Auch ange­sichts des bevor­ste­hen­den Bür­ger­ent­scheids sieht die Initia­ti­ve „Rott­weil ohne Hän­ge­brü­cke” die Bedürf­nis­se der Bür­ger in den Hin­ter­grund gedrängt. Pro­ble­me und Ent­wick­lun­gen der Stadt wür­den dem Vor­ha­ben Tou­ris­mus und Hän­ge­brü­cke unter­ge­ord­net wer­den, erklärt die BI in ihrer neu­es­ten Pres­se­mit­tei­lung. Sie pro­gnos­ti­ziert einen Kauf­kraft­ver­lust, weil bestehen­de Ein­zel­han­dels­kun­den von künf­ti­gen Park­ge­büh­ren abge­schreckt wür­den. Eine sol­che Fest­le­gung exis­tiert aller­dings bis­lang nicht.

Die NRWZ bringt den Brief der Bür­ger­initia­ti­ve „Rott­weil ohne Hän­ge­brü­cke” im Wort­laut. Unter­zeich­net haben ihn Gise­la Stier, Dr. Win­fried Hecht und Wer­ner Fischer

BI „Rottweil OHNE Hängebrücke“ informiert

The­ma: Wen küm­mern die Bedürf­nis­se der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger?

Es kann doch wohl nicht sein, dass bestehen­de Pro­ble­me und künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen der Stadt alle dem Vor­ha­ben Tou­ris­mus und Hän­ge­brü­cke unter­ge­ord­net wer­den!

In der Ein­woh­ner­ver­samm­lung am 12. Mai 2016 hat Ober­bür­ger­meis­ter Broß die ange­spann­te finan­zi­el­le Situa­ti­on der Stadt auf­ge­zeigt und auf die Hoff­nun­gen aus dem erwar­te­ten Tou­ris­mus­boom durch Turm und Brü­cke mit 400.000 Besu­chern im Jahr hin­ge­wie­sen. Um die­ses Ziel zu errei­chen, müs­se man jedoch Prio­ri­tä­ten set­zen. Ande­res müs­se dann eben etwas län­ger war­ten. Drin­gend not­wen­di­ge Sanie­rungs­maß­nah­men an öffent­li­chen Gebäu­den, Schu­len und Kin­der­gär­ten sowie an maro­den Brü­cken und Ste­gen in und um Rott­weil wer­den zuück­ge­stellt.

Die Stadt will beim Test­turm bis zu vier Mil­lio­nen Euro vor allem in Park­plät­ze inves­tie­ren (Aus­sa­ge von OB Broß in der Zeit­schrift Stern Nr. 51 vom 15.12.2016). Auch in der Innen­stadt wird es im Zusam­men­hang mit den erwar­te­ten Tou­ris­ten­strö­men Par­kie­rungs­pro­ble­me geben, wofür hier wei­te­re Mil­lio­nen Euro inves­tiert wer­den sol­len.

Wir erin­nern uns. Bei der vor Jah­ren durch­ge­führ­ten Sanie­rung des Innen­stadt­be­rei­ches war eine Viel­zahl von Stell­plät­zen weg­ge­fal­len. Um für Bür­ger und Geschäfts­leu­te einen Aus­gleich zu schaf­fen, sind Stell­plät­ze mit der sog. Bre­zel­tas­te bereit­ge­stellt wor­den und zudem ist im wei­te­ren Kern­stadt­be­reich kos­ten­lo­ses Par­ken bis zu zwei Stun­den mög­lich. Doch damit soll nach Ansicht der Ver­wal­tungs­spit­ze künf­tig Schluss sein. Sämt­li­che Park­plät­ze sol­len dann ab der ers­ten Minu­te kos­ten­pflich­tig wer­den.

Man kann sich nur wun­dern, dass da der Han­dels- und Gewer­be­ver­ein mit­macht. Denn Tei­le der seit­he­ri­gen Kun­den der Geschäf­te in der Innen­stadt wer­den die­sen Weg nicht mit­ge­hen. Sie wer­den gewis­ser­ma­ßen in die Geschäf­te auf der grü­nen Wie­se mit güns­ti­gem Park­raum gedrängt. Und die­sen Kauf­kraft­ver­lust in der Innen­stadt wer­den die an etwa 100 Schön­wet­ter­ta­gen im Jahr erwar­te­ten Tou­ris­ten nie und nim­mer auf­fan­gen. Es ist ein Irr­glau­be zu erwar­ten, dass Turm und ins­be­son­de­re Hän­ge­brü­cke der Stadt Rott­weil eine glor­rei­che Zukunft besche­ren wer­den. Im Gegen­teil, die Tou­ris­ten­mas­sen wer­den Rott­weil noch zusätz­li­che Pro­ble­me berei­ten.

Es bleibt aber obers­te Auf­ga­be von Stadt­ver­wal­tung und Gemein­de­rat, sich in ers­ter Linie um die Bedürf­nis­se der Bür­ger­schaft zu küm­mern.

Lie­be Bür­ge­rin­nen und Bür­ger von Rott­weil und den Teil­or­ten, wir haben die Chan­ce, dem über­eil­ten Vor­ge­hen der Stadt ent­ge­gen­zu­wir­ken. Soll­te sich beim Bür­ger­ent­scheid am 19. März 2017 eine Mehr­heit gegen den Bau der Hän­ge­brü­cke aus­spre­chen, dann sind Stadt­ver­wal­tung und der Gemein­de­rat an die­ses Votum auf die Dau­er von min­des­tens drei Jah­ren gebun­den. In die­ser Zeit könn­ten dann die viel­fäl­tig anste­hen­den Sanie­rungs­maß­nah­men getä­tigt wer­den, die den Bür­gern von Stadt und Teil­or­ten zugu­te kom­men.

Des­halb die drin­gen­de Bit­te. Stim­men Sie beim bevor­ste­hen­den Bür­ger­ent­scheid mit NEIN.