DHG-Schüler erstmals zu Gast in Polen

DHG-Schüler waren zu Gast in Kamienna Góra. Foto: Kirschler

ROTTWEIL – Zum ers­ten Mal hat­ten 13 Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Dros­te-Hüls­hoff-Gym­na­si­ums in Rott­weil die Mög­lich­keit, an einem Aus­tausch mit einer pol­ni­schen Schu­le in Kami­en­na Góra (Lan­des­hut) in Nie­der­schle­si­en teil­zu­neh­men. Acht Tage lang durf­ten sie bei den gast­freund­li­chen Fami­li­en der Aus­tausch­part­ner woh­nen und den pol­ni­schen All­tag mit­er­le­ben.

Die Fahrt nach Polen wur­de von einem Zwi­schen­stopp in der schö­nen Stadt Dres­den unter­bro­chen, wo die deut­sche Grup­pe in Beglei­tung der Leh­rer  Kirsch­ler und Fröh­lich unter ande­rem den Zwin­ger und die Frau­en­kir­che besich­tig­ten. Der ers­te Abend in den pol­ni­schen Gast­fa­mi­li­en war bestimmt der auf­re­gends­te; die Schü­ler wur­den jedoch alle sehr freund­lich auf­ge­nom­men.

Am Frei­tag stand ein Besuch der baro­cken Klos­ter­an­la­ge von Krze­zów (Grüs­s­au) auf dem Pro­gramm, anschlie­ßend ging es zu den Häu­sern der Zwölf Apos­tel, wo die Aus­tausch­grup­pe eini­ges über die nie­der­schle­si­sche Web­tra­di­ti­on erfuhr und bei einem Work­shop auch selbst mit­ma­chen durf­te. Nach einem gemein­sa­men Mit­tag­essen in Kami­en­na Góra wur­de die Grup­pe vom Direk­tor der pol­ni­schen Part­ner­schu­le begrüßt und anschlie­ßend durch die Schu­le geführt. Am spä­te­ren Nach­mit­tag wur­den dann Vol­ley­ball und Bas­ket­ball gespielt oder gebowlt; das deut­sche Team unter­lag dem pol­ni­schen, aller­dings wird es beim Rück­be­such eine Revan­che geben.

Am Tag dar­auf gab es in der Schu­le gemisch­te Grup­pen­ar­bei­ten zu den The­men Polen und Deutsch­land, außer­dem wur­den krea­ti­ve Logos für den Aus­tausch ent­wor­fen. Spä­ter ging es dann in ein Muse­um über die nie­der­schle­si­sche Web­in­dus­trie, wo zu dem bereits ange­sam­mel­ten Wis­sen über die­se beson­de­re Tra­di­ti­on noch­mal neue Infor­ma­tio­nen hin­zu­ka­men. Der Nach­mit­tag stand den Schü­lern zur frei­en Ver­fü­gung mit den pol­ni­schen Gast­fa­mi­li­en.

Der Sonn­tag star­te­te mit einem Besuch in einem Minia­tur­mu­se­um, in dem vie­le nie­der­schle­si­sche Sehens­wür­dig­kei­ten, die im Lau­fe des Aus­tau­sches besucht wur­den, bestaunt wer­den konn­ten. Anschlie­ßend ging es mit einem Ses­sel­lift ein Stück weit auf den Berg Sniez­ka (Schnee­kop­pe), und nach einem anstren­gen­den Auf­stieg auf den Gip­fel wur­de die Aus­tausch­grup­pe von einer wun­der­schö­nen Aus­sicht über Nie­der­schle­si­en und Tsche­chi­en belohnt.

Am Mon­tag fuhr die deutsch-pol­ni­sche Grup­pe in ein Pan­ora­ma­mu­se­um über die Schlacht in Racla­wice. Danach besuch­te sie die Alt­stadt Wro­claws (Bres­lau) und durf­te von der Uni­ver­si­tät aus einen schö­nen Blick über die Stadt genie­ßen. Tags dar­auf begrüß­te der Bür­ger­meis­ter Kami­en­na Góras die deut­schen Gäs­te im Rat­haus, anschlie­ßend stand eine Füh­rung durch das Schloss von Ksiaz (Fürs­ten­stein) auf der Tages­ord­nung.

Die­ses Schloss ist das ältes­te Schle­si­ens und war für die Natio­nal­so­zia­lis­ten im Zwei­ten Welt­krieg als Teil des „Kom­ple­xes Rie­se“ ein wich­ti­ger Stand­ort. Im nicht fer­tig­ge­stell­ten und eben­falls zu dem „Kom­plex Rie­se“ gehö­ren­den Unter­grund­areal von Osow­ka bekam die Aus­tausch­grup­pe Ein­bli­cke in ein Pro­jekt der Natio­nal­so­zia­lis­ten im Eulen­ge­bir­ge. Der Ort erin­ner­te die Schü­ler an eine geheim­nis­vol­le Stadt unter Tage; sie war von KZ-Gefan­ge­nen für Sol­da­ten errich­tet wor­den.

Im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger „Gross Rosen“ bekam die deutsch-pol­ni­sche Grup­pe am Mitt­woch eine ein­drück­li­che Füh­rung durch die Über­res­te des Lagers. Anschlie­ßend ging es nach Jawor (Jau­er) zur Besich­ti­gung der Frie­dens­kir­che, ein Welt­kul­tur­er­be. Der Besuch der Burg­rui­ne in Bol­kow (Bol­ken­hain) bil­de­te das Ende des offi­zi­el­len Aus­tausch­pro­gramms.

Am Don­ners­tag hieß es Abschied neh­men von den neu­en Freun­den, was aber nicht all­zu schwer fiel, da die pol­ni­schen Schü­le­rin­nen und Schü­ler bereits zwei Wochen spä­ter den Rück­be­such ange­tre­ten wer­den. Auf der Rück­fahrt gab es noch einen Zwi­schen­stopp in der tsche­chi­schen Haupt­stadt Prag, wo ein Gang über die berühm­te Karls­brü­cke natür­lich nicht feh­len durf­te.