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Rottweil
Montag, 6. April 2020
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    Das Dilemma mit dem neuen Parkhaus in Rottweil

    Gemeinderat soll entscheiden

    Ein Parkhaus hinter der Duttenhofer Villa in Rottweil ist seit Monaten beschlossene Sache. Doch jetzt, da es an die Realisierung geht, offenbart sich das Dilemma: Die Verhältnisse auf dem Bauplatz in der Bahnhofstraße 1 sind derart beengt, dass die Frage im Raum steht, ob die Ruhe-Christi-Straße um ein paar Meter verschwenkt (verlegt) werden soll.

    In der jüngsten Sitzung des  Bauausschusses waren die Meinungen geteilt. Zur Diskussion stehen drei Modelle:

    • Variante A bietet insgesamt 100 Stellplätze auf fünf Geschossen. Die Besonderheit ist, dass das unterste Parkdeck nur über die Bahnhofstraße (also von unten) erreichbar wäre, während der große Rest über die Ruhe-Christi-Straße erschlossen würde. Zum entscheidenden Problem könnte werden, dass „eine Grenzbebauung“ nötig wäre, also ein direkter Anbau an das Nachbar-Grundstück – und das mit einer Höhe von 12,75 Meter. Ob die Grundstücks-Eigentümer einverstanden wären, ist bisher nicht geklärt.
    • Variante B: Ursprünglich hatte sich der Gemeinderat wegen zu hoher Kosten gegen eine Verlegung der Ruhe-Christi-Straße in Richtung Villa Duttenhofer ausgesprochen. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass die ENRW, eine städtische Tochter, an dieser Stelle die Wasser-, Gas-, Beleuchtungs- und Stromleitungen dringend erneuern muss, so dass man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte.  In diesem Fall würden in dem Parkhaus 114 Stellplätze auf acht Geschossen entstehen. Real wären es allerdings lediglich 88, weil bei der Duttenhofer-Anlage gleichzeitig 26 wegfielen. Die Einfahrt ist für alle über die Ruhe-Christi-Straße und die Ausfahrt über die Bahnhofstraße geplant. Die vorgeschriebenen Grenzabstände könnten eingehalten werden. Die Höhe läge bei etwa elf Metern.
    • Variante B+ baut auf B auf. Ausnahmen: Hier würde das Parkhaus um drei Halbgeschosse auf 15 Meter Höhe nach oben ergänzt, so dass sich die Zahl der Stellplätze auf 158 und effektiv auf 132 erhöhen ließe.

    Die Kosten pro Stellplatz beliefen sich bei Variante A auf 27.800 Euro bei B auf 24.800 und bei Variante B+ auf 23.000 Euro. Allerdings sind dabei die Investitionen der ENRW nicht eingerechnet. Die Verlegung der Leitungen werden auf 57.400 Euro veranschlagt. Die Verlegung der Straße würde etwa 81.000 Euro erfordern.

    Im Bauausschuss waren sich die Stadträte nicht einig. Während sich Hermann Breucha (FWV) für B+ aussprach, schloss sich Günter Posselt (CDU) der Verwaltung an und plädierte für Variante A. Er gab vor allem zu bedenken, dass nicht vom Denkmalamt Bedenken gegen den Eingriff in die Duttenhofer-Anlahe zu erwarten wären, räumte aber ein: „Man kann es auch anders sehen.“

    Das zeigte das ganze Dilemma auf: Es ist nicht klar, wie das Denkmalamt reagiert, und es ist auch nicht klar, wie die Nachbarn bei der Variante A reagieren würden. Der OB ließ dann, selbst einigermaßen unentschlossen, noch abstimmen. Das Ergebnis war fast ein Patt: Fünf Gemeinderäte stimmten für A, vier für B und drei enthielten sich.

    Jetzt soll der Gemeinderat an diesem Mittwoch (17 Uhr) auf der Grundlage zusätzlicher Fakten entscheiden.

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