Zu einer geplanten Durchsuchungsaktion ist kurz nach halb Acht die Polizei mit neun Beamten in Rottweil-Altstadt angerückt. In der Wohnung eines 38-Jährigen waren synthetische Drogen, Opiate vermutet worden. Die Beamten fanden Substanzen unklarer Herkunft, der Verdächtige wurde festgenommen. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Feuerwehr und DRK sind vorsorglich hinzu gezogen worden. Gegen 10.30 Uhr ist der Einsatz beendet worden.

Kriminalpolizei am Einsatzort, unterstützt von der Feuerwehr Rottweil. Foto: gg
Suchtmittelspürhund am Einsatzort. Foto: gg

Das Aufgebot hat Aufsehen erregt. Vor einem Haus in der Römerstraße in Rottweil-Altstadt sind am Morgen, gegen neun Uhr zunächst Streifen- und Kriminalpolizisten vorgefahren. Sie haben einen Suchtmittelspürhund mitgebracht. Zudem war das Rote Kreuz von Beginn des Einsatzes an mit einem Rettungswagen und drei Mitarbeitern, einem Notarzt vor Ort. Schnell machten Gerüchte von einem Gewaltverbrechen die Runde. Die NRWZ wurde von Lesern informiert.

Vor Ort gab es zunächst keine Informationen. Es handele sich um eine geplante Durchsuchungsaktion, wurde von einem Polizeisprecher in Tuttlingen auf unsere Nachfrage hin bald bestätigt, in Sachen Details bat er um Geduld.

Mittlerweile rückte die hinzu gerufene Feuerwehr Rottweil an – mit vier Fahrzeugen, aber ohne Sondersignal. Ganz leise. Feuerwehrmänner wurden mit gelber Schutzkleidung und Atemschutz ausgerüstet. Auch die eingesetzten Kriminalbeamten hatten sich weiße Schutzoveralls übergestreift.

Rund eine halbe Stunde später ließ sich der Tuttlinger Sprecher dann Details entlocken. Es gehe um eine Durchsuchung im Drogenmilieu. Die Feuerwehr sei im Einsatz, um bei der Durchsuchung zu helfen – etwa Behältnisse mit unbekanntem Inhalt zu öffnen. Es seien in der Wohnung gefährliche Stoffe entdeckt worden, vor denen die Einsatzkräfte zu schützen seien.

Es bestehe derweil aber keine Gefahr für die Bevölkerung. Es handele sich nicht um eine Gewalttat oder eine Amoklage, so der Polizeisprecher zur NRWZ weiter. Es werde eine Wohnung unter den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen durchsucht, mehr nicht. Auch sei es eine einzelne Maßnahme, keine konzertierte Aktion mit mehreren Einsatzstellen. Allenfalls könnten sich aus dem laufenden Einsatz weitere Ermittlungsansätze ergeben, die dann wieder zu Durchsuchungen führen könnten.

Ein Verdächtiger ist bei der Durchsuchung in seiner Wohnung angetroffen worden, erfuhr die NRWZ vor Ort. Es gehe ihm schlecht, hieß es. Er wurde später festgenommen, ist inzwischen auf freiem Fuß. Eine medizinische Behandlung war einem Polizeisprecher zufolge nicht notwendig.

In der Wohnung wurden Substanzen gefunden, bei denen es sich um synthetische Drogen handeln könnte. Das erklärte ein Sprecher der Polizei am Mittag auf Nachfrage der NRWZ. Das Landeskriminalamt in Stuttgart untersucht diese Substanzen nun. Vermutet wurden bei dem Mann äußerst gesundheitsgefährdende Drogen, die in ihrer Wirkung stärker als Heroin seien. Der bloße Hautkontakt könne schon gefährlich sein.

Ins Visier der Ermittler sei der 38-Jährige durch Erkenntnisse aus einem anderen Fall geraten. Dieser werde aber nicht im Präsidiumsbezirk geführt.

Dem Mann wird offenbar auch vorgeworfen, mit Drogen gehandelt zu haben. Gegen ihn wird wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Ein über der Einsatzstelle zwischenzeitlich kreisender Hubschrauber der Bundespolizei soll derweil nichts mit der Durchsuchung zu tun haben, so ein Kriminalbeamter vor Ort zur NRWZ. Der Hubschrauber war auf einem Routine-Überflug der Gleisanlagen im Bereich des Rottweiler Bahnhofs. Das erklärte ein Sprecher der Bundespolizei in Offenburg auf Nachfrage der NRWZ.


Die Bundespolizisten hätten wohl mal schauen wollen, was die Kollegen am Boden gerade tun, war dort die Vermutung. Der Hubschrauber flog nämlich eine Schleife über die Römerstraße. Und dort liegen nun mal keine Gleise, die kontrolliert werden müssten …