Falsche Polizeibeamte in Rottweil scheitern knapp

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Die Hilfeschreie einer älteren Dame waren es am Ende, die falsche Polizeibeamte in Rottweil in die Flucht geschlagen hatten. Ihre Beute, 77.000 Euro, hielt einer von ihnen da schon in Händen. Er ergriff dann aber die Flucht. Die Polizei hat eine Täterbeschreibung veröffentlicht.

Falschen Polizeibeamten ist es am Mittwochabend in Rottweil fast gelungen, eine 77-jährige Frau um einen beachtlichen Bargeldbetrag zu erleichtern. Das berichtet die Polizei am Donnerstag.

“In bekannter Manier rief ein Betrüger bei der Frau zu Hause an”, so Thomas Kalmbach vom Referat Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Mit einer frei erfundenen Geschichte von festgenommenen Einbrecher, die eine Liste künftiger Opfer mitführten, habe der Gauner versucht, der 77-Jährigen zu suggerieren, nun selbst in Gefahr zu sein.

“Das wäre den falschen Polizisten auch fast gelungen. Die gutgläubige Seniorin verriet ihrem Gegenüber nämlich, dass sie Bargeld zu Hause hat”, so Polizist Kalmbach weiter. Daraufhin sei die Frau aufgefordert worden, ihre Barschaften zur Abholung durch die Kriminalpolizei bereit zu halten. Etwas mehr als eine Stunde später tauchten tatsächlich zwei “Zivile” bei der Rentnerin auf. Der namentlich angekündigte, vermeintliche Polizist kam an die Haustür, um das Kuvert mit dem Geld in Empfang zu nehmen.

“An dieser Stelle wurde die 77-Jährige jedoch misstrauisch und verweigerte die Herausgabe”, berichtet Kalmbach. Der Täter habe jetzt versucht, ihr das Briefkuvert mit dem Bargeld zu entreißen, worauf die Angegriffene laut um Hilfe schrie und sich wehrte. Daraufhin seien beide Gauner in unbekannte Richtung geflüchtet.

Der Trick: Die Rufnummer der Betrüger, unter der sie die Dame kontaktiert hatten, war gefälscht und endete mit der bekannten Notrufnumer 110.

Die beiden Täter werden wie folgt beschrieben: Der Geldabholer ist 26 bis 27 Jahre alt, 165 bis 170 Zentimeter groß und hat schwarzes, kurz geschnittenes Haar. “Er war gut gekleidet, trug einen dunklen Anzug und sprach Deutsch mit Akzent”, so der Beamte Kalmbach. “Der Täter könnte südosteuropäischer Abstammung sein. Sein Begleiter, etwa gleich alt und gleich groß, hatte einen schwarzen Lockenkopf. Zur Bekleidung gibt es keine Beschreibung.”

Bereits Ende August kam es in der Region zu mehreren Taten mit gleicher Begehungsweise, wobei es den Tätern in einem Fall gelang, Bargeld zu erbeuten.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen versuchtem Raub und bandenmäßigem Betrug. Unter der Rufnummer 0741 477 0 werden sachdienliche Hinweise zu den Betrügern entgegen genommen.

Polizist Kalmbach abschließend: Da Betrügerbanden weiterhin versuchen werden, als falsche Polizeibeamte an Geld und andere Wertgegenstände zu kommen, ist auch in Zukunft erhöhte Wachsamkeit geboten.”

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