Ist das Stadtfest Rottweil zu lau und kann es was vom Turmfest lernen? Und sollten die bunten Palettensofas, die derzeit im Bereich der Hochbrücktorstraße aufgestellt sind, bleiben? Beziehungsweise durch entsprechende Sitzmöbel ersetzt werden? Die Rottweiler Stadtratsfraktion der CDU regt eine Diskussion zu beiden Themen an.

Keine Frage: Stadt- und Turmfest sind zweierlei Paar Schuhe. Das eine wird von der Stadtverwaltung organisiert und von den Vereinen gestaltet. Die Verwaltung, hier das Sportamt, setzt die Rahmenbedingungen – samt der Musikbühnen. Das Angebot bestimmen die Vereine. Das andere wurde von den Eventmanagern der Trendfactory durchgeplant. Man könnte auch sagen: durchgestylt. Und vom Werbegrafiker über den Konzertmanager bis zum Foodtruck-Anbieter hatten alle Teilnehmer ihren zugewiesenen Aufgabenbereich und Platz.

Der CDU nun hat das Turmfest gefallen, das im Gegensatz zum Stadtfest die gesamte Innenstadt in Anspruch genommen hat. Auch die Hochbrücktorstraße, die Untere Hauptstraße und den Friedrichsplatz. An sich eine einmalige Sache für eine einmalige Eröffnung des Aufzugtestturms. Das Stadtfest dagegen kehrt alle zwei Jahre wieder.

Es gibt noch einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Veranstaltungen. Vor dem Stadtfest muss Eva Moosmann, im Sportamt für die Organisation zuständig, im Gemeinderat um Geld betteln gehen. Sie bekommt es jeweils, muss dafür aber immer auch gute Gründe vorlegen. Die Trendfactory hatte es da leichter. Klotzen, statt kleckern heißt die Devise im aktuellen Turmjahr. Dafür, für alle Festivitäten rund um die Turmeröffnung und aufs ganze Jahr gerechnet, stehen 200.000 Euro zur Verfügung. Für das Stadtfest zuletzt 48.000.

Nun hat die CDU mal ganz grundsätzlich das Stadtfest auf die Agenda gesetzt. „Die Verwaltung der Stadt Rottweil wird beauftragt zu prüfen, inwieweit es möglich und umsetzbar ist Elemente, des zurückliegenden Turmfestes in das Stadtfest einzubauen. Ziel soll die Steigerung der Attraktivität des Stadtfestes sein.“

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War es unattraktiv?  Das sagt die CDU nicht. Sie argumentiert aus der anderen Richtung: „Das zurückliegende Turmfest als Bürgerfest war ein voller Erfolg. Die Resonanz bei der Bevölkerung und den Gästen war sehr positiv. Auch die Einbeziehung der Innenstadtbereiche Untere Hauptstraße, Hochbrücktorstraße und Friedrichsplatz erwies sich als sehr gelungen.“ So wären die Stationen der „zeitREISE“ und die Themenstände dort „eine Bereicherung“ gewesen, „die von zahlreichen Besuchern ausdrücklich gelobt wurde.“
Die CDU-Stadtratsfraktion beantragt deshalb „die Überprüfung sowie die Ausarbeitung von Vorschlägen für die Einbeziehung dieser oder anderer positiver Elemente des Turmfestes und sonstiger Verbesserungsmaßnahmen in das von der Stadt veranstaltete Stadtfest.“

Außerdem, und das haben in der Stadt schon einige angeregt, wenngleich letztlich vor allem Stadträte in der Position sind, das auch umzusetzen: Die CDU schlägt vor, die lieb gewonnene Möblierung in der Hochbrücktorstraße in irgendeiner Weise beizubehalten. „Wir konnten feststellen“, schreibt Fraktionssprecher Günter Posselt namens der CDU, „dass die aktuelle Möblierung in der Hochbrücktorstraße von der Bevölkerung und Besuchern sehr gut angenommen wird. Die Aufenthaltsqualität hat sich erhöht und die Hochbrücktorstraße ist deutlich belebt.“

Die Sofas aus Holzpaletten waren von Schülern des Leibniz-Gymnasiums – von der Juniorfirma Couchfactory erstellt worden. Unterstützt werden die Schüler des Leibniz-Gymnasiums dabei vom Stadtmarketing der Stadt Rottweil, dem Gewerbe- und Handelsverein, der Trendfactory und der Volksbank Rottweil, die die Couches gesponsert hat.

Allerdings sind diese bunten Sitzmöbel aus Paletten nur ein temporäres Projekt. Die Möbel sollen demnächst für einen guten Zweck versteigert werden.

Nun sollte, so die CDU, „der Schwung für die Zukunft genutzt werden.“ Die Vorgabe: „Eine Möblierung nur mit Bänken wie bis zum letzten Jahr ist unzureichend. Variantenvorschläge werden als Entscheidungsgrundlage benötigt.“

Deshalb beantragt die CDU, zu ermitteln, wie eine dauerhafte Möblierung in der Hochbrücktorstraße gestaltet werden kann und um eine Darstellung der Kosten dafür, damit im Rahmen des Haushalts 2018 Mittel eingestellt werden können.