Die fünf­te Jah­res­zeit hat begon­nen. Aller­or­ten – wo eben schwä­bisch-ale­man­ni­sche Fast­nacht gefei­ert wird – zie­hen die Abstau­ber durch die Städ­te und Gemein­den Auch in Rott­weil hat am Mor­gen das Abstau­ben der Nar­ren­klei­der begon­nen. Die Abstau­ber sind durch den Nar­ren­meis­ter aus­ge­schickt wor­den. „Nar­ro Kugel­rund” Chris­toph Bech­told hat­te nicht nur mah­nen­de, auch eini­ge humo­ri­ge Wor­te parat. Vor allem für Wirt­schafts­för­de­rer André Lom­sky. Dem und der gan­zen Ver­wal­tung will Bech­told – als ehe­ma­li­ger Stadt­rat ein ech­ter Insi­der – die Pla­nung der Gar­ten­schau aus den Hän­den neh­men. 

Im Café Schäd­le sind die Abstau­ber am Mor­gen zusam­men gekom­men. Unter den Gäs­ten: Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf, bei­de schick im Bau­ern­kit­tel. Schor­le weiß-sau­er und Hefe­wei­zen­bier flos­sen, die Tag­wach­ka­pel­le spiel­te mun­ter auf. Und spä­ter, drau­ßen auf der Schäd­le-Pla­za, schick­te Nar­ren­meis­ter Chris­toph Becht­hold sei­ne Abstau­ber mit mah­nen­den Wort los – und das vor gro­ßem Publi­kum. Dicht gedrängt stan­den die Zuschau­er (und Nar­ren) zwi­schen Altem Rat- und Schäd­le­schem Kaf­fee­haus, und noch bis in die Obe­re Haupt­stra­ße hin­ein.

Zu den Hin­ter­grün­den die­ses Rott­wei­ler Brauch­tums gibt es hier viel zu lesen. Die viel­leicht schöns­ten Bil­der vom Aus­sen­den der Abstau­ber stam­men von unse­rem Foto­gra­fen Tho­mas Decker vom Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign: 

Und hier die Rede des Narrenmeisters:

Lie­be Bür­gers­leut von Rott­weil,
es ist end­lich wie­der soweit, wir haben eine neue Fas­nets­zeit.

Und bald sol­len wir auch eine Lan­des­gar­ten­schau haben. 2028 soll das dann soweit sein. Da sind heu­te sogar aus Elzach der  Nar­ren­meis­ter Armin Beche­rer mit sei­nem Elfer­rat sowie der Latscha­ri-Vor­stand Edgar Koslow­ski und Gefol­ge ange­reist. Aber habt Ihr die Pla­nung gese­hen. Die Lan­des­gar­ten­schau soll gera­de ein­mal, nur um die Innen­stadt rum­ge­hen. Aber jetzt mal ehr­lich. Da sind wir aber ande­res gewohnt.

Wir haben die höchs­te Aus­sichts­platt­form in ganz Deutsch­land,  wir sol­len die längs­te Hän­ge­brü­cke, die sich aber jetzt schon die längs­ten Hän­ge­par­tie ist, kriegen,und wir haben den größ­ten Ord­nungs­amts­lei­ter im gan­zen Regie­rungs­be­zirk und dann so ein klei­nes
Lan­des­gar­ten­schau­le.

Also lie­be Leu­te, so etwas ist doch für Rott­weil nicht stan­des­ge­mäß. Also unse­rer Mei­nung nach soll­te das Gelän­de wie geplant unter­halb der Stadt­mau­er begin­nen, dann die gan­ze Au bis zur Rho­dia, und das gan­ze Necker­tal nab bis zur Neckar­burg gehen, dann hoch Rich­tung Zim­mern und auf Rott­wei­ler Gemar­kung über Hau­sen nach Büh­lin­gen, von dort in die Alt­stadt und Gölls­dorf und dann den gan­ze Lan­ge Berg lang bis zum Aus­gangs­punkt. Und dann des Gan­ze mit der Innen­stadt durch einen 8-spri­gen Schräg­auf­zug ver­bun­den. So ver­dient das Gan­ze auch den Namen Lan­des­gar­ten­schau.

Und end­lich dürf­te sich Alt­städ­ter auch mal als ech­te Rott­wei­ler und dazu­ge­hö­rig füh­len. Und da Ihr ja wis­set, dass die Nar­ren­zunft in die Zukunft kucken kann, sagen wir Euch heu­te schon mal, wie das mit der Lan­des­gart­schau lau­fen wird.

Nach unse­rem heu­ti­gen Vor­schlag wird im Gemein­de­rat dar­über sicher die nächs­te zwei Jah­re dis­ku­tiert. André Lom­sky beginnt aber schon ein­mal mit sei­nem Mar­ke­ting-Kon­zept.

2019 wer­den wei­te­re Dis­kus­sio­nen auf Grund der anste­hen­den GR-Wahl aus­ge­setzt. Wirt­schafts­för­de­rer Lom­sky arbei­tet aber wei­ter hart an sei­nem Mar­ke­ting­kon­zept. 2020 – die Zusa­ge des Lan­des Baden-Würt­tem­berg zur Durch­füh­rung der Lan­des­gar­ten­schau 2028 wird erteilt. Der GR freut sich. Und der André Lom­sky gibt dem GR dann auch gleich einen ers­ten Zwi­schen­be­richt zum Mar­ke­ting­kon­zept. Von 2021 bis 2023 beginnt die Stadt mit den Ver­hand­lun­gen für die Grund­stücks­käu­fe. Es kann sich bloß kei­ner so rich­tig dran erin­nern, was da so alles läuft. André Lom­sky hat zwi­schen­zeit­lich die Über­schrift für das Mar­ke­ting­kon­zept gefun­den.

2024 und 2025 kann an dem Pro­jekt lei­der nicht wei­ter­ge­ar­bei­tet wer­den, da schon wie­der GR-Wah­len und im Anschluss dann sofort OB-Wah­len anste­hen. André Lom­sky hat ein Team zusam­men­ge­stellt, um das Mar­ke­ting­kon­zept kapa­zi­ta­tiv stem­men zu kön­nen.

2026 und 2027 kann sich der neue Gemein­de­rat bei den ange­setz­ten Kos­ten von 20 Mil­li­on nicht so rich­tig dazu durch­rin­gen, ob man das jetzt wirk­lich machen soll oder nicht. Unser Wirt­schafts­för­de­rer Lom­sky gibt im GR einen wei­te­ren Zwi­schen­be­richt zum Mar­ke­ting­kon­zept ab.

In der Nacht vom 05.01.2028 auf den 06.01.2028 schläft unser OB schlecht, da das mit der Lan­des­gar­ten­schau irgend­wie nicht so rich­tig vor­wärts geht und dann hat er eine Ein­ge­bung.
Am Drei­kö­nigs­tag 2028 ver­ein­ba­ren der OB und der Nar­ren­meis­ter, dass die Nar­ren­zunft die Lan­des­gar­ten­schau als Gene­ral­un­ter­neh­mer über­nimmt und durch­führt.

Am 08.01. gibt bereits die ers­te Son­der­sit­zung der Nar­ren­zunft und am 12.01.2028 stellt die Nar­ren­zunft dem Gemein­de­rat das Bau-, das Ver­kehrs-. das Kom­mu­ni­ka­ti­ons-, Bewir­tungs-, Über­nach­tungs-sowie das Finanz­kon­zepts vor. Der Gemein­de­rat ist begeis­tert. 01.02.2028 haben die Grund­stücks­be­auf­tra­gen Han­si Busch und Mar­kus Schell­horn alle Grund­stü­cke gekauft und nota­ri­ell beglau­bigt.

Und daher rückt am Tag drauf der Bau­trupp unter der Lei­tung von Hel­mut Klei­ter mit schwe­rem Gerät an. Axel Pfri­en­der besorgt bei Daim­ler noch 20 zusätz­li­che Kip­per und der Sau­ter Sig­gi, der mit sei­ne 89 dann kurz vor sei­nem Vor­ru­he­stand steht, über­nimmt mit sei­nem fun­kel-nagel­neue Cattar­pil­lar die Erd­ar­bei­ten. 28.04.2028 – Micha­el Mar­schall streicht unter Lei­tung von Alo Kuon noch die letz­ten Park­bän­ke. Und dann end­lich ist es soweit. Am Sams­tag, den 29.04.2028 wird die Lan­des­gar­ten­schau fei­er­lich eröff­net.

Nach einem rie­si­gen Erfolg und meh­re­ren Mil­lio­nen Besu­chern wird die Lan­des­gar­ten­schau dann 01.10.2028 mit einem gro­ßen Fest­um­zug been­det. Nur die Feu­er­wehr ist sau­er, die hat wie­der mit Fah­ne, Pau­ken und Trom­pe­ten und natür­lich alle Fahr­zeug teil­neh­men woll­ten. Aller­dings hat der OB des mit dem Kom­men­tar ver­bo­ten, dass es das in sei­ner Amts­zeit nur ein­mal geben wird.

04.10.2028 GR-Sit­zung.
TOP 1: Fra­gen, Wün­sche, Anre­gun­gen
TOP 2 wei­te­rer Zwi­schen­be­richt zum Mar­ke­ting­kon­zept zur LGS von André Lom­sky.
TOP 3: fina­ler Finanz­sta­tus durch den Zunftsä­ckel­meis­ter. Fazit: Die Kos­ten wur­den um 20% unter­schrit­ten. Das Net­to-Ergeb­nis ist im 7-stel­li­gen Bereich. Die Zunft freut sich.

Doch jetzt zurück zum hier und heu­te, 06.01. – Drei­kö­nig isch, ihr lie­ben Leu­te, Ein Abstau­ber, obwohl oft ja rich­tig gut ge-eicht, hat es in sei­nem Leben meist gar nicht so leicht.
So ein Tag, den muss man schon rich­tig pla­nen Nehmt mich beim Wort, dazu kann ich nur mah­nen Bis alles sitzt und passt, soviel sei gesagt zu dem The­ma, passt das nicht nur so in ein fla­ches Fasnet’s – Sche­ma!

Noch äll Jena‚ Fei­er­tag’, do goht’s dann Schlag uff Schlag, Plötz­lich isch er wie­der do‚, der berühm­te Drei­kö­nigs­tag! Ur-plötz­lich frogt mer sich, isch denn alles bereit, denn schließ­lich isch es jo scho wie­der soweit!

Also, in da Kel­ler nab, dun­na dann am Fasnet’s Schrank, do hängt er no, oh mein Gott, Dir sei eifach Dank, in Schwarz, uff em‚ Bügel der Frack, somit ganz kor­rekt, des gute alte Stück, sieht zu näg’scht aus, ganz adrett.

Uff da zwei­te Blick, do hängt ja no da’ Bän­del vu ..16, ok, do war mer beim Uff-roma mol wie­der z„bequem, ein Griff in die rech­te Tasche, was fin­det mei­ne Fin­ger­le, oh je, bei Die­ter­les gab’s let­sches Johr wohl Sprin­ger­le.

Auch die lin­ke Tasche hab’ ich kon­trol­liert, und ich sag’s Euch wirk­lich unge­niert, ich fand die Visi­ten­kar­te von einem Taxi – Unter­neh­men super, ich han einen guten Heim­weg ghett, auf jeden Fall en beque­men.

In der Innen­ta­sche, Ihr glaubet’s nit was ich da find, aus em Kripp­le vom Räl­le Klein, es Jesus — Kind. Oh Gott, wa kunnt au no, sell denk ih’ mir blos, weil jetzt kon­trol­lie­re ich noch mei’ Abstau­ber-Hoos.

In der lin­ken Tasche, zusam­men gefal­tet in ganz klein, da fin­de ich glatt ein zwan­zi­ger und ein Zeh­ner Schein! Pri­ma, a Hid­de­les­geld, für da’ heu­ti­ge Abend, ganz genau, und des au no ohne das Wis­sen von mei­ner Frau!

Ihr Abstau­ber mer­ket Euch, rom­met it alles rich­tig uff, Ich’ denk dann sind ihr no viel bes­ser druff, Gan­get aber jetzt in d’Häuser und stau­bet rich­tig ab, trin­ket dann au ebbes, blos jo nit zu knapp.

Den­ket dra, im nägschta’ Haus do war­tet’ se au, also machet it über­all die grösch­te Schau! Saget de’ Leut – dies Johr goht’s genau 30 Tag Dann duat’s am Schwar­zen Tor da 8-te Schlag.

Dann fei­ern wir Fast­nacht in alter Pracht, hal­ten hoch die Tra­di­ti­on und wei­chen nie­mals ab davon des sag’ ich’ Euch, des tue ich Euch kund! An sche­ne Drei­kö­nig, seil wünscht da Nar­ro Kugel­rund Hu-Hu-Hu