Bei den Bundesjugendspiele im Geräteturnen an der Eichendorffschule gig es nichtd arum der Beste zu sein, sondern besser als gestern. Fotos: pm

ROTTWEIL – Wenn sich für einen Moment die Kon­zen­tra­ti­on bün­delt und das Gehirn die gelern­ten Anwei­sun­gen in den Kör­per sen­det, dann hüpft das Herz der Sport­leh­rer. Wenn sich im Schluss­stand die­ses klei­ne Lächeln aus einer Por­ti­on Freu­de und einer Por­ti­on Stolz im Gesicht der klei­nen Tur­ne­rin­nen und Tur­ner aus­brei­tet, dann sind die Punk­te unwich­tig.

Das Üben hat sich gelohnt, für jeden. Nein, hier erin­nert nichts mehr an die blau­en Fle­cken, die man sich frü­her oft hol­te beim Bar­ren­tur­nen. Nicht, dass es ganz ohne Bles­su­ren geht, aber mit einer guten Vor­be­rei­tung kann man sie wei­test­ge­hend ver­mei­den. Ein Drit­tel Deh­nen, ein Drit­tel Kräf­ti­gung, ein Drit­tel Üben der Turn­übun­gen: Seit Okto­ber trai­nier­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Eichen­dorff­schu­le für die Bun­des­ju­gend­spie­le im Gerä­te­tur­nen.

Mit küh­nem Mut aus sei­nem Bett, schwingt sich der Tur­ner Hop­pen­stedt – mit die­sem Zitat von Wil­helm Busch wird unter den Wer­tungs­rich­tern per Whats­App und dann wie­der­holt in der noch dunk­len Turn­hal­le beim Auf­bau gewit­zelt. Nach­dem die Kin­der, die klas­sen­wei­se in die Turn­hal­le kom­men, ihr Auf­wärm­trai­ning gezeigt haben, wer­den in einer ruhi­gen Atmo­sphä­re vol­ler Wohl­wol­len die gelern­ten Übun­gen am Boden, Reck und Schwe­be­bal­ken und beim Sprung geturnt.

Die Wor­te und das Know­how von Hel­mut Fren­ger und die jah­re­lan­ge Erfah­rung von Roland Stimm­ler, die die Sport­leh­re­rin­nen an den bei­den Wett­kampf­ta­gen ehren­amt­lich unter­stüt­zen, tra­gen viel zu die­ser ange­nehm ent­spann­ten Situa­ti­on bei.

Die meis­ten Kin­der hal­ten die Ruhe gut aus, vie­le genie­ßen sie sehr. Da ist es leicht, die paar weni­gen Kin­der, die ihre Anspan­nung nicht aus­hal­ten, mit ein paar Bli­cken oder Wor­ten wie­der ins Boot zu holen. Es wäre aller­dings nicht fair zu ver­schwei­gen, dass es heu­te wie frü­her auch zwei­mal pro Tag eine stren­ge­re Ansa­ge an Ein­zel­ne braucht.

Die Mit­ein­an­der­übung am Schluss ist für die Kin­der noch ein­mal ein High­light. Sie gefällt allen, auch wenn (oder gera­de weil) sie beson­ders schwer ist. Bei Schat­ten­hock­wen­de, Akro­ba­tik oder Rol­le vor­wärts gilt es nicht nur, tech­nisch sau­ber zu tur­nen, son­dern dies auch noch mög­lichst syn­chron mit den Team­mit­glie­dern zu tun. Nur wer sich hier gut auf sei­ne Kol­le­gen ein­stellt, kann die vol­le Punkt­zahl absah­nen. Dies fällt vie­len nicht leicht, aber bei der Zusam­men­ar­beit im Team schei­tern ja oft auch die Erwach­se­nen.