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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Rott­weil Ers­te Reak­tio­nen zum Nar­ren­zunft-Vor­schlag: ”Klingt nach einem ver­nünf­ti­gen Deal”

Erste Reaktionen zum Narrenzunft-Vorschlag: ”Klingt nach einem vernünftigen Deal”

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Der in der Nacht zum heu­ti­gen Mitt­woch vor­ge­leg­te Kom­pro­miss­vor­schlag der Rott­wei­ler Nar­ren­zunft  ”klingt nach einem ver­nünf­ti­gen Deal.” So jeden­falls eine ers­te Reak­ti­on einer der D’Stadt-nab-Befür­wor­te­rin­nen. Ein ande­rer nennt es einen ”ers­ten Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung.” Auch Jörg Stauss, des­sen Sprung­va­ri­an­te die Nar­ren­zunft nun beschlos­sen hat, wer­tet die Zunft­ent­schei­dung posi­tiv und erhält Unter­stüt­zung für die­se Ansicht. Ver­ein­zelt wer­den zwar wei­ter­hin For­de­run­gen nach mehr laut. Doch das Lob für die Zunft scheint zu über­wie­gen – was einem der Zunft­obe­ren sogar den deut­lich mor­gend­li­chen Ein­kauf ver­län­gert hat. VON PETER ARNEGGER.

Es ist eine Rol­le seit­wärts, die die Nar­ren­zunft Rott­weil hier voll­führt. Kein Ein­kni­cken oder Zurück­ru­dern, aber auch kein Augen-zu-und-durch. Kei­ne Basta­po­li­tik, aber auch kein Ruder-aus-der-Hand-geben. Dem Ver­neh­men nach wur­de lang und inten­siv im Aus­schuss dis­ku­tiert, bevor der Ände­rungs­be­schluss des Ände­rungs­be­schlus­ses fest­stand. Eine Dis­kus­si­on mit durch­aus unkla­rem Aus­gang, so hört man.

Es scheint zu gelin­gen: Die Nar­ren­zunft scheint die Situa­ti­on vor der Haupt­ver­samm­lung am Frei­tag­abend befrie­den zu kön­nen. 

Denn auch einen ent­schei­den­den ihrer Kri­ti­ker, einen nam­haf­ten zudem, haben die Zunft­obe­ren für sich ein­neh­men kön­nen. Jörg Stauss, einer der Unter­zeich­ner der Anträ­ge an die Haupt­ver­samm­lung (die ver­le­sen, über die aber nicht abge­stimmt wer­den soll), schreibt, nach­dem er auf NRWZ.de vom Kom­pro­miss erfah­ren hat: ”Wir haben unser Haupt­ziel erreicht: d’Stadt nab! Ohne das Enga­ge­ment der gesam­ten Grup­pe ‘d’Stadt nab’ wäre ver­mut­lich nichts pas­siert! Glück­wunsch an alle!”. Stauss erhält für die­se Ein­schät­zung viel Zustim­mung.

Nicht alle sind zufrie­den. Auf Face­book schreibt etwa Andre­as Metsch: ”Ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Mir per­sön­lich wür­de es rei­chen. Den Zuschau­ern, die sonst immer zwi­schen dem Steak­haus und dem Möbel­wa­gen ste­hen wird der Kom­pro­miss sicher­lich nicht weit genug gehen.” Auch ande­re äußern sich in die­se Rich­tung.

Dem hält Zunftschrei­ber Prof. Frank Huber ent­ge­gen, dass er viel Zuspruch erhal­te: ”Fast eine Stun­de habe ich heu­te mor­gen gebraucht, um 100 Gramm Koch­schin­ken und sechs Eier zu kau­fen. Nur posi­ti­ve Reso­nanz von acht Bür­gern. Zwei in der Metz­ge­rei, die kann­te ich gar nicht.”

Huber gegen­über der NRWZ wei­ter: ”Aus den Ver­wal­tungs­flu­ren der Stadt schwappt uns Lob ent­ge­gen. Unse­re Spä­her berich­ten von Respekt und gezeig­tem Rück­grat für die­sen Schritt und die Aus­ge­frag­ten freu­ten sich über die Wen­de. Alte Ver­hal­tens­mus­ter der Nar­ren­zunft wur­den anschei­nend auf­ge­bro­chen.  Mit so was hat man nicht gerech­net. Zuschrif­ten per E‑Mail, alle posi­tiv. Unglaub­lich.”

Außer einem Online-Kom­­men­­tar, der natür­lich aus­ge­rech­net auf NRWZ.de erscheint, nimmt Huber ”einen Ruck wahr, der durch die Stadt geht, den man so zusam­men­fas­sen könn­te: End­lich ist das The­ma vom Tisch!”

Zusam­men­fas­send urteilt die Zunft am Mitt­woch­mor­gen: 

Nach der Ent­schei­dung der Nar­ren­zunft Rott­weil die Nar­ren­sprün­ge über die unte­re Haupt­stra­ße zum Johan­ni­ter­bad und dann von der Grafengasse/Kameralamtsgasse zum Fried­rich­platz zu füh­ren, haben zahl­rei­che Nar­ren den Ver­ant­wort­li­chen zu ihrer Ent­schei­dung gra­tu­liert. Mit dem Kom­pro­miss den Sprung­weg d’ Stadt nab zu füh­ren und gleich­zei­tig aber auch die Umzugs­stre­cke zu ver­kür­zen, kön­nen vie­le Nar­ren leben.

Vom Tisch sol­len damit auch Anfein­dun­gen sein, der die Zunft, der aber auch die Zunft­kri­ti­ker sich nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ aus­ge­setzt gese­hen haben. Huber zeigt sich nicht nach­tra­gend: ”Per­sön­li­che Aspek­te gab es in der tat­säch­lich Ver­gan­gen­heit, aber nicht heu­te.”

Einer der Spre­cher der zunft­kri­ti­schen Grup­pe ”d’ Stadt nab”, Micha­el Wycisk, zeigt sich gegen­über der NRWZ auch grund­sätz­lich zufrie­den damit, dass sein Ein­satz und der sei­ner Mit­strei­ter nun gefruch­tet hat. Und er legt Wert auf die Fest­stel­lung, dass er es ent­ge­gen anders­lau­ten­den Behaup­tun­gen nie kate­go­risch abge­lehnt habe, die Anträ­ge zuguns­ten eines Kom­pro­mis­ses vor der Haupt­ver­samm­lung zurück­zu­zie­hen. dass sie es ”ver­mut­lich” nicht tun wür­den, habe er gesagt, und sich sei­ne Aus­sa­ge mit die­sem Adverb ”ver­mut­lich” doch anders lese, als ohne.

Eine offe­ne Fra­ge bleibt noch: Wie wird die Haupt­ver­samm­lung der Zunft (Frei­tag, 23. Janu­ar, 20 Uhr, Kapu­zi­ner, Rott­weil) ablau­fen? Dies beant­wor­tet die Ver­eins­spit­ze eben­falls am Mitt­woch­mor­gen:

Zunächst ein­mal sind alle Mit­glie­der der Nar­ren­zunft Rott­weil mit Mit­glieds­kar­te aus dem Jahr 2015 herz­lich zur Ver­samm­lung ein­ge­la­den. Der Ablauf sieht dann vor, dass der Nar­ren­meis­ter zunächst sei­ne Eröff­nungs­re­de hält. Im Anschluss kom­men die Berich­te des Zunftschrei­bers und des Säckel­meis­ters sowie der Kas­sen­prü­ferbe­richt.

Auf­grund der Ver­zö­ge­run­gen in der Ver­öf­fent­li­chung der Ein­la­dung zur Gene­ral­ver­samm­lung wer­den kei­ne Beschlüs­se gefasst und Vor­stand­schaft sowie Aus­schuss auf der nächs­ten Gene­ral­ver­samm­lung ent­las­tet. Auch die Ände­rung des Mit­glieds­bei­trags steht dadurch zu einem ande­ren Datum auf der Agen­da.

Ange­dacht ist, dass die Nar­ren­zunft nach Gesprä­chen mit den Ver­tre­tern der d’Stadt nab-Grup­­pe und einer Auf­ar­bei­tung der dies­jäh­ri­gen Sprung­füh­rung Mit­te des Jah­res eine Ver­samm­lung ein­be­ruft. Nach den kur­zen Aus­füh­run­gen des Zwei­ten Nar­ren­meis­ters zum Ablauf der Fas­net sol­len dann die ein­ge­gan­ge­nen Anträ­ge im Wort­laut vor­ge­le­sen und dis­ku­tiert, aber nicht abge­stimmt wer­den. Auf einen sach­li­chen Ver­samm­lungs­ver­lauf freut sich die Nar­ren­zunft Rott­weil.

 

1 Kommentar

  1. ”Ange­dacht ist, dass die Nar­ren­zunft nach Gesprä­chen mit den Ver­tre­tern der d’Stadt nab-Grup­­pe und einer Auf­ar­bei­tung der dies­jäh­ri­gen Sprung­füh­rung Mit­te des Jah­res eine Ver­samm­lung ein­be­ruft.”?
    Was soll das? Gibt es jetzt neben dem Vor­stand eine soge­nann­te ”APO” die dann mit der Zunft ver­han­delt. Und wenn es dann den 2 Grup­pen etwas aus­den­ken wird es dann so gemacht? Wozu gibt es denn eine Mit­glie­der­ver­samm­lung? Not­falls meh­re­re im Jahr. Dann kann gemein­sam zustan­de kom­men, aber nicht so! Das ist fast schon wie ein ”Rott­wei­ler Klün­gel”.

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