Bundesregierung will Verfahren verkürzen

Gäubahn-Ausbau

Die Vor­aus­set­zun­gen für den wei­te­ren Aus­bau der Gäu­bahn sind nun­mehr gege­ben, nach­dem das Land Baden-Würt­tem­berg erklärt hat, dass es eine Wei­ter­ver­fol­gung der Nei­ge­tech­nik auf der Gäu­bahn anstrebt.“ Dies hat das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um auf eine Klei­ne Anfra­ge der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on geant­wor­tet.

Wei­ter heißt es in der im Auf­trag der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­leg­ten Ant­wort: „Die DB Netz AG hat am 4. Febru­ar 2014 eine Ent­schei­dung … für das Vor­ha­ben „Horb-Neckar­hau­sen, 2-glei­si­ger Aus­bau Gäu­bahn zwi­schen Horb und Neckar­hau­sen von Bahn-km 82,1 bis 87,9 auf der Stre­cke 4 600 Plochin­gen-Horb-Immen­din­gen bean­tragt. Der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss ist am 23. April 2018 vom Eisen­bahn-Bun­des­amt (EBA) erlas­sen wor­den. Die Bun­des­re­gie­rung strebt eine Ver­kür­zung von Plan­rechts­ver­fah­ren an. Sie hat daher den Ent­wurf eines Pla­nungs­be­schleu­ni­gungs­ge­set­zes vor­ge­legt. Durch die Kon­zen­tra­ti­on von Plan­fest­stel­lungs- und der sich in der Zustän­dig­keit der Bun­des­län­der befin­den­den Anhö­rungs­be­hör­den für die Bun­des­schie­nen­we­ge beim EBA soll ein erheb­li­ches Beschleu­ni­gungs­po­ten­ti­al der Ver­fah­ren rea­li­siert wer­den.

Für den Abschluss der Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung nach § 9 des Bun­des­schie­nen­we­ge­aus­bau­ge­set­zes für den Abschnitt Horb-Neckar­hau­sen muss­ten die sach­li­chen und haus­hal­te­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den. Dazu gehör­ten das Bau­recht und die Klä­rung des im Aus­bau­kon­zept unter­stell­ten Nei­ge­tech­nik­be­trie­bes. Nach Abschluss des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens und der Erklä­rung des Lan­des Baden-Würt­tem­berg zum Ein­satz von Nei­ge­tech­nik-Fahr­zeu­gen kann die Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung zeit­nah abge­schlos­sen wer­den.

Wei­ter frag­ten die Libe­ra­len: „Ist für die Bun­des­re­gie­rung die Fahr­zeit­ver­kür­zung auf dem inter­na­tio­na­len Kor­ri­dor Stuttgart–Zürich der ein­zi­ge und aus­schlag­ge­ben­de Grund, um die Stre­cke aus­zu­bau­en?“ Ant­wort des Minis­te­ri­ums: „Die Wirt­schaft­lich­keit zum Aus­bau der Gäu­bahn ist nur gege­ben, wenn die Stre­cke zusätz­lich auch für den Güter­ver­kehr ertüch­tigt wird. Daher sind Pro­fi­ler­wei­te­run­gen ins­be­son­de­re in Tun­nel­be­rei­chen für Züge des Kom­bi­nier­ten Ver­kehrs sowie der Bau der soge­nann­ten Sin­ge­ner Kur­ve vor­ge­se­hen. Die­se ist für den Güter­ver­kehr von gro­ßer Bedeu­tung, da durch sie eine direk­te Ver­bin­dung zwi­schen Stutt­gart und der Schweiz her­ge­stellt wird. Ansons­ten müss­ten wei­ter­hin alle Güter­zü­ge im Bahn­hof Sin­gen (Hoh­ent­wiel) die Fahrt­rich­tung wech­seln.

Auf die Fra­ge ob sich die Bun­des­re­gie­rung an den Ver­trag von Luga­no gebun­den seht, die Kapa­zi­tä­ten im nörd­li­chen Zulauf zur neu­en Eisen­bahn-Alpen­trans­ver­sa­le (NEAT) der Ver­kehrs­nach­fra­ge anzu­pas­sen und damit die Gäu­bahn aus­zu­bau­en, die NEAT zu ent­las­ten und eine Fahr­zeit­ver­kür­zung zwi­schen Stutt­gart und Zürich zu errei­chen, kam die knap­pe Ant­wort: „Ja.“