Auf großes Interesse stieß am Montagabend die Bürgerinformation zur Landesgartenschau-Bewerbung im Sonnensaal des Mehrgenerationenhauses Kapuziner. Foto: pm

ROTTWEIL – „Höher.Grüner.Weiter.“ lau­tet das Mot­to der Bewer­bung der Stadt Rott­weil um die Lan­des­gar­ten­schau. Das Kon­zept spricht die Bür­ger an, macht neu­gie­rig und krea­tiv. Das zeig­te das gro­ße Inter­es­se an der Info­ver­an­stal­tung am Mon­tag­abend im „Son­nen­saal“ des Kapu­zi­ners in Rott­weil mit rund 250 Teil­neh­mern. Schnell füll­ten sich die Rei­hen, zusätz­li­che Stüh­le wur­den eilig her­bei­getra­gen. Ein gutes Zei­chen: die Rott­wei­ler sind dabei.

Die Lan­des­gar­ten­schau ist für unse­re Stadt das rich­ti­ge Pro­jekt zur rich­ti­gen Zeit“, beton­te Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Die Lan­des­gar­ten­schau kön­ne die Initi­al­zün­dung für einen inte­grier­ten Stadt­ent­wick­lungs­pro­zess sein. Mit der geplan­ten Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt, dem Test­turm und der Fuß­gän­ger-Hän­ge­brü­cke habe man Pro­jek­te auf den Weg gebracht, die für Dyna­mik sor­gen. Es gehe aber auch dar­um, dass die Stadt nicht hem­mungs­los wach­se, son­dern sich nach­hal­tig ent­wick­le, so Broß. Die Bewer­bung for­de­re auf, die Stadt zehn Jah­re im Vor­aus zu den­ken, „zu über­le­gen wo die Rei­se hin­geht und wo wir im Jahr 2028 ste­hen wol­len“. 

Wo die Rei­se mit der Lan­des­gar­ten­schau hin­ge­hen könn­te, stell­ten Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf und der  Land­schafts­pla­ner Johann Sen­ner vom Pla­nungs­bü­ro „Plan­statt Sen­ner“ in Über­lin­gen vor. Bei­de führ­ten mit Vor­her-Nach­her Bil­dern ein­drück­lich vor Augen, wie sich die Stadt in zehn Jah­ren prä­sen­tie­ren könn­te und wo es Hand­lungs­be­darf gibt. So ste­hen die nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Nah­erho­lungs­ge­bie­te und die Stär­kung des öko­lo­gi­schen Her­zens der Stadt an ers­ter Stel­le. Es sei nun die Auf­ga­be, der Bewer­tungs­kom­mis­si­on, die am 18. April zu Gast sein wird, zu zei­gen, wo es Defi­zi­te gibt, beton­te Dr. Chris­ti­an Ruf.

Bei­spiels­wei­se sei der Grün­gür­tel, der einst um die Stadt ging, vor allem am Näge­les­gra­ben kaum noch zu erah­nen. Hier gebe es deut­li­chen Hand­lungs­be­darf, eben­so an der Dreher‘schen Müh­le. Sehr ein­drück­lich stell­te Sen­ner den Neckar­park beim ehe­ma­li­gen Gas­werk vor. Den Neckar hier wie­der erleb­bar zu machen, sei eines der gro­ßen Zie­le. Auch ein zusätz­li­cher Hal­te­punkt der Bahn mit bar­rie­re­frei­em Zugang zur Stadt wird ange­strebt. Ein durch­ge­hen­der Rad­weg am Neckar ent­lang steht eben­falls auf dem Plan. „Ein Neckar­strand könn­te die Stadt ele­men­tar nach vor­ne brin­gen. Aber wir möch­ten die Lan­des­gar­ten­schau auch in die Stadt hin­ein­tra­gen“, sag­te Sen­ner.

Bür­ger­meis­ter Ruf sprach auch das Aus­stel­lungs­kon­zept an. Die ältes­te Stadt Baden-Würt­tem­bergs könn­te Zeit­rei­sen durch die Geschich­te des Gar­ten­baus bie­ten, viel­leicht auch eine Rott­wei­ler Hun­de­s­chau und aller­lei gas­tro­no­mi­sche Ange­bo­te. Eben­so dür­fen sich die Bür­ger auf Kon­zer­te, Kunst­aus­stel­lun­gen, Märk­te und wei­te­res freu­en.

Wie posi­tiv sich eine Stadt durch eine Lan­des­gar­ten­schau ver­än­dern kann, zeig­te im Anschluss Man­fred Mai­le, der Geschäfts­füh­rer der Lan­des­gar­ten­schau in Schwä­bisch Gmünd, auf: „Die Lan­des­gar­ten­schau war ein Glücks­fall für unse­re Stadt“, schwärm­te Mai­le, wo die Lan­des­gar­ten­schau 2014 statt­fand. Die Stadt habe davor gro­ße Pro­ble­me gehabt. Rück­läu­fi­ge Ein­woh­ner­zah­len, sowie mas­si­ven Sanie­rungs- und Moder­ni­sie­rungs­stau. „Da muss­te eine Idee her.“ Und die Idee Lan­des­gar­ten­schau kam an.

Wich­tig ist, dass bei einer Lan­des­gar­ten­schau die gan­ze Regi­on ein­ge­bun­den ist. Der Land­kreis, die Kom­mu­nen und der Han­del“, so Mai­le. In Schwä­bisch Gmünd habe man über den Zuschuss von fünf Mil­lio­nen Euro für die Lan­des­gar­ten­schau wei­te­re 15 Mil­lio­nen an öffent­li­chen Gel­dern für beglei­ten­de Maß­nah­men mobi­li­sie­ren kön­nen. „Wir haben noch ganz vie­le ande­re För­der­töp­fe ange­zapft.“ Dass die Lan­des­gar­ten­schau der Stadt ein ganz neu­es Gesicht gege­ben und zahl­rei­che Nah­erho­lungs­an­ge­bo­te ermög­licht hat, das zeig­te er anhand zahl­rei­cher Bil­der.

Beim anschlie­ßen­den „Markt der Infor­ma­tio­nen“, bei dem neben der Stadt­ver­wal­tung auch die Loka­le Agen­da 21, das Bür­ger­fo­rum Per­spek­ti­ven Rott­weil und der Gewer­be- und Han­dels­ver­ein prä­sen­tiert waren, star­te­te auch die Akti­on „Bring es auf den Punkt“. Auf run­de Auf­kle­ber konn­ten die Besu­cher ihre Ide­en schrei­ben und die­se dann auf die grü­ne Akti­ons­wand kle­ben. „Wenn wir die Jury im April durch die Stadt füh­ren, wer­den wir an der Akti­ons­wand Halt machen, damit deut­lich wird, wie viel­fäl­tig und krea­tiv die Rott­wei­ler mit dem The­ma Lan­des­gar­ten­schau umge­hen“, so Broß.

INFO: Die Ent­schei­dung, ob Rott­weil den Zuschlag erhält, soll im Som­mer in Stutt­gart fal­len. Bis dahin wer­den Ver­wal­tung und Akti­ons­grup­pen wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen anbie­ten. So spricht am 19. April der Zukunfts­for­scher Mat­thi­as Horx auf Ein­la­dung der Stadt­ver­wal­tung in der Stadt­hal­le, zwei Tage spä­ter fin­det am 21. April ein Bür­ger­dia­log zum The­ma nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung im Rah­men der Loka­len Agen­da 2030 im Kapu­zi­ner statt. Mehr unter www.rw2028.de und auf www.facebook.de/rw2028.