Hildebrand Der schiefe Turmhelm wird mit einem elektronischen Tachymeter vermessen. Foto: Berthold

ROTTWEIL – Man­cher Pas­sant kam ins Grü­beln, als die Fach­in­ge­nieu­re der Fir­ma Oberg­fell ihr Ver­mes­sungs­ge­rät immer wie­der an ver­schie­de­nen Stel­len ums Müns­ter her­um auf den Turm aus­rich­te­ten. Der Grund dafür ist schnell erklärt.

Der Müns­ter­turm wur­de in den Jah­ren 2006–2008 von unten bis oben grund­le­gend reno­viert. Mes­sun­gen, die nach einem Brand 1833 am neu auf­ge­rich­te­ten Turm gemacht wur­den, erga­ben damals eine Abwei­chung der Spit­ze von 54 Zen­ti­me­ter, die sich inzwi­schen aber auf 137 Zen­ti­me­ter ver­grö­ßert hat­te.

Im Okto­ber 2006 stand der Kir­chen­ge­mein­de­rat von Hei­lig-Kreuz des­halb vor der Fra­ge, ob man einen Bau­scha­den kon­ser­vie­ren soll oder ob man dem Turm sei­nen Cha­rak­ter las­sen soll­te. Sta­ti­ker sag­ten, der Turm sei abso­lut sta­bil und eine wei­te­re Nei­gung sei in den Griff zu bekom­men. Der Rat hat dann ent­schie­den, dass der Turm schief blei­ben soll. In der Fol­ge wird er nun alle paar Jah­re ver­mes­sen, um Ver­än­de­run­gen früh­zei­tig fest­stel­len zu kön­nen.