Hier soll das neue Parkhaus hin: Das Grundstück Bahnhofstraße 1. Foto: Peter Arnegger

Ein Park­haus hin­ter der Dut­ten­ho­fer Vil­la in Rott­weil ist seit Mona­ten beschlos­se­ne Sache. Doch jetzt, da es an die Rea­li­sie­rung geht, offen­bart sich das Dilem­ma: Die Ver­hält­nis­se auf dem Bau­platz in der Bahn­hof­stra­ße 1 sind der­art beengt, dass die Fra­ge im Raum steht, ob die Ruhe-Chris­ti-Stra­ße um ein paar Meter ver­schwenkt (ver­legt) wer­den soll.

In der jüngs­ten Sit­zung des  Bau­aus­schus­ses waren die Mei­nun­gen geteilt. Zur Dis­kus­si­on ste­hen drei Model­le:

  • Vari­an­te A bie­tet ins­ge­samt 100 Stell­plät­ze auf fünf Geschos­sen. Die Beson­der­heit ist, dass das unters­te Park­deck nur über die Bahn­hof­stra­ße (also von unten) erreich­bar wäre, wäh­rend der gro­ße Rest über die Ruhe-Chris­ti-Stra­ße erschlos­sen wür­de. Zum ent­schei­den­den Pro­blem könn­te wer­den, dass „eine Grenz­be­bau­ung“ nötig wäre, also ein direk­ter Anbau an das Nach­bar-Grund­stück – und das mit einer Höhe von 12,75 Meter. Ob die Grund­stücks-Eigen­tü­mer ein­ver­stan­den wären, ist bis­her nicht geklärt.
  • Vari­an­te B: Ursprüng­lich hat­te sich der Gemein­de­rat wegen zu hoher Kos­ten gegen eine Ver­le­gung der Ruhe-Chris­ti-Stra­ße in Rich­tung Vil­la Dut­ten­ho­fer aus­ge­spro­chen. Inzwi­schen hat sich aber her­aus­ge­stellt, dass die ENRW, eine städ­ti­sche Toch­ter, an die­ser Stel­le die Was­ser-, Gas-, Beleuch­tungs- und Strom­lei­tun­gen drin­gend erneu­ern muss, so dass man zwei Flie­gen mit einer Klap­pe schla­gen könn­te.  In die­sem Fall wür­den in dem Park­haus 114 Stell­plät­ze auf acht Geschos­sen ent­ste­hen. Real wären es aller­dings ledig­lich 88, weil bei der Dut­ten­ho­fer-Anla­ge gleich­zei­tig 26 weg­fie­len. Die Ein­fahrt ist für alle über die Ruhe-Chris­ti-Stra­ße und die Aus­fahrt über die Bahn­hof­stra­ße geplant. Die vor­ge­schrie­be­nen Grenz­ab­stän­de könn­ten ein­ge­hal­ten wer­den. Die Höhe läge bei etwa elf Metern.
  • Vari­an­te B+ baut auf B auf. Aus­nah­men: Hier wür­de das Park­haus um drei Halb­ge­schos­se auf 15 Meter Höhe nach oben ergänzt, so dass sich die Zahl der Stell­plät­ze auf 158 und effek­tiv auf 132 erhö­hen lie­ße.

Die Kos­ten pro Stell­platz belie­fen sich bei Vari­an­te A auf 27.800 Euro bei B auf 24.800 und bei Vari­an­te B+ auf 23.000 Euro. Aller­dings sind dabei die Inves­ti­tio­nen der ENRW nicht ein­ge­rech­net. Die Ver­le­gung der Lei­tun­gen wer­den auf 57.400 Euro ver­an­schlagt. Die Ver­le­gung der Stra­ße wür­de etwa 81.000 Euro erfor­dern.

Im Bau­aus­schuss waren sich die Stadt­rä­te nicht einig. Wäh­rend sich Her­mann Breu­cha (FWV) für B+ aus­sprach, schloss sich Gün­ter Pos­selt (CDU) der Ver­wal­tung an und plä­dier­te für Vari­an­te A. Er gab vor allem zu beden­ken, dass nicht vom Denk­mal­amt Beden­ken gegen den Ein­griff in die Dut­ten­ho­fer-Anla­he zu erwar­ten wären, räum­te aber ein: „Man kann es auch anders sehen.“

Das zeig­te das gan­ze Dilem­ma auf: Es ist nicht klar, wie das Denk­mal­amt reagiert, und es ist auch nicht klar, wie die Nach­barn bei der Vari­an­te A reagie­ren wür­den. Der OB ließ dann, selbst eini­ger­ma­ßen unent­schlos­sen, noch abstim­men. Das Ergeb­nis war fast ein Patt: Fünf Gemein­de­rä­te stimm­ten für A, vier für B und drei ent­hiel­ten sich.

Jetzt soll der Gemein­de­rat an die­sem Mitt­woch (17 Uhr) auf der Grund­la­ge zusätz­li­cher Fak­ten ent­schei­den.