Friedrichsplatz: Streit beschäftigt jetzt auch die Polizei

Anwohnerin liegt mit Jugendlichen im Clinch

Es sind die kleinen Dinge, die nerven. Wenn etwas täglich wiederkehrt, über das man sich aufregt. Am Friedrichsplatz in Rottweil, Mitte der kleinen Stadt, ärgert sich eine Anwohnerin über Verschmutzungen vor ihrer Haustür. Nun hat sie die Jugendlichen, die sie als Verursacher ausgemacht hat, offenbar zur Rede gestellt. Und die haben auf ihre Art geantwortet. Das Ganze ist jetzt ein Fall für die Polizei.

Ganz allmählich eskaliert das. Zunächst sind da junge Leute, die sich offenbar nicht ordentlich benehmen. Eine Anwohnerin wehrt sich dagegen und gerät mit den Jugendlichen in Streit. Das Resultat: eine Sachbeschädigung. Nichts allzu dramatisches, aber ein Schaden von 500 Euro allemal. Und die Polizei ermittelt.

„Die Wohn- und Lebensqualität lässt seit einiger Zeit immer mehr zu wünschen übrig.” Die Anwohnerin am Friedrichsplatz, die schon vor ein paar Tagen die NRWZ um Hilfe gebeten hat, drückt sich gewählt aus. Umso größer ist ihr Ärger über die Verschmutzungen vor ihrer Haustür.

Martina A., so nennen wir die Frau mal, reicht’s. Mittwoch vor der Fasnet, als sie gerade wieder von der Arbeit heimgekehrt war, hat sie das Handy gezückt und Fotos gemacht. Darauf ist ihr Hauseingang zu sehen, wie sie berichtet, und der ist vermüllt.

Rund 25 Papier- und Folienschnipsel sind mit bloßem Auge zu erkennen. Nichts, was dauerhaft Schmutz machte oder nicht geschwind aufgelesen werden könnte. Aber das ist ja nicht einmalig so, das ist immer so. Wie gesagt: Martina A. reicht’s.

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„Wir wohnen seit über 25 Jahren am Friedrichsplatz”, schreibt die Frau spontan an die NRWZ-Redaktion. In jüngerer Zeit werde die Wohnsituation immer schlimmer. „Tagtäglich haben wir mit verschmutzten, verspuckten und verschmierten Treppen und Hauseingängen zu kämpfen.”

A. will erreichen, dass die Stadtverwaltung sich um die Misere kümmert. „Es ist eine Frechheit und eine Zumutung für uns Anwohner, dass die Stadt beziehungsweise das Ordnungsamt sich nicht für uns Anwohner einsetzt”, schreibt sie. Das Ordnungsamt könnte „vielleicht mal etwas öfter eingreifen und ein Auge darauf werfen. Ab Rosenkavalier bis Predigerkirche ist auf beiden Straßenseiten alles sehr verschmutzt und heruntergekommen.” Und weiter: „Die Wohn- und Lebensqualität lässt seit einiger Zeit immer mehr zu wünschen übrig.” Inzwischen hat die Frau auch wieder einen „Schmotzigen” überstanden. Schon davor hoffte sie: „Eventuell bringt es auf diesem Weg über die NRWZ was.”

„Wir können den Ärger der Anwohner verstehen.” So beginnt die Stellungnahme der Stadtverwaltung. Deren Sprecher, Tobias Hermann, verspricht: „Wir sorgen zeitnah dafür, dass das Ortsbild wieder einen aufgeräumten Eindruck macht. Er bedankt sich in der Folge sogar für den Hinweis der NRWZ-Leserin.

Denn: „Vandalismus und Vermüllung machen unseren Mitarbeitern immer wieder und an vielen Stellen der Stadt zu schaffen”, so Hermann. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuche die Stadt dafür zu sorgen, dass die Situation am Friedrichsplatz verträglich bleibt. Der Sprecher zählt auf: „Unser Betriebshof putzt regelmäßig die Stadt und räumt Müll weg. Die Papierkörbe am Friedrichsplatz werden täglich geleert. Die Kehrmaschine reinigt den Bereich Friedrichsplatz zweimal wöchentlich.” Der Betriebshof nehme auch gerne Hinweise aus der Bevölkerung entgegen, wenn Müll vorgefunden wird.

Für alle, die möchten, dass die Verursacher der Sauerei direkt bestraft werden, weiß Hermann zudem: „Das Ordnungsamt darf und kann nur verwarnen, wenn tatsächlich direkt vor den Augen der Mitarbeiter Müll weggeworfen wird und der Verursacher eindeutig identifiziert werden kann. Das ist leider nur selten möglich.”

Am Donnerstagnachmittag nun kam’s zu der Sachbeschädigung. Laut Polizei wurden an einem Gebäude am Friedrichsplatz 10 – also vor dem bisher nur zugemüllten Hauseingang –  zwischen 16.15 und 17 Uhr zwei Briefkästen, die dazugehörigen Briefkastenschlösser sowie eine Klingel verklebt. Briefkästen und Klingel seien weiter funktionsunfähig.

Der Sachschaden beläuft sich auf rund 500 Euro, so die Polizei weiter.

„Möglicherweise kommt für die Sachbeschädigung eine größere Jugendgruppe in Frage, die sich in der Nähe der Örtlichkeit aufgehalten hatte und mit einer Wohnungsinhaberin verbal in Streit geraten war“, heißt es im Polizeibericht. Hinweise nimmt sie unter Tel. 0741/477-0 entgegen.