Das Wachstum der Metropolen, ThyssenKrupps Antwort darauf, und der Schnittpunkt des Ganzen: Rottweil

Rottweil (pm/gg). Immer mehr Menschen zieht es aus ländlichen Gebieten in die Städte – bis ins Jahr 2050 werden dort mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung leben. Nach einem Bericht des McKinsey Global Institute steigt die Geschossfläche von Gebäuden dadurch allein bis 2025 um schätzungsweise 85 Prozent. Wie schafft man es, alle Menschen möglichst effizient, schnell, sicher und komfortabel von A nach B zu bringen? Die Lösungen dazu entstehen bald in Rottweil – im Testturm von ThyssenKrupp. Dringend notwendig, seien sie, so das Unternehmen – das sich aktuell auch stark im asiatischen Raum engagiert.

Die Testturm-Baustelle aus der Luft.
BILDERGALERIE: Neue Fotos von der Testturm-Baustelle. Fotos: Sven Haberer

Die 246 Meter hohe Rottweiler Konstruktion werde dem Test sowie der Zertifizierung von Aufzugsinnovationen dienen und so zu erheblichen Verkürzungen der Entwicklungszeit künftiger und bereits in der Konstruktionsphase befindlicher Wolkenkratzer auf der ganzen Welt beitragen, erklärt ThyssenKrupp dazu. Mit zwölf Schächten und Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 18 Metern pro Sekunde biete der Turm „nie dagewesene Möglichkeiten zur Lösung kommender Herausforderungen“, so das Unternehmen. Drei Schächte davon sind für den seillosen MULTI-Aufzug vorgesehen, einem System, bei dem sich die Kabinen unabhängig voneinander im selben Schacht bewegen. Das Mehrkabinenaufzugssystem soll in Rottweil zur Marktreife gebracht werden.

ThyssenKrupp Testtower Rottweil: Erster Überflug über die Baustelle. Video: Sven Haberer

Deshalb wird auf der Testturmbaustelle (Bildergalerie) auf dem Berner Feld bereits fleißig gearbeitet. Ein pausenloser Prozess: Beim Bau setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben „auf die erste Wahl für die Errichtung von Türmen – die Gleitschalungskonstruktion.“ Sie werde mitsamt den Arbeitsplattformen an Gleitstangen hochgezogen und wachse dank mehreren Hydraulikhebern mit dem Turm. Während des „Gleitens“ werden die üblichen Arbeitsschritte wie Betonieren, Bewehren und Nachbehandeln des Betons nie unterbrochen.

Bis zu 100 Ingenieure arbeiten nach Angaben des Unternehmens an „einem der spannendsten Bauvorhaben Deutschlands, das mittlerweile im Drei-Schicht-Betrieb gebaut wird. Zum Einsatz kommen unter anderem 15.000 Kubikmeter Beton, 200 Felsnägel und 2640 Tonnen Stahl.

Der Turm symbolisiert als Bauwerk des technologischen Zeitalters die Ingenieurkunst von ThyssenKrupp – er steht als öffentliches Symbol aber ebenso für die Stadt Rottweil und daher im Dialog mit ihren historischen Kirch- und Wehrtürmen aus dem Mittelalter.

Aus einem Unternehmensprospekt von ThyssenKrupp

Nobelkarossen vor projektierter Skyline: der Jinyu-New-World-Complex in Hohhot. Bild: ThyssenKrupp
Nobelkarossen vor projektierter Skyline: der Jinyu-New-World-Complex in Hohhot. Bild: ThyssenKrupp

Zugleich meldet ThyssenKrupp, die regionale Präsenz im asiatischen Raum ausbauen zu wollen. Hohhot, Hauptstadt der Inneren Mongolei, folge dem chinesischen Trend der zunehmenden Urbanisierung: Ein massiver Zuwachs der derzeit drei Millionen Einwohner wird dort erwartet.

Mit der Inneren Mongolei, die sich über rund zwölf Prozent des gesamten chinesischen Festlands erstreckt, verbindet man endloses Weideland unter strahlend blauem Himmel. Doch der Reichtum an natürlichen Ressourcen in der Region führt zu einem tief greifenden Wandel in der ehemals entlegenen Region: Erst kürzlich wurde die Entwicklung von vier Windenergieprogrammen beschlossen. Chinas Regierung hat Berichten zufolge über 490 Millionen Yuan, umgerechnet rund 70 Millionen Euro, in den Bau von ‚Modellstädten‘ investiert, in denen die Bewohner den Komfort von zentralen Heizungssystemen, der Anbindung an eine moderne Frischwasserversorgung und gehobenen sanitären Einrichtungen genießen können.

Der in China vorherrschende Trend zur Urbanisierung gilt auch für Hohhot: Seit den 80er Jahren stieg die Bevölkerungszahl von rund 700.000 auf heute drei Millionen Einwohner. Dieser Anstieg führte zu einem Boom der Baubranche und einer umfassenden städtebaulichen Entwicklung – inklusive dem neuen Jinyu New World Complex.

„Wir arbeiten auch in diesem Fall eng mit dem Kunden zusammen, um die Herausforderungen eines Projekts dieser Größenordnung gemeinsam bis zur Fertigstellung im Mai 2015 zu meistern“, so Jürgen Böhler, CEO von ThyssenKrupp Elevator in China. „Unsere Aufzüge sind individuelle Lösungen, die für das Gebäude sowie die besonderen Wetterbedingungen in der Inneren Mongolei maßgefertigt sind.“

Die wachsende Nachfrage nach hochwertigen und multifunktionalen Gebäuden in Städten wie Hohhot bieten beste Geschäftsmöglichkeiten für Aufzugshersteller in China. ThyssenKrupp Elevator wird seine Präsenz im Land von derzeit 220 auf rund 250 Niederlassungen bis 2016 erweitern. Damit ist das Unternehmen in jeder chinesischen Millionenstadt vertreten. Mit einer Bevölkerungszahl von deutlich über einer Milliarde Menschen und bedingt durch eine beispiellose Urbanisierung verfügt China derzeit über den weltweit größten Aufzugsmarkt mit einem geschätzten Volumen von 15 Milliarden Euro.

 

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