Stadtbrandmeister Frank Müller, Dimitri Bechstedt vom Gemeindevollzugsdienst und Ordnungsamtsleiterin Renate Glatthaar erinnern an das städtische Feuerwerksverbot zum Schutz der historischen Rottweiler Innenstadt (von links). Im direkten Umfeld von Kirchen, aber auch bei Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie allen besonders brandempfindlichen Gebäuden ist Feuerwerk ohnehin gesetzlich verboten. Foto: pm

Kon­stanz, Ravens­burg, Über­lin­gen und Rott­weil haben eines gemein­sam: An Sil­ves­ter ist Feu­er­werk im his­to­ri­schen Stadt­kern ver­bo­ten. Wie eine Umfra­ge des Städ­te­tags zeigt, fol­gen mitt­ler­wei­le vie­le Städ­te dem Bei­spiel der Stadt Rott­weil, die ein sol­ches Ver­bot bereits 2009 erst­mals aus­ge­spro­chen hat­te.

Ohne­hin gesetz­lich ver­bo­ten ist Feu­er­werk im direk­ten Umfeld von Kir­chen, Kran­ken­häu­sern, Kin­der- und Alters­hei­men sowie von beson­ders brand­ge­fähr­de­ten Gebäu­den, so die Stadt­ver­wal­tung. Im Umfeld von „brand­emp­find­li­chen Gebäu­den oder Anla­gen“ ist dem­nach Feu­er­werk jetzt grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen. „Dar­un­ter fal­len natür­lich sehr vie­le his­to­ri­sche Gebäu­de in der Innen­stadt“, unter­streicht Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler. „Denn wenn Rake­ten beim Auf­stei­gen an Dach­bal­ken oder Auf­zugs­gau­pen hän­gen blei­ben, wir­ken sie wie Brand­be­schleu­ni­ger.“

In der his­to­ri­schen Innen­stadt von Rott­weil feh­len zudem Band­wän­de zwi­schen den mit­tel­al­ter­li­chen Gebäu­den. „Wenn es ein­mal brennt, kann sich das Feu­er rasend schnell ver­brei­ten.“ Pro­ble­ma­tisch sind auch die Innen- und Hin­ter­hö­fe, in denen oft erheb­li­che Brand­las­ten lagern. Sor­gen berei­ten den Feu­er­wehr­leu­ten zudem die engen Gas­sen, da dort Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge im Ernst­fall nur schwer vor­wärts kom­men.

Feu­er­wehr und Ord­nungs­amt haben vor die­sem Hin­ter­grund wie­der ein Ver­bot für die gesam­te his­to­ri­sche Kern­stadt erlas­sen: „Aus­ge­schlos­sen sind aus­nahms­los alle For­men von Feu­er­werk – egal ob Rake­ten, Böl­ler oder Knall­frö­sche“, betont  Rena­te Glatt­haar, Lei­te­rin des städ­ti­schen Ord­nungs­amts. Nach den Weih­nachts­fei­er­ta­gen wird die Stadt­ver­wal­tung die Ver­bots­zo­ne wie­der mit Schil­dern mar­kie­ren. Die Gren­ze kann man sich ganz ein­fach mer­ken: Sie ver­läuft ent­lang der ehe­ma­li­gen Stadt­be­fes­ti­gung um den his­to­ri­schen Stadt­kern her­um.

Die Poli­zei wird in der Sil­ves­ter­nacht in der Innen­stadt ver­stärkt Prä­senz zei­gen. Ein Ver­stoß gegen das Feu­er­werks­ver­bot ist übri­gens kein „Kava­liers­de­likt“, wie Rena­te Glatt­haar betont: „50 Euro dro­hen jedem, der sich nicht dar­an hält. Und wer vor­sätz­lich han­delt, muss sogar mit einem Buß­geld bis zu 100 Euro rech­nen.“

Beim Abren­nen von Feu­er­werk mahnt die Feu­er­wehr zur beson­de­ren Vor­sicht. Brenn­ba­re Gegen­stän­de soll­ten an Sil­ves­ter von Bal­ko­nen oder Ter­ras­sen weg­ge­räumt wer­den. „Das gilt auch für Weih­nachts­bäu­me und Advents­krän­ze. Die sind gera­de zwi­schen den Jah­ren beson­ders gefähr­lich, da schon aus­ge­trock­net“, so Frank Mül­ler. Zudem soll­ten Fens­ter und Türen sicher­heits­hal­ber geschlos­sen wer­den.

Hier noch eini­ge Hin­wei­se für ein siche­res Feu­er­werks­er­leb­nis zum Jah­res­wech­sel hin:

  • Feu­er­werks­ar­ti­kel gehö­ren nicht in die Hän­de von Kin­dern, Jugend­li­chen und alko­ho­li­sier­ten Per­so­nen!
  • Knall­kör­per und Rake­ten nur im Frei­en ver­wen­den. Aus­rei­chen­den Sicher­heits­ab­stand zu Per­so­nen und Gebäu­den ein­hal­ten!
  • Gebrauchs­an­wei­sung beach­ten!
  • Knal­ler nicht bün­deln, nicht wie­der anzün­den; unbrauch­bar machen mit Was­ser!
  • Rake­ten nur senk­recht abfeu­ern, siche­ren Stand­platz wäh­len (lee­re Fla­sche im Fla­schen­kas­ten). Auf eine siche­re Flug­rich­tung ach­ten!
  • Rake­ten bei stär­ke­rem Wind und Wind­bö­en nicht abfeu­ern!
  • Auf kei­nen Fall Feu­er­werks­kör­per selbst her­stel­len oder ille­gal aus dem Aus­land impor­tie­ren. Ach­ten Sie auf das BAM-Prüf­zei­chen der Bun­des­an­stalt für Mate­ri­al­for­schung- und Prü­fung!
  • Für den Not­fall Lösch­mit­tel (Eimer mit Was­ser, Feu­er­lö­scher) bereit­stel­len!
  • Schüt­zen Sie Haus und Woh­nung vor Brand­ge­fah­ren. Ent­fer­nen Sie Möbel, Haus­rat und ande­re brenn­ba­re Gegen­stän­de von Bal­ko­nen und Ter­ras­sen. Schlie­ßen Sie Fens­ter und Türen!
  • Neh­men Sie Rück­sicht auf Kin­der und Tie­re, die sehr unter der Knal­le­rei lei­den!
  • Rake­ten und Knal­ler nicht in der Nähe von Hecken oder brenn­ba­ren Pflan­zen und Bewuchs abfeu­ern!
  • Feu­er­werks­bat­te­ri­en nicht auf der Stra­ße betrei­ben, da hier even­tu­ell Ret­tungs­kräf­te durch­fah­ren müs­sen!
  • Bit­te räu­men Sie nach dem Schie­ßen die Stra­ße zügig wie­der von gro­ßen Feu­er­werks­kör­pern und vor allem von Glas­fla­schen und grö­ße­ren Gegen­stän­den!

Info: Feu­er­werks­ver­bo­te oder ähn­li­che Rege­lun­gen gibt es laut einer nicht reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge des Städ­te­tags mitt­ler­wei­le in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen, Ess­lin­gen, Has­lach im Kin­zig­tal, Kirch­heim unter Teck, Kon­stanz, Hei­den­heim, Mos­bach, Nagold, Öhrin­gen, Rott­weil, Tübin­gen, Über­lin­gen, Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen, Waib­lin­gen und Wein­gar­ten (Ober­schwa­ben). Wei­te­re nütz­li­che Tipps fin­den sich hier: http://www.fwvbw.de/mit-einem-knall-ins-neue-jahr,85.html.