Einzelhandel in Rottweil: Die Stimmung ist besser als die Lage

Für NRWZ.de+ Abonnenten: 

Die Stimmung der Einzelhändler in Rottweil ist gut. Dennoch stehen die Gewerbetreibendenden vor einer großen Herausforderung. Zu diesem Schluss kommt der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Aden, der den Rottweiler Gewerbe- und Handelsverband besucht und mit dessen beiden Vorsitzenden gesprochen hat. Was er aus diesem Gespräch mitnimmt, wirkt auch wie ein Plädoyer an die Verbraucher, den lokalen Handel zu unterstützen.

„Die Stimmung bei den Einzelhändlern ist besser als die tatsächliche Lage. Rottweil stellt zwar ein Mittelzentrum dar, aber leider ist es zu klein. Wir Händler haben immer größere Probleme, bei den großen Herstellern Waren zu beschaffen. Lieber vertreiben diese ihre Produkte über eigene Online-Plattformen und ‘Flagship- Stores’ (Vorzeigeläden) in Großstädten,“ erläuterte Karin Hounker, stellvertretende Vorsitzende des Gewerbe-und Handelsvereins Rottweil (GHV), dem Abgeordneten Aden die Situation bei einem Besuch im EDEKA-Markt „Culinara“ in Rottweil.

Die Kundenfrequenz in der Innenstadt von Rottweil habe durch den Bau des „Thyssenkrupp-Testturms“ erhöht werden können. Einige Einzelhandelsgeschäfte hätten ihre Öffnungszeiten am Samstag verlängert und an die Kundenbedürfnisse angepasst, so Huonker weiter. Detlev Maier, Vorsitzender des GHV, regte zudem an, dass Thyssenkrupp und die Busunternehmen dem Verband mitteilten, wann sie die Stadt und den Turm anfahren wollten. Dann könnten die Rottweiler Händler noch flexibler reagieren, so Maier.

Maier, zudem Inhaber des EDEKA-Marktes “Culinara”, ist überzeugt: “Würde es den Testturm nicht geben, so hätten viele Gewerbetreibende ihr Geschäft bereits aufgegeben.” Aber durch die aktuelle Dynamik, die durch den Testturm, unsere Hängebrücke, den JVA-Neubau und die Bewerbung für die Landesgartenschau 2028 entstehe, hat Rottweil die Chance, die Stadtentwicklung weiter fortzuführen.

Auch eine Ansiedlung von Geschäften mit schon vorhandenen Segmenten sei im Grunde nicht schädlich, sondern eine Ergänzung, so Maier weiter. Entscheidend für die geschäftliche Entwicklung sei die Frequenz, führten die GHV-Vertreter weiter aus. Die Kaufkraft in Rottweil liege etwa zehn Prozent über der von Schwenningen. Rottweil als Einkaufsstadt profitiere auch von seiner Eigenschaft als Schulzentrum für die Region. Der Einzugsbereich reiche bis auf den Heuberg, bis Oberndorf, Dunningen und Deißlingen, wobei  diese Gemeinde auch schon deutlich Richtung Schwenningen orientiert sei.

Allerdings leide die Innenstadt Rottweil von der „Sandwichsituation“ zwischen dem Gewerbegebiet Steinhäuslebühl in Zimmern und der Saline. Derzeit versuchen die Innenstadthändler, sich wie ein großes Kaufhaus zu präsentieren. Bekanntlich wird auf der Saline neu gebaut und dort erst im kommenden Herbst eröffnet.

Besonders betonten die beiden Vertreter des Gewerbe-und Handelsvereins , dass die Ansiedlung von Konfektionsgeschäften für junge Leute aber auch Spielwaren  für die Innenstadt wichtig sei. Zudem wünsche man sich eine noch bessere Vernetzung von Gastronomie, Handel und Tourismusattraktionen wie dem Testturm, damit die Turmbesucher unsere Stadt besser kennenlernen könnten.

Auf Nachfrage des Abgeordneten Aden, wie der GHV zur Ansiedlung großer Filialisten stehe, waren beide Vorsitzende sich einig, dass sie diese als Ergänzung zu ihrem Angebot der kleinen und  mittelständischen, inhabergeführten Händler sehen, die den Standort Rottweil noch attraktiver machten.

Sie streiften auch das Thema autofreie Innenstadt – waren sich laut Aden aber einig, dass das erst angegangen werden könne, wenn die Parkplatzsituation endgültig geregelt sei.

image_pdfPDF öffnenimage_printArtikel ausdrucken

Aktuelle Meldungen

Das Wetter

Rottweil
Bedeckt
7.2 ° C
8.4 °
4.5 °
94 %
0.6kmh
100 %
So
11 °
Mo
7 °
Di
6 °
Mi
4 °
Do
3 °