowie Herrn Pfarrer Honold von der evangelischen Kirche. Frau Tatjana Malafy vertritt die israelitische Gemeinde.

  • Auch viele Vertreter aus Industrie, Handel und Handwerk sind heute Abend anwesend. Für sie alle stellvertretend begrüße ich den Handwerkspräsidenten Gotthard Reiner, den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald Baar Heuberg Herrn Thomas Albiez, den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Rottweil, Herrn Matthäus Reiser, den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Rottweil, Herrn Henry Rauner sowie von der Agentur für Arbeit die Vorsitzende der Geschäftsführung, Frau Erika Faust.

  • Den Rottweiler Gewerbe- und Handelsverein vertritt die erste Vorsitzende Frau Karin Huonker.

  • Zum ersten Mal mit dabei ist der Leiter des Forschungs- und Entwicklungsturms thyssenkrupp, Herr Michael Klein.

  • Für alle Rettungs- und Einsatzdienste begrüße ich stellvertretend Herrn Tobias Wagner vom Technischen Hilfswerk, Frau Geschäftsführerin Uta Swoboda vom Kreisverband des DRK und den Vorsitzenden des DRK-Ortsverein, Herrn Manfred Lenz.

  • Stellvertretend für die Schulen und Bildungseinrichtungen begrüße ich die geschäftsführenden Schulleiter Frau Edeltraud Voß-Soballa und Herrn Willy Schmidt, den Leiter des Bischöflichen Konvikts, Herrn Dr. Ulrich Fiedler, sowie das Ehepaar Villing von der Business School Alb Schwarzwald.

  • Herr Walter Hölle und Herr Jürgen Knubben von kulturottweil repräsentieren wie immer die Kulturschaffenden und vom Sportverband Rottweil heiße ich Herrn Manfred Trescher willkommen.

  • Es ist eine schöne Geste, dass auch viele der Bürgerinnen und Bürger, die in den vergangenen Jahren die Bürgermedaille erhalten haben, heute anwesend sind. Ich darf Sie alle genauso herzlich begrüßen wie diejenigen, denen ich heute Abend die Bürgermedaille verleihen darf.

  • Ein herzliches Willkommen gilt den Vertretern der Medien.

  • Und ganz besonders möchte ich nun alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und alle Ehrenamtlichen grüßen, die sich in den unterschiedlichsten Einrichtungen, Vereinen und Institutionen einbringen und für die gute Sache stehen. Es ist schön, dass Sie mit uns gemeinsam das neue Jahr und die Verleihung der Bürgermedaillen feiern.

Der Applaus gehört Ihnen.

Auch bei unserem heutigen Bürgerempfang wollen wir mit der Verleihung der Bürgermedaille wieder das Ehrenamt in den Mittelpunkt rücken und damit das freiwillige Engagement von Menschen in unserer Stadt.

Es gibt sicherlich ganz unterschiedliche Sichtweisen, wie man die Wesenszüge einer Stadt definieren kann. Und wenn Sie sich selber die Frage stellen: Was macht Rottweil aus? Was sind die Merkmale unserer Stadt? Was macht sie lebenswert und liebenswert und warum sind wir stolz auf unser Rottweil? dann hat sicherlich jeder von Ihnen eine etwas andere Antwort auf diese Frage. Jeder von uns erlebt die Stadt anders.

Zu Weihnachten habe ich eine Weihnachtskarte vom baden-württembergischen Städtetag erhalten. Das Deckblatt der Karte ziert ein Spruch des griechischen Philosophen Perikles. Perikles gehörte zu den führenden Staatsmännern Athens im

5. Jahrhundert v. Chr. Von ihm stammt die Aussage, dass „die Menschen, nicht die Häuser die Stadt (machen).“

Dieses Zitat spiegelt den Wesenskern unserer Städte wieder und passt zum Engagement von Menschen. Der Mensch prägt die Stadt, nicht die Häuser. Der Mensch haucht der Stadt Leben ein, nicht die Gebilde aus Stein und Glas.

Gleichwohl kann aber der Mensch nur in der Stadt leben, wenn die äußeren Bedingungen gegeben sind. Das heißt, es müssen natürlich auch Wohn- und Geschäftshäuser vorhanden sein, eine Verkehrsinfrastruktur, eine Ver- und Entsorgung, Kindergärten, Schulen, Kultureinrichtungen usw. Dazu gehören in unserem Fall auch historische Gebäude und Türme. Und Sie erkennen anhand der Dekoration, dass Türme heute eine besondere Rolle spielen. Wir feiern 2017 das

„Jahr der Türme.“

Doch zunächst zurück zu Perikles.

Der Mensch haucht der Stadt Leben ein. Das Ehrenamt spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ehrenamt oder bürgerschaftliches Engagement ist uneigennütziges Handeln zugunsten anderer: im Sportverein, in kirchlichen Organisationen, in sozialen Initiativen, in kultureller Hinsicht, bei der Jugendarbeit, in der Seelsorge, im Natur- und Umweltschutz oder beim politischen Engagement. Es gehört zum Selbstverständnis unserer Städte, dass sich Bürger für andere einsetzen. Jeder

Dritte in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Viele Bereiche unseres Gemeinwesens und unserer Stadt würden ohne Ehrenamt nicht funktionieren.

Die Bürger machen die Stadt, nicht die Häuser. Meine Damen und Herren,

die Stadt ist „ein Ort, wo verschiedene Lebensweisen, Anschauungen und Kulturen nebeneinander existieren können und zugleich in produktiven Austausch zueinander treten.“1 Zu diesem Ergebnis kommt die Stadtsoziologie in einem Beitrag des Forum Stadt. Forum Stadt ist ein Zusammenschluss historischer Städte, zu dessen

Gründungsmitgliedern auch Rottweil gehört. Ganz im Sinne von Perikles geht es dabei primär nicht um Architektur und Bauhistorie, sondern um die Menschen, die das Bild einer Stadt wesentlich mitprägen.

In einer Stadt mit rund 25.000 Einwohnern gibt es zahlreiche Gelegenheiten, sich auszutauschen und sich einzubringen.

Für viele von uns ist Rottweil Geburtsstadt und traditionsreiche Heimat, auf die wir stolz sind.

Zu diesen Menschen gehören sicherlich diejenigen, die jeden Tag interessiert auf die Beiträge in der örtlichen Tagespresse warten, die den Narrentag mit Ausflügen in die Geschichte der Rottweiler Fasnet journalistisch vorbereiten. Der Zunftschreiber der Narrenzunft, Frank Huber, schwärmt beim Thema Fasnet davon, dass einem „das Herz aufgeht.“ Er spricht von „tiefer Geborgenheit und Zuversicht“ und von einem

„Ausdruck der Lebensfreude und Identifizierung mit der Stadt.“

Andere Menschen auf dieser Welt haben keine Heimat mehr oder sie mussten sie verlassen, weil sie auf der Flucht sind.

Mit der Fluchtbewegung tausender Menschen nach Europa stehen die Gesellschaften und Städte des alten Kontinents vor einer großen Herausforderung. Insoweit ist Rottweil auch ein Ort, der nicht isoliert und abseits der deutschlandweiten Entwicklungen der letzten Monate verweilte.

Auch unsere Stadt stellt sich dieser Herausforderung.

1 H. Häußermann / W. Siebel, Stadt und Umland, in: Merkur, Nr. 577 (1997), S. 303, zitiert nach Jürgen Hasse: Philosophie der Stadt, in: Vierteljahresschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie, Denkmalpflege und Stadtentwicklung 43. Jahrgang 4/2016, S. 342

Für die rund 580 Flüchtlinge, die seit dem letzten Jahr in unserer Stadt Zuflucht gefunden haben, ist Rottweil ein sicherer Ort in Europa, der für Friede, Freiheit und Freundschaft steht. Ein Ort, der nach Strapazen der Vertreibung und der Flucht über das Mittelmeer oder über den Landweg durch halb Europa, Hoffnung und Zuversicht gibt. Dies alles dürfen wir bei der bundes- und landesweiten Debatte um die Flüchtlingsströme und die Sicherheit in Deutschland nicht vergessen.

Jetzt zu Beginn des neuen Jahres können wir in Rottweil feststellen: Wir haben uns den Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung erfolgreich gestellt. Wir haben uns auch als Solidargemeinschaft bewährt, während anderswo in Deutschland und Europa die politischen Diskussionen von Nationalinteresse und Populismus geprägt waren.

Die Solidarität mit den Flüchtlingen ist ein Zeichen dafür, dass wir unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Dank des Schulterschlusses in unserem lokalen Bündnis haben wir es zusammen mit dem Gemeinderat, dem Landratsamt, dem Freundeskreis Asyl und vieler Haupt- und Ehrenamtlicher geschafft, diese Aufgabe vernünftig zu stemmen. Oft sind wir dabei an die Grenzen des Möglichen gestoßen. Genau deswegen haben wir uns verstärkt und eine zusätzliche Stelle geschaffen, um langfristig die Integration in der Stadt zu gewährleisten. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an all diejenigen, die sich hier haupt- und ehrenamtlich eingebracht haben.

Die dezentrale Unterbringung im Stadtgebiet hat sich bewährt und auch die Ortsteile sind in die Verantwortung gegangen. Notbelegungen in Sporthallen konnten vermieden werden. Auch wenn sich die Lage der Unterbringung entspannt hat, bleiben die Integration der Flüchtlinge und die Schaffung von weiterem Wohnraum als eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre bestehen.

Es gab 2016 noch weitere Themen.

Wir haben die Weichen für die Erschließung neuer Wohngebiete auf der Spitalhöhe und in den Ortsteilen Hausen und Göllsdorf gestellt. Die Bebauung der Baulücke in der Höllgasse hat grünes Licht vom Gemeinderat erhalten, in die historische Innenstadt fließen Fördermittel aus dem städtebaulichen Sanierungstopf, die Sanierung der Gebäude und des Umfelds am Omsdorfer Hang ging in die nächste Runde und der letzte Bauabschnitt der Ruhe-Christi-Straße konnte fertiggestellt

werden. In der Schrambergerstraße macht der Neubau unseres Feuerwehrhauses Fortschritte und auch die Mehrzweckhalle in Göllsdorf nimmt konkrete Formen an. Beide Projekte können wir in diesem Jahr fertigstellen und offiziell ihrer jeweiligen Bestimmung übergeben.

In Feckenhausen fand der Startschuss für das schnelle Internet auch für die kleineren Ortschaften statt. In diesem Jahr geht der Ausbau auf unserer Gemarkung weiter. Lieber Herr Landrat, es war eine gute Entscheidung, diese Aufgabe auf Kreisebene anzupacken. Die Städte und Gemeinden zeigen sich solidarisch und finanzieren einen Teil der entstehenden Kosten über die Kreisumlage mit.

Rottweil ist nicht nur als mittelstandsfreundliche Stadt ausgezeichnet, sondern wir haben uns kurz vor Weihnachten auch den European Energy Award gesichert. Damit konnten wir die Zertifizierung beim Klimaschutz erfolgreich abschließen. Die nachhaltige Entwicklung beim Umwelt- und Klimaschutz wird auch in diesem Jahr wichtiger Bestandteil unseres Arbeitsprogramms bleiben. Bereits 2001 hat sich der Gemeinderat als einer der ersten in Baden-Württemberg zu den Beschlüssen der Erdkonferenz in Rio bekannt und unterstützt seither auch finanziell die Lokale Agenda. Unser Ziel ist es in diesem Jahr, den bestehen Agenda-Prozess zu evaluieren und auch hier können wir neue Wege in Richtung einer nachhaltigen Stadt im Sinne der Agenda 2030 einschlagen.

Nachhaltig und vorausschauend haben wir auch unseren Haushalt konsolidiert. Das von mir eben nur angerissene Arbeitsprogramm und die städtischen Investitionen in die Infrastruktur wie Schulbaumodernisierung, Verkehrsinfrastruktur, Kultur usw. können wir ohne Kredite in 2017 und in den nächsten Jahren realisieren. Wir erhalten uns unsere Handlungsflexibilität und entlasten dadurch zukünftige Generationen, die ansonsten für den Schuldendienst aufkommen müssten.

Meine Damen und Herren,

Rottweil ist eine mittelalterlich geprägte Stadt. Die mittelalterliche Stadt war idealtypisch dadurch gekennzeichnet, dass sie mit Mauern, Türmen und Toren umgeben war. Diese Umfriedung diente in erster Linie der Verteidigung des befestigten Ortes gegen Feinde von außen. Die bildliche Darstellung von Rottweil als befestigte Stadt kennen Sie alle. Beispielsweise die Ansicht von Süden des Merianstiches aus dem Jahr 1643, von dem sich ein Original im Stadtarchiv befindet.

Oder das Hauptdeckengemälde im Schiff der evangelischen Predigerkirche, das die Belagerung der Stadt durch Marschall Guébriant im 17. Jahrhundert zeigt und in den letzten Monaten während der Sanierung des Heilig-Kreuz-Münsters vermehrt von katholischen Mitbürgern in Augenschein genommen wurde. Bis in das 19.

Jahrhundert hinein hielt sich das Bild der wehrhaften Stadt auf der Anhöhe des Neckars, als Rottweil längst schon württembergisch war und die Funktion einer Oberamtsstadt innehatte.

Heute präsentiert sich unsere Stadt weit offener, als historische Kupferstiche dies zum Ausdruck bringen.

Wir haben in den vergangenen Jahren die Weichen für die Zukunft unserer Stadt gestellt. Voraus gingen Diskussionen und Entscheidungen von Menschen, die hier leben und sich für das Gemeinwesen einbringen.

Rottweil ist eine Stadt, die bereit ist, neue Wege zu gehen.

Mit dem Testturm haben wir uns strategisch geöffnet, um vom wirtschaftlichen Aufschwung nachhaltig zu profitieren. Mit der Hängebrücke haben wir die Chance, beim Tourismus neue Schwerpunkte zu setzen. Wir haben uns als eine traditionsbewusste und gleichzeitig lebendige, kreative und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt positioniert.

Schöne alte Städte gibt es viele. Aber nur wenige können diesen spannenden Kontrast von Geschichte und Moderne aufweisen. Das ist nahezu einzigartig und wird deshalb künftig Touristen und neue Wirtschaftsunternehmen auf Rottweil aufmerksam machen. Die Brücke wird dabei zu einem wichtigen Symbol: Turm, Brücke und Innenstadt bilden ein Ensemble, das selbstbewusst Tradition und Innovation verbindet und daraus neue Kraft für die gesamte Stadt schöpft. Das ist ein einmaliger Imagegewinn für unsere Stadt

Und gerade wegen der neuen Entwicklungen mit Test-Turm und geplanter Hängebrücke ist es wichtig, dass wir die Innenstadt und unser historisches Erbe mit dem Denkmalensemble nicht vernachlässigen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die städtebaulichen Missstände der Innenstadt zu beseitigen und Lebensqualität in der alten Stadt zurückzugewinnen. Das müssen wir uns erhalten, um uns für die Zukunft breit aufzustellen. Wir bekennen uns ausdrücklich zur alten Stadt. Insgesamt fließen rund 5,2 Mio EUR in der Zukunft in die alte Bausubstanz. Wir nehmen hier Geld in

die Hand und fördern auch private Investitionen, wobei wir mit jedem Euro Zuschuss insgesamt 7 Euro Folgeinvestition auslösen.

Wir wollen uns weiterhin als Kulturstadt präsentieren. Dazu gehört auch unser Engagement bei der Neukonzeption der kunsthistorisch bedeutenden Sammlung Dursch und bei der anstehenden Sanierung des Stadtmuseums, die wieder in das Blickfeld rücken muss.

Ein weiterer Baustein der Entwicklung ist und bleibt die JVA. Dieses Beispiel lehrte uns, dass wir gut daran getan haben, zuzugreifen, als uns die Chance geboten wurde.

Seit der Grundsatzentscheidung ist mittlerweile über ein Jahr vergangen. In dieser Zeit hat das Land den am Standort Esch angrenzenden Wald faunistisch und floristisch untersucht, um zu klären, ob er für den Neubau der JVA genutzt werden kann. Die Entscheidung des Landes steht noch aus. Wichtig ist, dass es in der Sache weitergeht. Den nächsten Schritt stellt der Architektenwettbewerb dar, der zeitnah durch das Land an den Start gehen muss, bevor wir Planungsrecht schaffen und die Bagger an den Start gehen können.

Alle drei genannten Projekte: Turm, JVA und Hängebrücke haben wir zusammen mit den Bürgern vorangebracht. Die Beteiligung der Bürger bei großen Projekten wird auch in den nächsten Jahren ihren Platz einnehmen. Die Bürger wollen beteiligt werden. Sie wollen ihre Ideen einbringen. Das braucht Offenheit in der Politik und in der Verwaltung. Das setzt aber auch die Bereitschaft der Bürger voraus, konstruktiv mitzuwirken, in den Dialog einzutreten, nach Kompromissen zu suchen und sachlich zu diskutieren.

Nicht jedes in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Projekt kann automatisch in einen Bürgerentscheid münden. Das müssen wir immer wieder deutlich machen. Der Stadtrat ist im Rahmen der repräsentativen Demokratie das gewählte Organ der Bürgerschaft. Repräsentativ heißt, er spiegelt die unterschiedlichen Interessenslagen der Bürger wieder.

Die Beteiligung der Bürger hat nach dem Testturm, der JVA und jetzt mit der Hängebrücke eine neue Qualität angenommen. Darauf haben wir uns eingestellt und nicht zuletzt die Verleihung der Demokratierose für vorbildliche Bürgerbeteiligung spornt uns dazu an, offen und ohne Vorbehalte der Bürgerschaft geeignete Formen

der Beteiligung anzubieten und ich hoffe, dass es uns auch gelingen möge, verstärkt Jugendliche und junge Erwachsene für eine Beteiligung zu gewinnen. Wir wollen damit die junge Generation für aktuelle Themen unserer Stadt begeistern und sie dazu gewinnen, sich auch am politischen Prozess zu beteiligen.

Sie sehen, Rottweil hat viele Facetten zu bieten, auch wenn unsere Stadt derzeit medial vor allem wegen des Testturmes von thyssenkrupp in aller Munde ist.

Auch beim Bürgerempfang heute kommen wir nicht darum herum. In der Presse, in Funk und im Fernsehen erregt der Turm Aufmerksamkeit. Der Turm strahlt über die historischen Mauern der alten Stadt hinaus.

Allerdings in einem Maße, das für manch einen zu viel ist. Ein nicht näher bezeichneter Stadtrat hatte sich vor einiger Zeit beschwert. Beschwert darüber, dass der Testturm in unserer Stadt doch ziemlich omnipräsent sei. Dass Tradition Innovation treffe, das sei ja in Ordnung. Aber dass der Turm nun bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit zitiert wird, das sei doch des Gutes zu viel.

So kam es auch, dass der Gemeinderat darüber diskutierte, ob man ein Auftragswerk für ein Turmbläserensemble oder gar eine Rottweiler Turmhymne in die Wege leiten sollte. Schließlich feiert das Klassikkonzert „Sommersprossen“ in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Außerdem stehe das Jazzfest vor der Tür.

Spätestens hier platzte dem besagten Stadtrat – bildlich gesprochen – der Kragen.

Nun liegt die scheinbare Abneigung dieses Volksvertreters nicht daran, dass er die so oft beschriebene Ingenieurskunst dieses Jahrhundertbaus in Zweifel ziehen wolle. Im Gegenteil. Er ist ein Fan des neuen Turms. Nach seiner Auffassung verfüge Rottweil jedoch über mehr Facettenreichtum und Highlights als nur den Turm mit Deutschlands höchster Aussichtsplattform.

Recht hat er.

Wir kommen aber in Rottweil am Testturm und an den historischen Türmen nicht vorbei Auch nicht heute Abend. Sie sehen es an der Dekoration der Halle. Fahnen und darauf die Türme unserer Stadt.

Heute legen wir ausdrücklich besonderen Wert auf Turmpolitik. Auch auf Kirchturmpolitik, denn wir bekennen uns ausdrücklich zu Kirchtürmen, Wehrtürmen und Aussichtstürmen, die allesamt in Stein gemeißelte Zeugen jahrhundertalter Bautradition sind. So vielfältig die Menschen in unserer Stadt, so vielfältig sind die Türme. Jeder hat seinen eigenen Charakter.

Überall sind sie Gesprächsgegenstand, die Türme der Stadt.

Der Hochturm als eines der ältesten Gebäude aus dem 13. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen Testturm von thyssenkrupp. Nicht zu vergessen das Schwarze Tor, das nach der Renovierung im neuen Glanz erstrahlt und sich zurecht gemacht hat, wenn am nächsten Wochenende der Viererbund in unserer Stadt zusammenkommt und den Narrentag in der alten Reichs- und Narrenstadt Rottweil feiert.

Dann gehört der Pulverturm dazu, der Kapellenturm, der als der schönste Turm zwischen Prag und Paris gilt. St. Pelagius als Urkirche, das Heilig-Kreuz-Münster, die Auferstehung Christi Kirche aus dem 20. Jahrhundert und schließlich der Wasserturm, dem zwischenzeitlich der Wasserhahn zugedreht wurde.

Selbst am Stammtisch in Rottweiler Wirtsstuben wird über die Türme gefachsimpelt und diskutiert. Dabei ergeben sich erstaunliche Einblicke in die Gefühlswelt manch Rottweilerinnen und Rottweiler.

Sie glauben mir nicht? Sie denken, ich überziehe maßlos? Dann schauen Sie sich doch einmal das hier an:

[Film zum „Jahr der Türme“]

Sie sehen, ich habe nicht zu viel versprochen. Die Rottweiler sind mächtig stolz auf ihre Türme. In diesem Jahr feiern wir das „Jahr der Türme“. Ein ganzes Jahr stehen historische, architektonische, zeitgenössische, musikalische Turmthemen im Focus.

Von heute an, wenn wir mit dem Bürgerempfang das „Jahr der Türme“ offiziell eröffnen, bis zum Jahresende. Vergleichbar mit dem „Schweizjahr 2013“, als wir 100 Jahre Städtepartnerschaft mit Brugg und 550 Jahre zugewandter Ort feierten.

Wer weiß, vielleicht feiern wir dann in 2018 ein „Jahr der Brücken.“ Mit der Hochbrücke, dem Viadukt und vielen weiteren Bauwerken hätten wir genug Grund,

wieder ein Jahresprogramm zu füllen. Und auch eine Hängebrücke könnte die Stadt bereichern. Keine gestrickte, sondern eine echte aus Metall. Die Rottweiler haben dies in der Hand, wenn sie am 19. März beim Bürgerentscheid über die Brücke abstimmen. Ein privater Investor will das Berner Feld durch eine Fußgängerhängebrücke mit der Innenstadt verbinden. Sie kennen ihn in der Zwischenzeit sicherlich. Es handelt sich um Herrn Günter Eberhardt, der heute Abend ebenfalls anwesend ist und den ich an dieser Stelle recht herzlich begrüße. Herr Eberhardt baut die Brücke auf eigenes unternehmerisches Risiko. Es ist wichtig, dass wir solche Menschen mit Unternehmergeist für unsere Stadt gewinnen können und ich bin froh darüber, dass Herr Eberhardt sich in Rottweil engagieren möchte.

Die touristischen Effekte aus Testturm und geplanter Hängebrücke ergeben neue Chancen für die Stadt. Prognostizierte 17 Prozent mehr Tagesgäste heißt mehr Kaufkraft für Handel, Hotellerie und Gastronomie und langfristig erhöhte Steuereinnahmen.

Auch diese Chance sollten wir ergreifen. So wie wir dies beim Testturm gemacht haben. Und bei der JVA.

Wir sind hier auf einem guten Weg. Eine breit angelegte Bürgerbeteiligung in Form einer Dialoggruppe, die an drei Sitzungen getagt hat und viele derenTeilnehmer heute ebenfalls anwesend sind, setzte sich bereits inhaltlich mit Chancen und Risiken intensiv auseinander. Befürworter wie Gegner des Projektes hatten die Gelegenheit, durch Argumente zu überzeugen. Herzlichen Dank den rund 50 Teilnehmern, dass Sie bei der Dialoggruppe mitgemacht und mitdiskutiert haben. Wir konnten auf diese Weise eine sachorientierte Debatte führen. Nach meinem Gefühl ist die Grundstimmung in der Stadt positiv für die Hängebrücke. Diese positive Stimmung wollen wir uns nicht nur bis zum Bürgerentscheid erhalten, sondern auch darüber hinaus.

Haben Sie Mut zur Brücke und setzen Sie auf den positiven Effekt, den Rottweils einzigartige Kombination von Tradition und Innovation, von Geschichte und Moderne bietet. Machen Sie Rottweil zukunftssicher – schlagen Sie mit uns die Brücke ins 21. Jahrhundert und stimmen Sie am 19. März mit „Ja“.

Das ist nicht die einzige wichtige Entscheidung, die in diesem Jahr ansteht. Im September findet die Bundestagswahl statt und am 7. Mai die Rottweiler OB-Wahl.

Meine Damen und Herren, ich bin in den letzten Wochen oft gefragt worden, ob ich mich wieder zur Wahl stelle.

Ich habe mir intensiv Gedanken über eine zweite Amtszeit gemacht. Viele haben zu mir gesagt: du musst wieder antreten, die Entwicklung unserer Stadt darf nicht ins Stocken geraten. Mach weiter so.

Das tut natürlich gut, wenn man so einen Rückhalt verspürt. Und wenn ich die vergangenen Jahre in Erinnerung rufe, dann kann ich zumindest für mich festhalten: es war eine schöne, aber auch eine anstrengende Zeit mit tollen erfolgreichen Projekten, die die Stadt vorangebracht haben.

Gleichzeitig weiß ich auch, dass es Bürger gibt, die bei den genannten Projekten einen anderen Weg in unserer Stadt lieber gesehen hätten. In den Bürgerbeteiligungsrunden kam das vereinzelt zum Ausdruck. Das ist normal. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft und es kommt mir darauf an, dass wir in der inhaltlichen Diskussion das Beste zum Wohle unserer Stadt erreichen.

Der damalige OB von Schramberg, Herr Herbert Zinell, hat bei meiner Amtseinführung im Juli 2009 Max Weber zitiert. Lieber Herbert, ich denke, Du kannst Dich noch gut daran erinnern. Du hast mir mit auf den Weg gegeben: „Wer Politik betreibt, der erstrebt Macht im Dienste des Gemeinwohls und nicht für eigene Zwecke.“ So habe ich meine Aufgabe immer verstanden. Zum Wohle unserer Stadt. Nicht ich alleine konnte die Dinge voranbringen. Nur mit Ihnen zusammen, mit der Bürgerschaft, mit den gewählten Stadträten und mit einem kompetenten und motivierten Rathausteam konnte ich die Herausforderungen stemmen.

Und mit Ihnen gemeinsam möchte ich auch die nächsten 8 Jahre verantwortungsvoll gestalten.

Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß. Ich gehe gerne in das Rathaus und zusammen mit meinem Führungsteam, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat würde ich gerne die laufenden Projekte weiter begleiten und in der Zukunft Neues anpacken.

„Gemeinsam Verantwortung tragen“ war mein Leitspruch im OB-Wahlkampf 2009. Und das will ich auch weiterhin zur Prämisse meines Handelns machen. Damit trete

ich an und dafür möchte ich mich auch in einer zweiten Amtsperiode mit aller Kraft einsetzen.

Meine Damen und Herren,

wir leben in einer Stadt, die sich auf einem guten Weg befindet. Viele große und kleine Projekte konnten in den vergangenen Jahren umgesetzt oder auf den Weg gebracht werden, und auch für die kommenden Jahre stehen zahlreiche Themen auf unserer Agenda.

Wir sind nicht erfolgreich, weil uns dies alles zufliegt, sondern wir sind erfolgreich, weil wir in einer aktiven Bürgerschaft um das Beste für unsere Stadt kämpfen und die Chancen nutzen, die sich uns auftun. Kämpfen im positiven Sinne. Das heißt, inhaltlich diskutieren und auch demokratisch streiten, das Für und Wider abwägen und den optimalen Weg für unsere Stadt finden.

So verstehe ich auch die Arbeit im Gemeinderat und im Dialog mit unseren Bürgerinnen und Bürgern zum Wohle unserer Stadt Rottweil.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien von ganzem Herzen ein glückliches Neues Jahr, vor allem Gesundheit und persönlicher Erfolg.

Alles Gute für 2017.

 

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