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Donnerstag, 2. Juli 2020
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    Der „große Tag für Rottweil“ hinterlässt noch ein paar Fragen

    Am Sonntag kurz nach 18.30 Uhr, als alles vorbei und entschieden ist, steigt Oberbürgermeister Ralf Broß aufs Podium vorm alten Rathaus und stellt unter dem Applaus der zahlreichen Bürger fest: „Das ist ein großer Tag für Rottweil. Der Bürgerentscheid hat ein eindeutiges Ergebnis gebracht. Die Brücke kann gebaut werden. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.“ Wirklich nicht? Zwar haben die Befürworter klar mit 71,6 zu 28,4 Prozent gewonnen. Aber damit ist das letzte Wort noch längst nicht gesprochen.

    Am Freitag, zwei Tage vor der Wahl, wächst die (An-)Spannung. Die SPD-Gemeinderatsfraktion mit ihren drei Mitgliedern vollzieht zur allgemeinen Verwunderung die komplette Wende. Plötzlich werden aus Brücken-Befürwortern Brücken-Gegner. Die Begründung: Erstens halte sich Günter Eberhardt, der Investor, nicht an den vom Gemeinderat beschlossenen Korridor der Andockstelle im Bockshof. Zweitens weigere er sich, die Stadt an den Einnahmen zu beteiligen und für Rottweiler, drittens, einen ermäßigten Eintrittspreis zu gewähren. Die erste Reaktion von Eberhardt fällt original oberschwäbisch aus: „Jo, was isch jetz au dees?” Dann stellt er klar, dass er sich mit seinen vorläufigen Plänen sehr wohl im Korridor befinde. Es kommt die Frage auf, warum ein Mann, der in dieser Stadt sechs Millionen Euro investiere und ein nicht unerhebliches Risiko eingehe, noch weitere Geschenke verteilen soll. Und immer mehr wundern sich, wie man in Rottweil – unabhängig von der SPD – mit Investoren umgeht.

    SPD-Stadtrat Ralf Armleder erklärt auf Anfrage, den Ausschlag hätten letztlich die Bedenken des Landesdenkmalamtes bei der Bürgerversammlung gegeben. Er macht deutlich, dass ihm die in Rottweil um sich greifende „Goldgräberstimmung“ langsam ungeheuer wird. Zudem würde den Investoren immer größere Zugeständnisse gemacht.

    Freude: OB Broß, Bürgermeister Ruf (Mitte) und Investor Eberhardt (rechts). Foto: Ralf Graner

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    Zwei Tage später. Das Ergebnis steht fest. Oberbürgermeister Broß wirkt wie befreit. Es ging ja nicht nur um das dritte Jahrhundert-Projekt nach Gefängnis und Turm binnen weniger Jahre, es ging indirekt auch um die Wiederwahl von Broß. Wenn ein namhafter Kandidat je noch mit dem Gedanken gespielt haben sollte, sich zu bewerben, dann musste er auf einen Dämpfer für Broß beim Bürgerentscheid hoffen.

    Der blieb aus, und damit haben sich wohl die Ambitionen der Freien Wähler auf ernsthafte Konkurrenz für den OB erledigt. Sie hielten sich im Wahlkampf – anders als noch beim Gefängnis mit Walter Stegmann an der Spitze – ohnehin auffallend zurück, derweil CDU, FDP und teilweise auch die Grünen offensiv für die Brücke warben.

    Etwas abseits der fröhlichen Menge: die Brückengegner Werner Fischer (Mitte) und Dr. Winfried Hecht im Interview mit dem SWR. Später lassen sich die Beiden bei der Siegesfeier im Café Lehre sehen. Foto: Ralf Graner

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    Winfried Hecht und Werner Fischer von der Bürgerinitiative Rottweil ohne Hängebrücke stehen an diesem Sonntagabend etwas abseits der großen Menge, die den Sieg feiert. Während Fischer noch versucht, die Schlacht des Wahlkampfs weiterzuführen und beschreibt, wie schlimm das alles werde, wenn die Brücke kommt, hält sich Hecht keine Sekunde damit auf. Er akzeptiert das Ergebnis mit fast heiterer Gelassenheit, im besten demokratischen Stil, sagt „Meine Enttäuschung ist gar nicht so groß“ und wendet sich sogleich der Zukunft zu. Und da sieht Hecht durchaus Lichtzeichen am Horizont. „Es sind noch viele Fragen offen“, sagt er und deutet an, dass er vor allem auf das Denkmalamt setzt, dass aber auch betroffene Hausbesitzer darüber nachdenken würden, „die Gerichtsbarkeit“ anzurufen.

    Da kommt Investor Günter Eberhardt auf Hecht zu, nicht in Siegerpose, eher zurückhaltend. Er gibt dem Widersacher die Hand und lädt ihn ein auf ein Bier im Café Lehre. Hecht weicht aus, mag nicht zusagen, versichert aber, es gehe ihm um die Sache, nicht um Persönliches.

    Eberhardt hatte sich ein Ergebnis von 80 zu 20 gewünscht, sagt aber jetzt, er sei damit „total zufrieden“. Jetzt werde man zunächst mit Probebohrungen für die geplanten Pfeiler beginnen. Und dann sagt Eberhardt noch: „Wir sind kompromissbereit.“

    Dankes-Anzeige der Brückenbauer in der NRWZ zum Wochenende.

    Welch ein Unterschied zum Beginn. Günter Eberhardt war voller Euphorie nach Rottweil gekommen, wollte eine 850 Meter lange Brücke bauen. Man stellte ihm in Aussicht, bis Juni – wohlgemerkt 2016 – die Baugenehmigung zu bekommen. Dann musste er einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken und viele Scharmützel bestehen. Zwei Grundstückseigentümer bei der geplanten Andockstelle am Schafswasen stellten sich quer und ein Anlieger drohte, er werde notfalls bis zur letzten Instanz klagen.

    Eberhardt verhandelte geduldig, doch als er die Aussichtslosigkeit erkennen musste, plante er um und entschied sich für eine kürzere Trasse von 606 Meter, was nach jetzigem Stand immer noch die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt wäre.

    Einer der Grundstücksbesitzer, die Eberhardt Planung und Leben schwer machen, ist Professor Kurt Schellenberg, der langjährige Stadtrat der Freien Wähler. Er wolle eine alte Rechnung mit der Stadtverwaltung begleichen und schalte deshalb auf stur, ist seit Wochen ein Tuschelthema in der Stadt. Auf Anfrage erklärt Schellenberg, er habe damals das Grundstück gekauft, um es bebauen zu können. Das habe ihm die Stadt verwehrt. Deshalb sei jetzt zunächst die Verwaltung am Zug, sie müsse Baurecht schaffen. Erst dann bestehe eine Basis, um weiter mit dem Investor zu verhandeln.

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    Bürgermeister Dr. Christian Ruf erklärt auf Anfrage, die Stadt werde Baurecht für die Hängebrücke schaffen, wenn sich der Investor und der Grundstücksbesitzer einigen. Das klingt nach einem Patt.

    Günter Eberhardt kämpft mittlerweile seit mehr als einem Jahr gegen unterschiedliche Widerstände in Rottweil. Er hat bisher nach Angaben von Roland Haag, seinem kaufmännischen Chef und Projektleiter der Hängebrücke, rund 150.000 Euro ausgegeben, ohne dass auch nur ein einziger Stein umgedreht worden wäre. Für die lange Trasse bräuchten sie auch den Steinbruch am Schafwasen und damit das Ja von Eigentümer Benedikt Becker. Aber auch da hakt’s gewaltig. „Wir müssen irgendwann zu einer Lösung kommen“, sagt Haag. Und so sind sie entschlossen, an den Plänen für die 606-Meter-Variante festzuhalten. Notfalls seien sie jederzeit so variabel, um später zu verlängern.

    Das ist allerdings noch die geringste Unwägbarkeit. Ungleich schwerer wiegen andere Zweifel und Fragen:

    • Kann das Denkmalamt die Brücke stoppen?
    • Ziehen Anwohner wirklich vor Gericht und welche Chancen haben sie?
    • Welche Gefahren birgt das Bebauungsplanverfahren für den Investor?

    Auch die Rottweiler Stadtverwaltung bedankt sich.

    Doch zunächst wird gefeiert. Erst einmal hat Günter Eberhardt für diesen historischen Sonntagabend – unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids – das Café Lehre freigehalten. Eine Stunde nach der Rede des OB ist es rappelvoll, fast nur mit Befürwortern. Dann treten, unvermittelt, zwei Gegner ein: Dr. Winfried Hecht und Werner Fischer. Es wird mehr als eine kurze Stippvisite. Hecht ist dem Vernehmen nach ziemlich lange in Gespräche mit den Befürwortern vertieft. Auch wegen dieser kleinen, aber alles andere als selbstverständlichen Geste mit großer Wirkung ist es „ein großer Tag für Rottweil.”

     

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    3 Kommentare

    1. Für mich immer noch die größte Frage: Was machen die „Drunterlieger“? Hat der Investor da schon alle im Boot? Was ist mit der „Anlegestelle“ auf der Turmseite? Hat er da die Grundstücke schon? Alles Fragen zu denen es nciht einmal ansatzweise eine Auskunft gibt, bzw geben kann, da ja noch nicht einmal die Trasse in Ansätzen festliegt. Und es reicht ein Anlieger, bzw „Drunterlieger“ der sich querstellt um das ganze Projekt zum scheitern zu bringen. Denn ein öffentliches Interesse dürfte hier nicht vorliegen. Und ganz ehrlich gesagt eine solche Brücke wollte ich weder über noch neben meinem Grundstück.

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      • Die Drunterlieger sitzen in einem Industriegebiet. Wer bewusst dort baut um Geld zu sparen der hat dann auch keine Einspruchsrechte.

        • Hallo Herr Henz, ich bezweifle mal ob ihre, sagen wir mal etwas krude, Rechtsaufassung vor einem Gericht Bestand hat. Ich empfehle mal das BGB § 905. Und da die Brücke nicht so hoch ist, dass keine Beeinträchtigung entsteht, kann er die Nutzung verbieten. Egal ob Privat-oder Gewerbegrundstück.

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