Baby­lo­ni­sches Spra­chen­ge­wirr auf dem Ber­ner Feld. Die Welt trifft sich an die­sem denk­wür­di­gen und für Rott­weil durch­aus his­to­ri­schen Don­ners­tag in Rott­weil. Es sind nicht nur die mehr als 50 Jour­na­lis­ten aus den USA, aus Asi­en und euro­päi­schen Staa­ten wie Ita­li­en, Spa­ni­en, Frank­reich, Eng­land, Por­tu­gal und auch aus der Tür­kei. Es sind wei­te­re 150, teil­wei­se sehr gewich­ti­ge  Gäs­te aus aller Her­ren Län­der. Und es sind die Exper­ten von thyssenkrupp Ele­va­tor, die aus Asi­en und den USA ange­reist sind.

Sie alle wer­den Zeu­ge einer Revo­lu­ti­on, wie der Kon­zern aus Essen selbst­be­wusst erklärt: Ein hal­bes Jahr nach Inbe­trieb­nah­me des Test­turms und 164 Jah­re nach Erfin­dung des Auf­zugs stellt er den „Mul­ti“ vor. Es ist der ers­te seil­lo­se Auf­zug und der welt­weit ers­te Auf­zug, der mit der Magnet­schwe­be­bahn-Tech­nik ange­trie­ben wird.

Auf dem soge­nann­ten Feld­herrn­hü­gel hat die Trend Faco­ry, die für die Logis­tik zustän­dig ist, ein fest­li­ches Ambi­en­te geschaf­fen: eine The­ke mit Geträn­ken und Häpp­chen, Steh­ti­sche  und ein gro­ßes Zelt mit einer rie­si­gen Mul­ti­vi­deo-Wand.

Die Show kann begin­nen: Meh­re­re Red­ner stel­len das neue Pro­jekt mit Knall- und Licht­ef­fek­ten vor. Andre­as Schie­ren­beck, der Vor­stands­vor­sit­zen­de, und sei­ne Kol­le­gen wen­den sich nicht nur an die Jour­na­lis­ten, son­dern mehr noch an die poten­ti­el­len Kun­den aus aller Welt.

Man spricht nicht schwä­bisch und auch nicht deutsch, son­dern aus­schließ­lich eng­lisch – bis zum Schluss der mehr als drei­stün­di­gen Ver­an­stal­tung. Und man staunt immer wie­der, was alles in die­ser von außen so nüch­ter­nen Beton­röh­re steckt: High­tech höchs­ter Güte.

Allein der Mul­ti nimmt drei der zwölf Test­schäch­te ein. Die Inge­nieu­re erklä­ren zwar alles aus­führ­lich, aber eine Test­fahrt bie­ten sie noch nicht an. Ist viel­leicht auch in dop­pel­ter Hin­sicht zu ris­kant. Einer­seits aus Grün­den der Geheim­hal­tung von Betriebs­ge­heim­nis­sen, ande­rer­seits han­delt es sich hier um einen Pro­to­typ, der noch kei­ne Frei­ga­be vom TÜV hat. Immer wie­der las­sen Inge­nieu­re durch­bli­cken, dass sie noch wei­te­re Ide­en zur Opti­mie­rung haben und wei­te­re Paten­te anmel­den wol­len.

Trotz­dem oder gera­de des­we­gen kann der Vor­stands­vor­sit­zen­de bereits den ers­ten Käu­fer prä­sen­tie­ren: Der Immo­bi­li­en-Ent­wick­ler OVG Real Esta­te wird im neu­en East Side Tower in Ber­lin ver­schie­de­ne Mul­ti-Sys­te­me instal­lie­ren.  Wei­te­re Geschäf­te bahn­ten sich an: Auch poten­ti­el­le Kun­den aus Asi­en und den USA ver­fol­gen gebannt die Prä­sen­ta­ti­on der Welt­neu­heit.

Einer der Gewin­ner die­ses Tages, auch  das wird schnell klar, ist Rott­weil. Nicht nur, weil auf Tage alle Hotels belegt sind und man­che Gäs­te noch nach aus­wärts aus­wei­chen müss­ten, son­dern weil all die Jour­na­lis­ten, Mana­ger und Gäs­te den Namen der Stadt in die Welt hin­aus­tra­gen wer­den.