Seit inzwi­schen zwei Jah­ren ver­fügt die Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil (ENRW) nun über einen Kun­den­bei­rat. Dass die zwölf ehren­amt­li­chen Mit­glie­der die­ses Gre­mi­ums durch­aus kon­struk­tiv kri­tisch die Akti­vi­tä­ten des regio­na­len Ener­gie­ver­sor­gers beglei­ten, zeig­te die jüngs­te sechs­te Sit­zung. Zu den The­men „aqua­sol“, „Brenn­stoff­zel­le“ und „Kun­den­um­fra­ge“ gaben die neun Män­ner und drei Frau­en aus Kun­den­sicht wert­vol­le Hin­wei­se und Anre­gun­gen. Das teilt die ENRW mit.

Das Sole- und Frei­zeit­bad aqua­sol. Foto: pm

Zum ers­ten Mal in ihrer Amts­zeit beschäf­tig­ten sich die Kun­den­bei­rä­te aus­führ­lich mit dem Sole- und Frei­zeit­bad aqua­sol, wel­ches von der ENRW betrie­ben wird. Nach einer Füh­rung mit Mike Schwa­be, Team­lei­ter Bäder­tech­nik, der die tech­ni­schen Anla­gen erläu­ter­te, stell­te sich der Lei­ter der Rott­wei­ler Bäder, Ste­ven Ulrich, dem Gre­mi­um vor. Zu den ers­ten Pro­jek­ten, die er seit Amts­an­tritt im ver­gan­ge­nen Novem­ber rea­li­sie­ren konn­te, zähl­ten bei­spiels­wei­se eine Film­nacht im Bad, die Ein­füh­rung eines wech­seln­den Tageses­sens in der Cafe­te­ria, eine Treu­es­tem­pel­kar­te für Ein­zel­ein­trit­te sowie zusätz­li­che Sau­na­auf­güs­se. Unmit­tel­bar vor der Umset­zung ste­hen ein Ein­tritts­kar­ten-Vor­ver­kauf fürs Frei­bad, eine Pool­par­ty an glei­cher Stel­le sowie eine offi­zi­el­le Face­book-Sei­te fürs aqua­sol: „Obwohl wir im Durch­schnitt täg­lich über 1.000 Gäs­te emp­fan­gen, dür­fen wir uns auf den Lor­bee­ren kei­nes­falls aus­ru­hen“, erklär­te der neue Bäder­chef. Die Kon­kur­renz schla­fe nicht.

Ste­ven Ulrich, der neue Lei­ter der Rott­wei­ler Bäder. Foto: pm

Die Kun­den­bei­rä­te äußer­ten sich lobend über die Schwimm­kur­se für Kin­der und reg­ten die Ein­füh­rung zusätz­li­cher Kur­se an. Lei­der jedoch stößt das aqua­sol laut Ulrich auf­grund der begrenz­ten räum­li­chen Kapa­zi­tä­ten hier an sei­ne Gren­zen. Kun­den­bei­rat Mar­cel Wehl bemän­gel­te den Geräusch­pe­gel im Bad an den Wochen­en­den. Die Dis­kus­si­on zeig­te, dass bei die­ser Fra­ge Kom­pro­mis­se gefun­den wer­den müs­sen: „Auf­grund unse­rer viel­fäl­ti­gen Ange­bo­te, die sowohl die The­men­krei­se ‚Gesund­heit und Wohl­be­fin­den‘ als auch ‚Frei­zeit­spaß‘ berüh­ren, müs­sen wir es schaf­fen, allen unse­ren Besu­chern gerecht wer­den“, erläu­tert Ulrich. Kun­den­bei­rat Mar­kus Hart­na­gel sah dies genau­so. Wäh­rend zusätz­li­che Hin­weis­schil­der von den Bei­rä­ten als wenig hilf­reich ange­se­hen wer­den, stieß der Vor­schlag von Kun­den­bei­rat Ste­fan Vil­ling, gezielt lär­men­de Gäs­te anzu­spre­chen und in sen­si­blen Berei­chen eine licht­ge­steu­er­te Dezi­bel-Anzei­ge anzu­brin­gen, auf brei­te Zustim­mung.

Die von ein­zel­nen Kun­den­bei­rä­ten gewünsch­te Ver­län­ge­rung der der­zei­ti­gen Öff­nungs­zei­ten von 10 bis 22 Uhr ist auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels nicht umsetz­bar: „In ganz Deutsch­land man­gelt es an Fach­an­ge­stell­ten für Bäder­be­trie­be“, so Ulrich. Und eine nur mit Aus­hil­fen bestück­te Betriebs­auf­sicht sei nicht zuläs­sig.

Die Erd­gas-Brenn­stoff­zel­le in der ENRW-Betriebs­stel­le in Spai­chin­gen, wo die inno­va­ti­ve Heiz­tech­nik getes­tet wird mit ENRW-Ener­gie­be­ra­ter Mar­tin Raible (links) und Jens Bla­che, Lei­ter der ENRW-Betriebs­stel­le Spai­chin­gen. Foto: pm

Im wei­te­ren Sit­zungs­ver­lauf beschäf­tig­te sich der Kun­den­bei­rat mit der Brenn­stoff­zel­le und ihrer Nut­zung als inno­va­ti­ve Heiz­tech­nik. ENRW-Ener­gie­be­ra­ter Mar­kus Bur am Orde stell­te die Funk­ti­ons­wei­se der Brenn­stoff­zel­le vor, wel­che mit Was­ser­stoff und Sauer­stoff, Strom und Wär­me erzeugt. Der Vor­teil von Brenn­stoff­zel­len bestehe dar­in, dass sie auch in Gebäu­den mit gerin­gem Wär­me­be­darf opti­mal ein­ge­setzt wer­den könn­ten. Die Kun­den­bei­rä­te begrüß­ten eine Aus­ein­an­der­set­zung mit neu­en Tech­no­lo­gi­en, auch wenn sie sich von der Wirt­schaft­lich­keit des Ver­fah­rens nicht durch­weg über­zeugt zeig­ten.

Beim letz­ten The­ma der Sit­zung waren die Kun­den­bei­rä­te auf­ge­ru­fen, sich zur nächs­ten Kun­den­um­fra­ge des Unter­neh­mens zu äußern. Die­se ist fes­ter Bestand­teil der jähr­li­chen TÜV-Zer­ti­fi­zie­rung des Kun­den­ser­vices, wel­cher sich die ENRW seit 2017 frei­wil­lig unter­zieht. Ein­deu­tig rät das Gre­mi­um von einer tele­fo­ni­schen Befra­gung ab: „Die­se Anru­fe ner­ven“, stell­ten die Kun­den­bei­rä­te Jut­ta Dietz-Held und Rolf Zäh­rin­ger unmiss­ver­ständ­lich fest. Emp­foh­len wird dage­gen ein Mix aus schrift­li­chen Inter­views und Online-Umfra­ge, bei­des ver­bun­den mit einem Gewinn­spiel. Die Bewer­bung der Umfra­ge könn­te über Zei­tungs­an­zei­gen und einem Hin­weis im Kun­den­ma­ga­zin erfol­gen.