Schlusschoral in Onna mit Corale Novantanove und CCR , Armin Gaus dirigiert, Ettore del Romano an der Orgel . Fotos: Heide Friederichs

ROTTWEIL (hf) – „Wachet auf,ruft uns die Stim­me” – mit dem sym­bol­träch­ti­gen Cho­ral von Johann Sebas­ti­an Bach beschlos­sen die bei­den Chö­re, Cora­le Novan­t­a­no­ve aus L’Aqui­la und Col­le­gi­um Can­torum Rott­weil eine drei­tä­gi­ge Kon­zert­rei­he in Piz­zo­li, L’Aqui­la und Onna. Der von bei­den Chö­ren gesun­ge­ne Cho­ral stand sym­bo­lisch für den Wie­der­auf­bau der zer­stör­ten Stadt L’Aqui­la nach dem Erd­be­ben 2009, für die Ver­tie­fung der Städ­te­part­ner­schaft und der Freund­schaft zwi­schen den Men­schen über die Musik.

Im August 2017 hat­te der Cora­le Novan­t­a­no­ve das Col­le­gi­um Can­torum Rott­weil zu sei­nem 30-jäh­ri­gen inter­na­tio­na­len Chor­fes­ti­val in L’Aqui­la ein­ge­la­den. Bei­de Chö­re tra­ten mit einem Pro­gramm geist­li­cher Musik in ver­schie­de­nen Kir­chen auf und wur­den in L’Aqui­la von den jewei­li­gen Gemein­den mit­ge­tra­gen. Für die Rott­wei­ler Orga­ni­sa­to­ren Lud­wig Koh­ler, Prä­si­dent von Amici del­l’Aqui­la und Stadt­bot­schaf­te­rin Hei­de Frie­de­richs, eben­so wie Dol­met­sche­rin Ursu­la Aich­hol­zer aus L’Aqui­la stand fest, dass das Abschluss­kon­zert in Onna in der dor­ti­gen restau­rier­ten Kir­che statt­fin­det.

Die Gemein­de Piz­zo­li wur­de von der ita­lie­ni­schen Stadt­bot­schaf­te­rin Danie­la Nehri­ni orga­ni­siert, das Haupt­kon­zert in L’Aqui­la in der Basi­li­ca di San Gui­sep­pe Arti­gia­no von der Asso­zia­cio­ne Musi­ca­le des Cora­le Novan­t­a­no­ve unter sei­nem Prä­si­den­ten Nemo Cer­a­so­li.

Obwohl die bei­den Chö­re in ihrer Grö­ße zunächst unter­schied­lich schie­nen – Novan­t­a­no­ve mit über drei­ßig Sän­ge­rin­nen und Sän­gern, dage­gen CC Rott­weil mit knapp der Hälf­te – pass­ten bei­de Chö­re mit ihrem Pro­gramm bes­tens zusam­men. Was der grö­ße­re Cora­le Novan­t­a­no­ve – der Name steht sym­bo­lisch für die 99 Kir­chen in L’Aqui­la – an Klang­fül­le unter sei­nem Chor­lei­ter Etto­re Maria del Roma­no her­aus­hol­te, konn­te der Lei­ter des CCR, Armin Gaus, mit feins­ter Klang­mo­del­lie­rung der weni­gen Stim­men gleich­set­zen.

Sein Pro­gramm erstreck­te sich über die Musik­epo­chen des Ita­lie­ner Orlan­do di Las­so, Mit­te des 16. Jahr­hun­derts über die Deut­schen G.A. Homi­li­us, Felix Men­dels­sohn-Bar­thol­dy bis zu J. G. Rhein­ber­ger, Anfang des 20. Jahrund­erts. Äußerst kon­zen­triert und homo­gen in der Stimm­la­ge führ­te Gaus, selbst mit­sin­gend, die ein­zel­nen  Stim­men into­na­ti­ons­si­cher, die Tem­pi stei­gernd und zurück­neh­mend, klang­vollendet die Schluss­pas­sa­gen aus­klin­gen las­send.

Ste­hen­der Bei­fall war den Gast­sän­gern in allen drei Kon­zer­ten sicher. Im  Haupt­kon­zert in L’Aqui­la trat der Cora­le Novan­t­a­no­ve zusätz­lich mit einer Har­fi­nis­tin und Sopra­nis­tin als Solis­ten auf; sein Pro­gramm reich­te von ortho­do­xen Gesän­gen über die Renais­sance bis zu anony­men Spi­ri­tu­els und einem tra­di­tio­nel­len Fes­ti­val Sanc­tus. Chor­lei­ter Etto­re del Roma­no gelang es aus dem gro­ßen Klang­kör­per abso­lu­te Reduk­ti­on der Stim­men in prä­zi­ser Aus­spra­che und Klang­schön­heit her­aus­zu­ho­len.

Der von bei­den Chö­ren gewal­tig gesun­ge­ne Bach­cho­ral beschloss in bei­den Orten, der Stadt L’Aqui­la und dem Dorf Onna, das Kon­zert­fes­ti­val, aber beson­ders für die deut­schen Chor­mit­glie­der bewe­gend war die spür­bar herz­li­che Auf­nah­me von den über die Musik zu Freun­den gewor­de­nen L’Aqui­la­ni.