Fachstelle Sucht: Fokus auf Cannabis-Probleme

Das Team der Fachstelle Sucht in der Schrambergerstraße. Foto: pm

ROTTWEIL — Die Fach­stelle Sucht in Rot­tweil hat jet­zt ihren Jahres­bericht vorgelegt. Deut­lich wird darin, dass die Zahl der rat­suchen­den Män­ner im Alter von 21 bis 29 Jahren stark zugenom­men hat, aber auch die der Män­ner über 59 Jahren.

Einen Aktion­stag Alko­hol unter dem Mot­to “Weniger ist bess­er” gemein­sam mit den Selb­sthil­fe­grup­pen für Sucht­mit­te­lab­hängige gab es in Koop­er­a­tion mit der AOK und dem Gesund­heit­samt, zudem Schu­lun­gen für Flüchtlinge. Gemein­sam mit dem Edith-Stein-Insti­tut wurde das Grup­penange­bot für Kinder aus sucht­be­lasteten Fam­i­lien aus­ge­baut.

Die Nach­frage nach Beratun­gen und Präven­tionsver­anstal­tun­gen zum The­ma Cannabis ist in den let­zten Jahren kon­tinuier­lich gestiegen, teilt die Fach­stelle mit. Um sich mit den ver­schiede­nen Aspek­ten auseinan­derzuset­zen und für die Region die gute Koop­er­a­tion zwis­chen den ver­schiede­nen Insti­tu­tio­nen wie Polizei und Jus­tiz weit­erzuen­twick­eln, lud die Fach­stelle Sucht im März zu ein­er Ver­anstal­tung unter dem Titel: Cannabis im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung — Im Span­nungs­feld der juris­tis­chen und gesellschaftlichen Anforderun­gen — ein. Fast 30 inter­essierte Fach­leute aus den ver­schiede­nen Bere­ichen informierten sich bei dem Fachvor­trag von Prof. Dr. Rita Haverkamp zu diesem The­ma und disku­tierten die unter­schiedlichen Erfahrun­gen.

Auch die Präven­tion war ein wichtiges The­ma, vor allem in Schulen, unter anderem im Aus­tausch mit Schul­sozialar­beit­ern, Lehrern und Aus­bildern, aber auch bei Flüchtlin­gen. Außer­dem sind die Mitar­beit­er der Fach­stelle auch bei Klien­ten unter­wegs, um zu helfen, auch bei der Ver­mit­tlung von Ther­a­pi­en.

Regelmäßig gibt es Sem­i­nare für Ange­hörige von Suchtkranken, die meist auch unter der Krankheit lei­den und ihr Leben stark auf den Betrof­fe­nen aus­richt­en. In den Sem­i­naren ler­nen sie, ihr Leben wieder selb­st in die  Hand zu nehmen. Die Fach­stelle bietet außer­dem die Möglichkeit ein­er ambu­lanten Ther­a­pie für Betrof­fene, die nicht in eine Suchtk­linik kön­nen.

Etwa 60 Betrof­fene von Glücksspiel­sucht ließen sich von den Beratern helfen. In diesem Jahr soll außer­dem eine Kinder­gruppe starten.

Die Suchthil­fe hat sich in den let­zten Jahren erhe­blich verän­dert, viele Behand­lungsan­sätze sind hinzugekom­men und vor allem im ambu­lanten Bere­ich ste­hen immer mehr spezial­isierte Ange­bote zur Ver­fü­gung. Dabei rückt der Ansatz auch für Men­schen mit ein­er Suchterkrankung Möglichkeit­en zur Teil­habe am Leben „in“ und nicht „am Rande“ der Gesellschaft zu eröff­nen immer mehr in den Mit­telpunkt.”, betont die Lei­t­erin der Sucht­stelle, Anja Klin­gen­höfer.