Dominikanermuseum feiert 25-jähriges Bestehen

ROTTWEIL – Das Dominikanermuseum Rottweil wurde am 24. Januar 1992 als Zweigmuseum des Landesmuseums Württemberg eröffnet. Auf den rund 1400 Quadratmeter Ausstellungsfläche befinden sich heute drei Abteilungen. Mit einer Vortragsreihe namhafter Wissenschaftler feiert das größte Museum in der ältesten Stadt Baden-Württembergs nun sein 25-jähriges Bestehen.

Die Abteilung „sakrale kunst des mittelalters – sammlung dursch“ ist nach wie vor Zweigmuseum des Landesmuseums Württemberg. Seit 2003 ist die Abteilung  „römisches rottweil – arae flaviae“ Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg. Der 2009 neu geschaffene „kunst raum rottweil – museum der Gegenwart“ ist einen Trägergemeinschaft aus Stadt, Landkreis und Kreissparkasse Rottweil sowie Forum Kunst.

In diesem Jahr kann das Dominikanermuseum nun auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Anlass genug, in mehreren Vorträgen die unterschiedlichen Facetten der Sammlungen des Hauses sowie deren Geschichte und Zukunft zu beleuchten. In Kooperation mit der Volkshochschule Rottweil ist das Dominikanermuseum an fünf Abenden Gastgeber für bekannte Wissenschaftler aus Baden-Württemberg und Bayern:

Den Auftakt macht am Dienstag, 7. Februar, um 18 Uhr Dr. Ingrid-Sibylle Hoffmann vom Landesmuseum Württemberg mit einem Vortrag über „Dr. Johann Georg Martin Dursch – ein wegweisender Sammler und Vermittler der spätmittelalterlichen Skulptur“ im Dominikanermuseum. Die Sammlung spätgotischer Skulpturen, die seit 1851 in Rottweil beheimatet ist und seit 25 Jahren eine zentrale Säule des Dominikanermuseums bildet, trägt zu Recht den Namen Durschs (1800 bis 1881).

Sein Interesse an spätgotischer sakraler Kunst, seinem Einsatz für die Erhaltung mittelalterlicher Bildwerke und seinem Engagement für die Bewahrung seiner Sammlung ist dieser bedeutende Bestand zu verdanken. Der ehemalige katholische Stadtpfarrer und Dekan Rottweils war äußerst vielseitig interessiert und engagiert – so studierte er nicht nur Theologie und Philosophie, sondern auch Arabisch und Sanskrit, und setzte sich unter anderem für die Aufhebung des Zölibats ein. Als seine Lebensaufgabe begriff er aber vor allem die Bewahrung und Vermittlung christlicher mittelalterlicher Kunst.

„Von Durschs Engagement als Sammler zeugen heute die reichen mittelalterlichen Bestände gleich zweier Museen, die des Dominikanermuseums Rottweil sowie des Diözesanmuseums Rottenburg, wobei insbesondere die seit 1836 zusammengetragene Rottweiler Sammlung eine Pionierleistung darstellt“, so Museumsleiterin Martina Meyr. Ungewöhnlich sei nicht allein Durschs Konzentration auf gotische Skulpturen und damit auf einen Kunstzweig, der im mittleren 19. Jahrhundert noch wenig Beachtung fand, und die so entstandene kunsthistorisch homogene Fachsammlung. „Innovativ waren auch seine intensiven Überlegungen zur Präsentation mittelalterlicher Bildwerke und deren Vermittlung an die Öffentlichkeit sowie der für einen Privatsammler außergewöhnliche wissenschaftliche Anspruch, der sich unter anderem in der Veröffentlichung von Sammlungskatalogen äußerte.“

Weitere Vorträge finden statt am 21. März, 4. April, 9. Mai und 20. Juni jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Alle Titel und Termine auch unter www.dominikanermuseum.de

 

 

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