Der Turm ist angezogen

Letztes Stück der Außenhaut am Aufzugtestturm von Thys­sen­-Krupp auf dem Berner Feld verschraubt

Das letzte Stück der Membran ist dran. Foto: pm

Heute ist das letzte Stück der Außenhaut am Aufzugtestturm von ThyssenKrupp auf dem Berner Feld verschraubt worden. Nach der Eröffnung der höchsten  Aussichtsplattform Deutschlands im Oktober ist nun auch das weltweit höchste Membranprojekt beendet. „Der Testturm trägt sein Kleidle und es sieht fabelhaft aus“, so eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag gut gelaunt in einer E-Mail an die „lieben Reporter, Redaktionen und Turmbeobachter.“

Die Fassade des 246 Meter hohen Turms aus Polytetrafluorethylen (PTFE)-Glasgewebefaser gilt als derzeit höchstes Membranprojekt der Welt. Die Installation hat das gesamte Planungsteam vor besondere Herausforderungen gestellt: Für die Montage der Membran wurden besonders geschulte Monteure eingesetzt, die Zertifikate und Nachweise für Klettereinsätze in solchen Höhen besitzen. Bewegliche Arbeitsplattformen waren am Testturm im Einsatz, auf denen die Monteure sowohl die Außenfassade vermessen, als auch Abstandshalter und Rohre für die Konstruktion befestigt haben. Sie haben die Membran von oben nach unten in drei Abschnitten montiert. Durch den stufenweisen Übergang ist die Fassade im unteren Bereich annähernd blickdicht und wird nach oben hin durch das weitmaschigere Gewebe transparenter.

Die rund 17.000 Quadratmeter große Hülle aus dem polymerbeschichteten Glasfasergewebe verleiht dem Testturm für Aufzugsinnovationen sein finales Erscheinungsbild. Das Gewebe wurde in Bahnen von gut drei Metern Länge produziert und danach zu großen Membranfeldern verschweißt. Der hochkomplexe Werkstoff ist langlebig und nahezu selbstreinigend. Die Membran verleiht dem Turm nicht nur das gewisse Etwas, sondern schützt ihn auch vor intensiver Sonneneinstrahlung und reduziert die Eigenbewegung des Gebäudes, indem sie die Kräfte des Windes zerlegt. Die Hülle wurde bereits ausgiebig im Windkanal getestet und von einem unabhängigen Sachverständigenbüro zertifiziert.

Das Planungsteam von Taiyo Europe hat sich mit 29 Mitarbeitern eigens um die Fertigung und Montage der Membran gekümmert. Die Arbeit der Experten von Taiyo Europe, die schon den Millennium Dome in London, den Airport von San Francisco, den Deutschen Pavillon bei der Expo in Mailand oder die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart mit textiler Architektur ausgestattet haben, hat die Begeisterung in der Bevölkerung für den Testturm weiter gesteigert.

Der Forschungsbetrieb von thyssenkrupp hat planmäßig im Dezember 2016 begonnen, im Oktober 2017 wurde die Besucherplattform eröffnet. „Für thyssenkrupp Elevator spielt der Testturm in Rottweil eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung der globalen Innovationsstrategie, die eine entscheidende Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens hat“, so Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender von thyssenkrupp Elevator.

Info: Öffnungszeiten und Ticketpreise für die Besucherplattform hier.

 

 

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