Farbenprächtiges Mysterienspiel im renovierten Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil

"Sehnsucht nach Erneuerung - Suche nach Wahrheit und Frieden um 1500 und heute" lautet der Titel des neuen Mysterienspiels. Foto: vhh

ROTTWEIL – Für das neu reno­vier­te Hei­lig-Kreuz-Müns­ter, des­sen heu­ti­ges Erschei­nungs­bild ganz wesent­lich um 1500 geprägt wur­de und so einen beson­ders pas­sen­den Rah­men bil­det, wur­de das Mys­te­ri­en­spiel „Sehn­sucht nach Erneue­rung – Suche nach Wahr­heit und Frie­den um 1500 und heu­te“ geschrie­ben. Auf­füh­run­gen im Hei­lig-Kreuz-Müns­ter Rott­weil fin­den statt am Mitt­woch, 7. März ab 20 Uhr  und am Sonn­tag, 11. März, ab 17 Uhr.    

Die Zeit um 1500 ist auch durch das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um wie­der stär­ker ins Bewusst­sein gerückt. Was die Um- und Auf­brü­che in der Zeit um 1500 bedeu­ten, soll in far­ben­präch­ti­gen Sze­nen mit Musik, Ori­gi­nal-Tex­ten und his­to­ri­schen Renais­sance-Kos­tü­men anschau­lich wer­den und zei­gen, wel­che beein­dru­cken­de Viel­falt es damals gab in Reli­gi­on, Poli­tik, Gesell­schaft, Kunst und Wis­sen­schaft.

Die Mys­te­ri­en­spiel-Grup­pe mit Jugend­li­chen aus dem Alber­tus-Magnus- und Dros­te-Hüls­hoff-Gym­na­si­um Rott­weil hat das Stück unter der Lei­tung von Vero­ni­ka Heck­mann-Hage­loch selbst ent­wi­ckelt mit Blick auf den Beginn der Neu­zeit um 1500. Dabei knüpft sie an die Tra­di­ti­on mit­tel­al­ter­li­cher Spie­le an und bringt sie in einen Bezug zur Gegen­wart. Die bei­den Jugend­li­chen „Ani­ma” und „His­to­ria” erkun­den im Gespräch, was die Men­schen um 1500 beweg­te und wel­che Erkennt­nis­se, Erfin­dun­gen und Ent­de­ckun­gen bis heu­te nach­wir­ken, etwa die Refor­ma­ti­on und die Erneue­rungs­be­we­gun­gen der katho­li­schen Kir­che, Guten­bergs Erfin­dung des Buch­drucks mit beweg­li­chen Let­tern  und die Ent­de­ckung des neu­en Kon­ti­nents Ame­ri­ka.

Es gab einen regen Aus­tausch an Ide­en und Wer­ken auch schon um 1500 in Euro­pa. Vie­le Per­sön­lich­kei­ten kann­ten sich oder hat­ten zumin­dest von­ein­an­der gehört. Eini­ge tre­ten im Spiel tre­ten sicht­bar auf, zum Bei­spiel Eras­mus von Rot­ter­dam, Theo­lo­ge und Wis­sen­schaft­ler, der  sich damals für bedin­gungs­lo­sen Frie­den ein­setz­te und im Brief­wech­sel mit Mar­tin Luther stand, des­sen Ide­en er unter­stütz­te. Die text­kri­ti­sche Aus­ga­be des Neu­en Tes­ta­ment in grie­chi­scher Spra­che von Eras­mus dien­te Mar­tin Luther als Grund­la­ge für sei­ne Über­set­zung ins Deut­sche. In sei­nem Buch „Das Lob der Tor­heit” schreibt er kri­tisch und zugleich hoff­nungs­voll über die Not­wen­dig­keit von Refor­men in der Kir­che. Eng befreun­det mit Eras­mus waren Tho­mas Morus und sei­ne Toch­ter Mar­ga­ret. Der Poli­ti­ker Tho­mas Morus, eng­li­scher Lord­kanz­ler unter König Hein­rich VIII., wur­de hin­ge­rich­tet, weil er sei­nem Gewis­sen treu geblie­ben ist. In sei­ner Schrift „Uto­pia” ent­warf er das Ide­al eines Staa­tes, in dem Men­schen in Frie­den leben kön­nen. Albrecht Dürers Ehe­frau Agnes und Michel­an­ge­los Freun­din Vit­to­ria Colon­na ver­wei­sen auf die neu­en Inter­es­sen der Künst­ler der Renais­sance.                                                                                                                                     

Die musi­ka­li­sche Beglei­tung, bei der auch Stü­cke aus der Zeit des 16. Jahr­hun­derts erklin­gen, über­nimmt Bea­te Vöh­rin­ger an der Orgel.  Das Spiel dau­ert etwa eine Stun­de. Der Ein­tritt ist frei, um Spen­den wird gebe­ten.                                    

 Infor­ma­tio­nen im Inter­net unter : www.mysterienspiel.de