Den Blick auf die Welt schärfen

ROTTWEIL -Schüler des Gestalterzuges des technischen Gymnasiums in der Erich-Hauser-Gewerbeschule besuchten kürzlich die World Press Photo Ausstellung in Balingen.

Hilflos blickt man auf eines der in Balingen ausgestellten Fotos der World Press Photo Ausstellung: Die kleine Taif Fares liegt in einem Krankenhausbett in Aden im Jemen. Viele Kabel führen zu ihrem schmalen Körper. Doch ihr Mund liegt frei, weit aufgerissen. Sie schnappt vergeblich nach Luft. Das Krankenhaus bekommt keinen Sauerstoff mehr geliefert. Wenige Tage nach Entstehung des Fotos stirbt Taif.

Darf ein solches Foto gemacht werden? Darf es prämiert und in einer Ausstellung zur Schau gestellt werden? Darf es auf seine Ästhetik hin untersucht werden? Damit setzen sich die Schüler während der Führung durch die Ausstellung mit Walter Bleibel und Boris Retzlaff auseinander – und sind sich einig, dass Unrecht fotografiert werden muss, um von einer Weltöffentlichkeit wahrgenommen werden zu können.

Durch Hinschauen verstehen. Darum geht es den Fotojournalisten, die in festgehaltenen Augenblicken das Schicksal einzelner und vieler dokumentieren. Um vor Augen zu führen, um aufzurütteln. Auch durch positive Momente, die Willensstärke und Schönheit festhalten.

Die REVOLTE! in der Schwelhalle in Frommern zeigt ebenfalls Willensstärke und Aufbegehren. Hier sind die Werke der Graffiti-Künstlers WON ABC und Cowboy 69 ausgestellt. Skadi Türke-Pekdag führt durch die Ausstellung, zeichnet dabei die Geschichte der Graffiti-Szene nach und weist auf die Besonderheiten einzelner Werke hin, die sich stets mit gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinandersetzen.

Zum Abschluss werden die TGG-1-Schüler dann selbst zu Schaffenden, die sich (un)geübt ans Sprayen verschiedener Motive machen.

 

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