nftzeichen der Bäcker im Stadtmuseum Rottweil. Foto: Stadt Rottweil

ROTTWEIL – Das Stadt­mu­se­um Rott­weil lädt am Sonn­tag, 5. Mai  zu einer öffent­li­chen Füh­rung unter dem Titel  „Recht und Brauch des Hand­werks und der Zünf­te“ ein. Doris Wilbs beleuch­tet einen inter­es­san­ten Aspekt der Stadt­ge­schich­te. Beginn ist um 15 Uhr.

Das Stadt­mu­se­um Rott­weil bie­tet auch in die­sem Jahr jeden ers­ten Sonn­tag im Monat eine öffent­li­che Füh­rung im Rah­men einer Ver­an­stal­tungs­rei­he an. Dabei wer­den ein­zel­ne The­men des reich­hal­ti­gen Samm­lungs­be­stan­des inter­es­sier­ten Besu­chern näher­ge­bracht, die Schät­ze des Hau­ses sol­len auf die­se Wei­se neu erfah­ren wer­den.

Im 12. Jahr­hun­dert schlos­sen sich Hand­wer­ker zu Zünf­ten zusam­men. Die Rott­wei­ler Zünf­te sol­len unter König Rudolf von Habs­burg Ende des 13. Jahr­hun­derts gegrün­det wor­den sein. 1314 wer­den sie erst­mals genannt und 1378 wur­de ihnen vol­les poli­ti­sches Mit­wir­kungs­recht und die Kon­trol­le der gesam­ten städ­ti­schen Poli­tik zuge­stan­den, was sinn­ge­mäß bis zum Ende der Reichs­stadt­zeit Gül­tig­keit hat­te. Für die Hand­wer­ker bestand Zunft­pflicht. Im Beneh­men mit dem Rat regel­ten die Zünf­te den Ein­kauf von Roh­stof­fen, Prei­se und Absatz der Waren, die Aus­bil­dung des Nach­wuch­ses oder die Arbeits­zei­ten. Wich­ti­ge Doku­men­te, wie die Ord­nun­gen einer Zunft oder eines Hand­werks, wur­den in den Zunft­la­den auf­be­wahrt, die sich gewöhn­lich in den Zunft­häu­sern oder Zunft­her­ber­gen befan­den. Das Stadt­mu­se­um besitzt Zunft­la­den aus dem 18. Jahr­hun­dert – her­vor­ra­gen­de Zeug­nis­se Rott­wei­ler Schrein­er­kunst. Die erhal­te­nen Zunft­zei­chen spie­geln das Selbst­be­wusst­sein der Zünf­te wie­der.

Im kirch­li­chen Bereich nah­men die Zünf­te an Pro­zes­sio­nen, Wall­fahr­ten und Bitt­ge­be­ten teil, in den Zunft­stu­ben wur­den anste­hen­de stadt­po­li­ti­sche Fra­gen bera­ten, Wah­len vor­be­rei­tet aber auch von den Zunft­meis­tern in bestimm­ten Rechts­fäl­len geur­teilt. Beim Tod eines Zunft­mit­glieds sorg­te die Zunft für die Hin­ter­blie­be­nen. Im Kriegs­fall zogen die Zünf­te unter ihren Fah­nen gegen den Feind oder ver­tei­dig­ten bestimm­te Abschnit­te an der Stadt­be­fes­ti­gung.

INFO: Treff­punkt zu die­ser span­nen­den Füh­rung mit Doris Wils ist in der Alter­tums­hal­le des Stadt­mu­se­ums. Die Füh­rungs­ge­bühr beträgt  zwei Euro zuzüg­lich Ein­tritt. Kin­der bis 18 Jah­re sind frei.