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Rottweil
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start Rott­weil Ers­te Sta­ti­on auf dem Römer­pfad Alt­stadt ist fer­tig

Erste Station auf dem Römerpfad Altstadt ist fertig

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ROTTWEIL – Der ers­te Schritt ist geschafft: Die Mit­glie­der des Bür­ger­ver­ein Rot­t­­weil-Alt­­stadt haben die Trep­pe zur Hypo­kaust­an­la­ge unter St. Pela­gius saniert. Die flei­ßi­gen Hel­fer rund um Spre­cher Prof. Fried­rich Firn­kes zeig­ten Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und Kul­tur­amts­lei­ter Mar­co Schaf­fert sowie dem lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­ter des Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge Tho­mas Schlipf und der Koor­di­na­to­rin der Arbei­ten am Römer­pfad Dr. Kers­tin Hoff­mann vor Ort, was sie in wochen­lan­ger ehren­amt­li­cher Arbeit geleis­tet haben. Bei einem anschlie­ßen­den Gespräch im Haus der Ver­ei­ne wur­de das wei­te­re Vor­ge­hen für den geplan­ten Römer­pfad in der Alt­stadt erör­tert.

Dort, wo sich heu­te die Pfarr­kir­che St. Pela­gius in Alt­stadt erhebt, befand sich in römi­scher Zeit ein Bad – ver­mut­lich zunächst für die in Kas­tell III sta­tio­nier­ten Sol­da­ten, spä­ter als öffent­li­che Ein­rich­tung für alle Stadt­be­woh­ner. Die Anla­ge, die mit Heiß‑, Lau­warm- und Kalt­ba­de­be­rei­chen sowie min­des­tens einem Schwitz­bad aus­ge­stat­tet war, wur­de bereits 1898 ent­deckt.

Das Bade­ge­bäu­de wur­de in römi­scher Zeit durch einen Hohl­raum unter dem Fuß­bo­den beheizt, durch den hei­ße Luft gelei­tet wur­de, einem soge­nann­ten Hypo­cau­s­tum. Auch die Wän­de neben den Bade­be­cken waren aus hoh­len vier­kan­ti­gen Röh­ren auf­ge­baut, durch die hei­ße Luft ström­te. Die nied­ri­gen Säu­len zur Abstüt­zung des Fuß­bo­dens über der Anla­ge sind heu­te noch unter der Pela­gius­kir­che erhal­ten und kön­nen besich­tigt wer­den.

Ansehn­lich war der Zugang zu die­ser Hypo­kaust­an­la­ge aller­dings schon lan­ge nicht mehr: Feuch­te Wän­de, trü­bes Licht und ein ros­ti­ger Hand­lauf an der Trep­pe lie­ßen den Trep­pen­ab­gang wenig ein­la­dend erschei­nen.

Seit Herbst 2018 nun wech­sel­ten sich Robert Aigel­din­ger, Ralf „Hefe“ Arm­le­der, Raul Lep­re, Kurt Rich­ter und Eber­hard Wucher in dem schma­len Trep­pen­haus ab, um in mühe­vol­ler Arbeit alte Far­be zu ent­fer­nen und den feuch­ten Putz abzu­schla­gen. Nach dem Durch­trock­nen wur­den Wän­de und Decken­flä­chen grun­diert und ein fri­scher Putz auf­ge­zo­gen. Die Trep­pen­stu­fen muss­ten teil­wei­se neu beto­niert wer­den, der Hand­lauf wur­de ent­ros­tet und frisch gestri­chen. Maler­meis­ter Dipl.-Ing. Her­mann Breu­cha stand dabei dem Bür­ger­ver­ein mit Rat und Tat zur Sei­te, was die zu ver­wen­den­den Mate­ria­li­en und die Grun­die­rung betraf.

Nach der Sanie­rung durch den Bür­ger­ver­ein konn­te die Fir­ma Zei­sel­mei­er, die die­se Sta­ti­on des Römer­pfads auch finan­zi­ell unter­stütz­te, eine neue Beleuch­tung mit Zeit­schalt­uhr instal­lie­ren. Sobald nun im Früh­ling die Nacht­frös­te vor­bei sind, wird der Bür­ger­ver­ein Beton­so­ckel gie­ßen, die als Fun­da­ment für die Weg­mar­ker die­nen – das sind Infor­ma­ti­ons­ele­men­te, die dem Betrach­ter zei­gen, in wel­chem Bereich der römi­schen Stadt Arae Fla­viae er sich gera­de befin­det. Denn wo der heu­ti­ge Pas­sant den städ­ti­schen Betriebs­hof, ein Recy­cling­un­ter­neh­men oder einen Wen­de­platz erblickt, befan­den sich vor fast 2.000 Jah­ren Kas­tel­le, Tem­pel und das Forum der ältes­ten Stadt Baden-Wür­t­­te­m­bergs.

 

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