Blick über die künftige Retentionsfläche in Hausen. Archivfoto:pm

ROTTWEIL – Die Ent­wick­lung im Rott­wei­ler Teil­ort Hau­sen sowie der städ­ti­sche Haus­halt waren die zwei bestim­men­den The­men in der ers­ten Sit­zung von Forum für Rott­weil (FFR). Die­se fand, wie bereits seit eini­gen Jah­ren Usus, im Gast­haus Adler in Hau­sen statt.

Orts­vor­ste­her Her­bert Sau­ter zeig­te sich in sei­nem Bericht recht zufrie­den mit ver­schie­de­nen Ent­wick­lun­gen in Hau­sen. Er hof­fe, bis zum Jah­res­en­de die ers­ten Grund­stü­cke im geplan­ten Bau­ge­biet Bron­nen­kohl-Raut­zen ver­ge­ben zu kön­nen, so dass dort im Früh­jahr mit dem Haus­bau begon­nen wer­den kön­ne. Für den von Ort­schafts­rat und Gemein­de­rat ein­stim­mig bevor­zug­ten Bau eines Kreis­ver­kehrs am Orts­ein­gang erhofft sich Hau­sens Orts­vor­ste­her noch Zuschüs­se vom Land. Die Lösung stieß auch auf Zustim­mung der inter­es­sier­ten Besu­cher aus Hau­sen sowie der FFR-ler, bringt sie doch deut­lich mehr Sicher­heit vor allem für Fuß­gän­ger.

Mehr­ge­schoss­bau sei für den ers­ten Bau­ab­schnitt des Wohn­ge­biets mit etwa 34 Plät­zen aller­dings nicht vor­ge­se­hen und pas­se nicht in die Land­schaft, erklär­te Sau­ter auf Nach­fra­ge von FFR-Stadt­rä­tin Elke Rei­chen­bach, die dar­über ihr Bedau­ern aus­drück­te. Sau­ter bestä­tig­te zwar eine rege Nach­fra­ge nach Miet­woh­nun­gen in Hau­sen, doch kön­ne er sich Mehr­ge­schoss­woh­nungs­bau eher in der Orts­mit­te vor­stel­len. Er ver­wies auf den seit eini­ger Zeit ent­wi­ckel­ten so genann­ten Mas­ter­plan, der Bau­lü­cken im Ort erschlie­ßen soll. „Wir wol­len vor Ort defi­nie­ren, was wir uns für ein­zel­ne Bau­lü­cken vor­stel­len kön­nen und damit gezielt an die Besit­zer her­an­ge­hen“, lau­tet Sau­ters Vor­stel­lung. Vor allem für Senio­ren sei es wich­tig, in Orts­kern­nä­he zu bau­en und nicht in einer Rand­la­ge. Der ers­te Bau­ab­schnitt des Gebiets Bron­nen­kohl-Raut­zen lie­ge zu sehr am Rand, so sei­ne Ein­schät­zung. Auf die Nach­fra­ge von FFR-lerin Ulri­ke Uhlen­kamp nach betreu­tem Woh­nen erklär­te Sau­ter, mit rund 1000 Ein­woh­nern sei Hau­sen offen­bar zu klein, um für Inves­to­ren inter­es­sant zu sein.

Leb­haft dis­ku­tier­ten die FFR-ler den Ent­wurf des städ­ti­schen Haus­halts für 2019. Kri­tisch sah etwa Hei­de Frie­de­richs die Stel­len­meh­run­gen im Bereich von Tou­ris­mus und Wirt­schafts­för­de­rung. Letz­te­rer Bereich soll um eine Stel­le auf­ge­stockt wer­den. Sie ver­wies auf den Grund­satz der Stadt­rä­te, neue Stel­len gegen­fi­nan­ziert zu sehen. Dies sehe sie in dem Fall nicht gege­ben. Die FFR-Stadt­rä­te Rei­ner Hils und Elke Rei­chen­bach ver­wie­sen auf die Not­wen­dig­keit, Tou­ris­ten in Rott­weil eine aus­rei­chen­de Infra­struk­tur zu bie­ten. Der TK-Test­turm habe vie­le zusätz­li­che Besu­cher in die Stadt gebracht, die betreut wer­den müss­ten. Eine der 2,5 für den Tou­ris­mus­be­reich geneh­mig­ten Stel­len sei zudem durch die Ein­nah­men durch Füh­run­gen am TK-Test­turm finan­ziert. Micha­el Lei­brecht äußer­te Ver­ständ­nis und ver­wies flan­kie­rend auf eine älte­re For­de­rung von FFR, Tou­ris­ten in Rott­weil etwas zu bie­ten. Doch zur Ent­wick­lung neu­er Kon­zep­te im Bereich Stadt­mar­ke­ting und Tou­ris­mus sei eben auch Per­so­nal nötig. Das gel­te vor allem auch im Hin­blick auf die Lan­des­gar­ten­schau. Schwie­rig abzu­schät­zen sei, wie stark die städ­ti­schen Aus­ga­ben für den Tou­ris­mus­be­reich noch stei­gen und wel­che Sum­men auf der Ein­nah­men­sei­te stün­den, merk­te FFR-Spre­che­rin Anja Klin­gel­hö­fer an. Da erwar­te sie nach einer gewis­sen Zeit kla­re Anga­ben zu den Kos­ten. Klar ist aber auch: Für FFR haben die Anlie­gen der Rott­wei­ler Bür­ger Vor­rang vor den Wün­schen der Tou­ris­ten. The­men wie sozia­ler Aus­gleich, Jugend­be­tei­li­gung, Woh­nungs­bau, Bil­dungs­för­de­rung, nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung sowie Innen­stadt­be­ru­hi­gung haben dabei hohe Prio­ri­tät.

Dis­ku­tiert wur­den eben­falls die kürz­lich in der Pres­se vor­ge­stell­ten neu­en Sitz­mö­bel­va­ri­an­ten für die Innen­stadt. Bei den FFR-lern kam die Fra­ge auf, ob sich der Erhalt der von Rott­wei­ler Schü­lern ent­wor­fe­nen Palet­ten­mö­beln nicht loh­ne. Damit wer­de doch auch die Eigen­in­itia­ti­ve der Jugend­li­chen hono­riert, merk­te Micha­el Lei­brecht an. Die Palet­ten­mö­bel wür­den sehr stark genutzt und luden durch die kusche­li­gen Kis­sen jun­ge wie älte­re Men­schen zum Sit­zen und Ver­wei­len ein, stell­ten die Dis­ku­tan­ten fest. Das schien ihnen bei den von Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten aus Stutt­gart ent­wor­fe­nen Möbeln aus glat­ten, küh­len Mate­ria­li­en nicht der Fall zu sein, so die mehr­fach ver­tre­te­ne Mei­nung. FFR-Kan­di­dat Jona­than Dom konn­te sich durch­aus vor­stel­len, mit den Schu­len ein Lang­zeit­pro­jekt zum Erhalt der Palet­ten­mö­bel zu ver­ein­ba­ren. In den Gemein­de­rat soll das The­ma noch in die­sem Jahr kom­men, dann kann wei­ter dis­ku­tiert wer­den.