NRWZ.de, 16. Juli 2022, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Da tanzt nicht nur Hermann Hesse aus der Reihe

75 Jahre Volkshochschule Rottweil

ROTTWEIL – Alle waren geladen und viele sind der Einladung gefolgt. Sie erhielten vom vhs-Team zur Begrüßung im Innenhof des Albertus-Magnus-Gymnasiums zu Beginn ein Glas Sekt oder Wasser gereicht. Wer wollten, konnte sofort im Programmheft für das kommende Semester blättern oder eine Festschrift erstehen, deren Schutzgebühr für weitere niederschwellige Flüchtlingsprojekte aufgewendet werden wird.

Aufgrund der hohen Temperaturen begrüßte vhs-Leiterin Anja Rudolf die Erhitzten nur ganz knapp und bat sofort in den Festsaal der Gymnasien. Dort übergab sie das Wort an Oberbürgermeister Ralf Broß, mit dem Hinweis, dass sie ihn nun wohl das letzte Mal auf eine Bühne bitten dürfe. Sie wolle daher nicht versäumen, sich bei ihm persönlich, aber auch beim städtischen Krisenstab, für die vielfältige Unterstützung in den letzten 2,5 Jahren, die sie nun in Rottweil sei, zu bedanken.

Oberbürgermeister Ralf Bross verwies im Anschluss, in seinem Grußwort, auf die lange Geschichte der Volkshochschule Rottweil und auf die vielen Veränderungen, die sie durchlaufen habe. Darüber hinaus unterstrich er, wie fest sie in der Stadtgesellschaft verankert sei und wie vielfältig verflochten mit Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und das Weiterbildungsinstitut in der Stadt.

Nach einem kurzen Dank der vhs-Leiterin, bat diese Dr. Tobias Diemer, Direktor des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg, auf die Bühne. Diemer verdeutlichte die vielen Ansprüche, der eine moderne Volkshochschule genügen soll. Er sprach von wirtschaftlicher Vernetzung und Digitalisierung, von gesellschaftlicher und politischer Verantwortung. Mit seinem Grußwort bot er eine wunderbare Überleitung zum Festvortrag von Dr. Johannes Wahl, Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Institut für Erziehungswissenschaft, Eberhard Karls Universität Tübingen, der vor kurzem eine Forschungsarbeit zur „Digitalen Transformation von Volkshochschulen“ abgeschlossen hat.

Bei der Begrüßung im Innenhof hatte Anja Rudolf noch gespaßt, sie erhoffe sich, nur Gutes zur Volkshochschule Rottweil zu hören. Tatsächlich konnte man zwischen den Zeilen und Sätzen lesen, dass die mittleren Volkshochschulen, zu denen Rottweil laut Statistik gehört, ganz anders auf die Herausforderungen der vergangenen Jahre reagieren mussten als es die großen Volkshochschulen konnten. So sah man die vhs-Leiterin zwischendurch lächeln. Nicht zuletzt vielleicht auch, weil sie nun zum Theaterstück „Hermann Hesse tanzt aus der Reihe“ überleiten konnte. Der Schauspieler Klaus Brückner und der japanische Gitarrist und Komponist Sunyata Kobayashi nahmen die Geburtstagsgäste mit auf eine beschwingte Reise zum vielfach wenig bekannten Hesse. Dabei fehlten nicht die nachdenklichen Zwischentönen, aber auch nicht das leise, fröhliche Lachen.

So konnte die Volkshochschule, zusammen mit den Anwesenden, ganz im Einklang mit ihren Leitgedanken feiern. Liegen dem Weiterbildungsgedanken der vhs Rottweil doch zwei Grundidee zugrunde: dass Bildung gesellschaftliche Stabilität schafft und ein fröhlicher Austausch, der Beginn von Verständigung und Verständnis für einander ist. Oder, um mit den Worten der vhs-Leiterin zu schließen: „Hermann Hesse, wie passend für die vhs Rottweil, die sicherlich nicht mit der Masse stampft, sondern lieber von Bildung und Verständnis beflügelt, tanzen und feiern möchte“.

Die neuen Programmhefte liegen ab 18. Juli an den üblichen Stellen aus. Anmeldebeginn ist der 19. Juli.

Da tanzt nicht nur Hermann Hesse aus der Reihe