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Dienstag, 22. September 2020

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Erstmals steht den Grünen der Posten eines stellvertretenden Oberbürgermeisters zu

ROTTWEIL – Erstes Stelldichein der neuen grünen Gemeinderatsfaktion. Mit Hubert Nowack und Ingeborg Gekle-Maier trafen zwei Erfahrene auf die drei Neulinge Ira Hugger, Gabriele Schneider und Frank Sucker. Das Besondere dieses Anfangs war nicht nur spür-, sondern auch hörbar, denn mehrmals stießen Sektgläser an auf eine gute Teamarbeit unterschiedlicher Persönlichkeiten. Der Auftakt gelang: Zügig einigte die Runde sich auf die künftige Aufgabenverteilung. So blieb sogar viel Zeit für eine politische Initiative zur Stärkung des kommunalen Klimaschutzes.

Es gibt eine Änderung an der Fraktionsspitze. Wegen Vielfachbelastung reicht Hubert Nowack sein bisheriges Sprecheramt an Ingeborg Gekle-Maier weiter. Und diese zeigte sich offen, diese Rolle an eine der Neuen weiterzureichen, wenn diese sich eingearbeitet hat. Erstmals steht den Grünen der Posten eines stellvertretenden Oberbürgermeisters zu. Mit Gabriele Schneider könnte es gar eine Oberbürgermeisterin werden. Am Ratstisch bilden die drei Frauen das Zentrum der Fraktion- eingerahmt von den beiden Männern.

Ingeborg Gekle-Maier hatte im Wahlkampf deutlich den Wählerauftrag herausgehört, im Klimaschutz „zu liefern“. Passend dazu stellte Frank Sucker einen Antragsentwurf vor, der den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung rückt. Man müsse den Weckruf aus Wissenschaft und von Fridays for Future gerecht werden und mehr als einen Zahn zuzulegen. Das von der Weltgemeinschaft geforderte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, scheint kaum mehr einhaltbar. „Viele Jugendliche wühlt das auf. Sie sehen sich um ihre Zukunft gebracht“, heißt es im Text.

Doch wie kann man den kommunalen Klimaschutz beflügeln? Braucht’s dazu einen Kümmerer in der Verwaltung? Ein Vorschlag ist, die bisherigen sechs Leitbilder der Stadtentwicklung um das Leitbild „Klimaschutzstadt Rottweil“ zu erweitern. Ohne Bewahren der Lebensgrundlagen keine gedeihliche Zukunft der Stadt. Dieses Leitbild wäre auch eine Visitenkarte für die Landesgartenschau 2028. Es muss aber frei von Wortgeklingel handlungsorientiert ausfallen – natürlich unter Mitwirken von Fachkompetenz und Bürgerschaft. Des weiteren soll auch Rottweil den zwischen dem Land und den kommunalen Landesverbänden abgeschlossenen Klimaschutzpakt unterstützen und spätestens bis zum Jahr 2040 die Verwaltung weitgehend klimaneutral zu organisieren.

Weiter schlagen die Grünen dem Konstanzer Beispiel folgend vor, alle politischen Beschlussvorlagen darauf abzuklopfen, ob sie Auswirkungen auf den Klimaschutz haben. Wünschenswert wäre auch, wenn das städtische Energieteam, das den European Energy Award (eea) begleitet, eine Vertreterin bzw. einen Vertreter von „Fridays for Future“ einbezieht. Und schließlich wünscht sich die Ökopartei auf Anregung von Hubert Nowack eine Zusammenarbeit mit anderen Städten, die im Klimaschutz Pionierarbeit leisten.

Diese Ideen möchten die Grünen alsbald dem Arbeitskreis Klimaschutz der Lokalen Agenda vorstellen und hoffen danach auf weitere Anregungen von Verwaltung und den Reihen des Gemeinderats.

 

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