Stadtbrandmeister Frank Müller, Ordnungsamtsleiterin Renate Glatthaar und Gerold Martin vom Gemeindevollzugsdienst erinnern an das städtische Feuerwerksverbot zum Schutz der historischen Rottweiler Innenstadt (von links). Im direkten Umfeld von Kirchen wie hier am Münster aber auch bei Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Fachwerkhäusern ist Feuerwerk übrigens ohnehin gesetzlich verboten. Foto: pm

ROTTWEIL – An Sil­ves­ter bleibt Feu­er­werk in der Rott­wei­ler Innen­stadt wei­ter ver­bo­ten. Feu­er­wehr, Poli­zei und Ord­nungs­amt wol­len damit die beson­ders gefähr­de­ten his­to­ri­schen Häu­ser vor Brän­den durch Feu­er­werks­kör­per schüt­zen. Ohne­hin gesetz­lich ver­bo­ten ist die Knal­le­rei übri­gens im direk­ten Umfeld von Kir­chen, Kran­ken­häu­sern, Kin­der- und Alters­hei­men sowie Fach­werk­häu­sern.

Wenn Rake­ten beim Auf­stei­gen unter die Dächer gera­ten oder an der Fas­sa­de hän­gen blei­ben, kön­nen sie wie Brand­be­schleu­ni­ger wir­ken“, erklärt Rott­weils Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler. „In der  his­to­ri­schen Innen­stadt ver­schärft sich die Gefahr dadurch, dass hier vie­le Häu­ser nicht durch Brand­wän­de getrennt sind. Wenn es ein­mal brennt, dann brei­tet sich Feu­er rasend schnell aus.“ Beson­ders kri­tisch ist das in den engen, ver­win­kel­ten Gas­sen, da die Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge hier nicht so schnell wie anders­wo vor­wärts kom­men. Gefähr­lich sind auch Innen- und Hin­ter­hö­fe, in denen häu­fig Brand­las­ten lagern und die für die Feu­er­wehr schwer zu errei­chen sind. „Gera­ten dort unbe­merkt Feu­er­werks­ra­ke­ten hin und ent­zün­den das Mate­ri­al, dann es sehr schwie­rig, noch recht­zei­tig ein Feu­er zu ver­hin­dern.“

Auch 2017 darf daher in der his­to­ri­schen Innen­stadt von Rott­weil kein Feu­er­werk abge­schos­sen wer­den. „Wir haben wie­der aus­nahms­los alle For­men von Feu­er­werk – egal ob Rake­ten, Böl­ler oder Knall­frö­sche – ver­bo­ten“, so Rena­te Glatt­haar, Lei­te­rin des städ­ti­schen Ord­nungs­amts. Nach Weih­nach­ten wird die Stadt­ver­wal­tung die Ver­bots­zo­ne wie­der mit Schil­dern mar­kie­ren. Die Gren­ze ist leicht zu mer­ken: Sie ver­läuft außen um den his­to­ri­schen Stadt­kern ent­lang der ehe­ma­li­gen Stadt­be­fes­ti­gung. Die Poli­zei wird in der Sil­ves­ter­nacht in der Innen­stadt ver­stärkt Prä­senz zei­gen. 50 Euro dro­hen übri­gens jedem, der sich nicht an das Ver­bot hält. Rena­te Glatt­haar betont aber: „Wer Vor­sätz­lich han­delt, muss sogar mit einem Buß­geld bis zu 100 Euro rech­nen.“

Außer­halb der his­to­ri­schen Innen­stadt und in siche­rem Abstand zu Kir­chen, Kran­ken­häu­sern, Kin­der- und Alters­hei­men sowie Fach­werk­häu­sern ist Feu­er­werk erlaubt. Die Feu­er­wehr mahnt aber auch jen­seits der Ver­bots­zo­nen zur Vor­sicht. Brenn­ba­re Gegen­stän­de soll­ten an Sil­ves­ter von Bal­ko­nen oder Ter­ras­sen weg­ge­räumt wer­den. Zudem soll­ten Fens­ter und Türen sicher­heits­hal­ber geschlos­sen wer­den. Hier noch eini­ge Hin­wei­se für ein siche­res Feu­er­werks­er­leb­nis zum Jah­res­wech­sel hin:

Feu­er­werks­ar­ti­kel gehö­ren nicht in die Hän­de von Kin­dern, Jugend­li­chen und alko­ho­li­sier­ten Per­so­nen!
Knall­kör­per und Rake­ten nur im Frei­en ver­wen­den. Aus­rei­chen­den Sicher­heits­ab­stand zu Per­so­nen und Gebäu­den ein­hal­ten!
Gebrauchs­an­wei­sung beach­ten!
Knal­ler nicht zusam­men­bün­deln, nicht wie­der anzün­den; unbrauch­bar machen mit Was­ser!
Rake­ten nur senk­recht abfeu­ern, siche­ren Stand­platz wäh­len (lee­re Fla­sche im Fla­schen­kas­ten). Auf eine siche­re Flug­rich­tung ach­ten!
Rake­ten bei stär­ke­rem Wind und Wind­bö­en nicht abfeu­ern!
Auf kei­nen Fall Feu­er­werks­kör­per selbst her­stel­len oder ille­gal aus dem Aus­land impor­tie­ren. Ach­ten Sie auf das BAM-Prüf­zei­chen der Bun­des­an­stalt für Mate­ri­al­for­schung- und Prü­fung!
Für den Not­fall Lösch­mit­tel (Eimer mit Was­ser, Feu­er­lö­scher) bereit­stel­len!
Schüt­zen Sie Haus und Woh­nung vor Brand­ge­fah­ren. Ent­fer­nen Sie Möbel, Haus­rat und ande­re brenn­ba­re Gegen­stän­de von Bal­ko­nen und Ter­ras­sen. Schlie­ßen Sie Fens­ter und Türen!
Neh­men Sie Rück­sicht auf Kin­der und Tie­re, die sehr unter der Knal­le­rei lei­den! 

INFO: Frank Mül­ler bit­tet übri­gens auch um beson­de­re Vor­sicht bei Weih­nachts­bäu­men und Advents­krän­zen. Gera­de zwi­schen den Jah­ren ist beson­de­re Auf­merk­sam­keit gebo­ten: „Die Zwei­ge sind dann beson­ders gefähr­lich, da schon aus­ge­trock­net.“ Wei­te­re nütz­li­che Tipps fin­den sich hier: http://www.fwvbw.de/mit-einem-knall-ins-neue-jahr,85.html.