Friedrichsplatz Rottweil: vom Busbahnhof zur Stadt-Plaza

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ROTTWEIL – In einer dreiteiligen Artikelserie im Vorfeld der Einwohnerversammlung am 25. Oktober stellt die Stadt Rottweil wichtige Eckpunkte ihres Mobilitätskonzepts vor. Zum Auftakt liegt der Schwerpunkt auf dem Friedrichsplatz. Bislang ist dieser durch die Nutzung als „Rendezvousplatz“ für Busse geprägt. Künftig soll hier ein attraktiver Stadtplatz entstehen. Die Bushaltestellen werden dafür in den Nägelesgraben verlagert und es wird über einen Einbahnverkehr nachgedacht, wie er bereits bis in die 90er-Jahre gegolten hatte.

Der Friedrichsplatz, bisher eine Asphaltfläche für Busse und Pkw, soll laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung künftig zu einer lebenswerten Stadt-Plaza aufgewertet werden und Raum zum Verweilen und Bummeln sowie attraktive Flächen für Außengastronomie und Einzelhandel bieten. „Die gegenwärtige Nutzung als zentraler Busumsteige-Platz verhindert jede städtebauliche Möglichkeit, hier einen attraktiven Stadtraum zu entwickeln“, erklärt Oberbürgermeister Ralf Broß. „Die eindrucksvolle Wirkung der Predigerkirche und der historischen Häuserfassaden sind so geradezu verschenktes Potenzial.“ Nicht ohne Grund wird seit vielen Jahren aus der Bürgerschaft der Wunsch geäußert, den Friedrichsplatz durch eine Verkehrsberuhigung städtebaulich aufzuwerten. Gemeinderat und Stadtverwaltung unterstützen dieses Ansinnen. „Durch die geplante Hängebrücke wird der Friedrichsplatz zu einem wichtigen Entrée in unsere Stadt, Rottweil sollte hier künftig seine Gäste auf einem freundlichen Stadtplatz mit Wohlfühlcharakter empfangen“, findet Broß.

Die Stadtverwaltung schlägt nun mit dem Mobilitätskonzept erstmals konkrete Schritte vor, wie eine Aufwertung des Friedrichsplatzes gelingen kann: Zum einen soll der Zentrale Busumsteige-Platz (ZUP) vom Friedrichsplatz an den Nägelesgraben verlagert werden. Das hat Gründe: „Der Friedrichsplatz ist aktuell der letzte Arm des historischen Straßenkreuzes, der gestalterisch mit fünf Fahrbahnen komplett dem motorisierten Verkehr untergeordnet ist“, so Bürgermeister Dr. Christian Ruf. Die bestehenden Bushaltestellen auf dem Friedrichsplatz sind nicht barrierefrei und entsprechen nicht den Anforderungen an fahrgastfreundliche Haltestellen: Es gibt keinen Wetterschutz, keine Toiletten, keine moderne digitale Fahrgastinformationssysteme. Die Fahrgäste müssen durch teilweise dichten Verkehr die Haltestellenseiten wechseln. „Eine zeitgemäße Ertüchtigung sowie eine barrierefreie Anordnung der Haltestellen sind technisch unter den räumlichen Gegebenheiten nicht möglich“, betont der Bürgermeister.

So könnte der Friedrichsplatz in Zukunft gestaltet werden: Viel Raum für Gastronomie, Grünanlagen und Einzelhandel, dafür nur noch eine Fahrbahn für Autos im Einrichtungsverkehr. Der ÖPNP und Radfahrer werden bevorzugt und dürfen weiter in beide Richtungen fahren (Grafik: Stadt Rottweil).

Eine weitere Maßnahme, um den Friedrichsplatz zu einer urbanen Stadt-Plaza mit mehr Grün umgestalten zu können, ist der Einbahnverkehr: „Wir schlagen vor, den Friedrichsplatz für Autoverkehr aus Richtung Norden zu sperren“, kündigt OB Broß an. Für den ÖPNV und den Radverkehr bleibt der Friedrichsplatz aber in beide Richtungen befahrbar. Zwar sei eine Vollsperrung angesichts der heutigen Verkehrszahlen noch nicht darstellbar. Aber bereits eine Einbahnregelung würde sehr viel Spielraum für mehr Lebensqualität auf dem Friedrichsplatz und in der gesamten historischen Innenstadt bieten, sind sich Broß und Dr. Ruf sicher. Vorbild könnte etwa die Untere Hauptstraße sein, wo nach der Neugestaltung des Straßenzuges 2011 neue Restaurants ansiedelten und auch das benachbarte Eiscafé seine Außengastronomie erweitern konnte. OB Broß betont: „Das Land unterstützt im Vorfeld von Landesgartenschauen gezielt städtebauliche und verkehrliche Projekte mit Fördergeldern. Wir sollten diese einmalige Chance nutzen, um Rottweils Innenstadt bis 2028 fit für die Zukunft zu machen.“

INFO: Einwohnerversammlung Mobilitätskonzept am Montag, 25. Oktober, 19 Uhr. Einlass mit Planschau um 18 Uhr. Die Besucherzahl ist wegen Corona eingeschränkt, es findet daher eine Übertragung in die benachbarte Stallhalle und auf www.rw2028.de statt. Es gibt eine kostenlose Corona-Testmöglichkeit vor Ort und es gilt eine Maskenpflicht.

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1 Kommentar

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Rottweiler Adler
2 Jahre her

Wissen die Planer wo der Friedrichsplatz ist und welche Gastronomen dort wirken? Die Tonstube ist es nicht ….

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