„Für Kinder und Jugendliche ist Corona alles andere als ein Spaziergang!“

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„Mit großer Sorge haben wir in den vergangenen Wochen die montäglichen ‚Corona-Spaziergänge‘ in Rottweil beobachtet.“ So beginnt eine gemeinsame  Erklärung des Stadt- und Kreisjugendrings. Weiter schreiben die beiden Sprecher Jonathan Dom  für den Stadtjugendring Rottweil  und Fidelis Stehle  für den Kreisjugendring Rottweil:

„Demokratie, Solidarität und Meinungsfreiheit sind für uns als Jugendringe seit unserer Gründung bis heute elementare Werte. Dabei sind sachliche Kritik, Diskussionen, gelebte Meinungsfreiheit und ordnungsgemäßes Demonstrieren für uns wichtige Werte, für die wir einstehen, sie verteidigen und selbst lebhaft praktizieren.

Die unangemeldeten Demonstrationen unter der trügerischen Bezeichnung „Spaziergänge“ untergraben dabei aber gerade diese Werte, in dem bewusst und organisiert in Kauf genommen wird Seite an Seite mit Rechtsextremen, Antisemit*innen und Verschwörungserzähler*innen gegen geltendes Recht zu verstoßen.1 Das was bei “Corona-Spaziergängen” passiert hat für uns nichts mit sachlicher Kritik zu tun und ist für Menschen die an COVÌD-19 erkrankt oder gestorben sind, Angehörige verloren haben oder in der Pflege seit Monaten am Limit und darüber hinaus gegen die Pandemie ankämpfen „ein Schlag ins Gesicht“.

Für uns als Jugendringe ist dabei vor allem die Situation der Kinder und Jugendlichen bei uns im Kreis ein Herzensanliegen. In diesem Zusammenhang machen uns die sogenannten „Spaziergänge“ sauer, denn wenn an Montagen ohne Abstand, ohne Masken und 3G-Kontrollen geplante Massenansammlungen organisiert werden führt das zu Unverständnis. Denn vor allem für Kinder und Jugendliche war und ist Corona alles andere als ein Spaziergang. Trotzdem halten junge Menschen sich seit Beginn der Pandemie in einer großen Mehrheit und weit vorbildlicher als Erwachsenen an die geltenden Schutzmaßnahmen, um die Gesundheit anderer zu schützen.2

Kinder und Jugendliche besonders betroffen

Dabei sind Kinder und Jugendliche eine vulnerable Gruppe und mit am stärksten von der Coronapandemie betroffen. Kinder und Jugendliche sind bedroht von Vereinsamung, fehlenden Sozialräumen, Lernrückständen und psychische und psychosomatische Krankheiten3. In der COSPY-Studie dazu: „Fast jedes dritte Kind leidet ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Sorgen und Ängste haben noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden sind verstärkt zu beobachten.“4 Das ist mehr als besorgniserregend und kann nicht mit Schweigen hingenommen werden.

Deshalb fordern wir als Jugendringe Kinder und Jugendliche noch weiter als vulnerable Gruppen in den Blick zu nehmen. Dafür sind die Missachtung von Schutzmaßnahmen, fehlende Solidarität und montägliche “Corona-Spaziergänge” ebenso wie die sofortige unkontrollierte Aufhebung von allen Schutzmaßnahmen nicht hilfreich und führen lediglich zu einer Überlastung unseres Gesundheitssystems und weiteren Einschränkungen für Kinder und Jugendliche.

Darum fordern wir und bitten um ein solidarisches Miteinander im Kampf gegen Corona, „Impfen statt Schimpfen“, Achtung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und die Einhaltung von Schutzmaßnahmen damit Kinder und Jugendliche nicht noch länger unter den Entscheidungen von Erwachsenen und deren fehlender Solidarität leiden müssen. Schützen wir gemeinsam die die sich bisher (noch) nicht durch eine Impfung schützen konnten und mit am meisten von der Corona-Pandemie betroffen sind!“

Info: Der Stadtjugendring Rottweil ist fest in Rottweil verwurzelt und bietet seit Jahrzehnten und über Generation hinweg unabhängige und demokratische Jugendarbeit für Jugendliche in der Stadt Rottweil an. Unteranderem bietet der Verein im „Parkhaus“ einen Schutzraum für Jugendkultur in Rottweil.

Der Kreisjugendring Rottweil stellt seit über 70 Jahren den Dachverband der kreisweit organisierten Jugendverbände, -einrichtungen und -ringe im Landkreis Rottweil dar und vertritt über 20.000 Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen und Kontaktdaten unter https://kjr-rottweil.de/.

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6 Kommentare

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Rottweiler Adler
2 Jahre her

Sehr Interessant. Endlich mal jemand der mich aufklären kann. Sie schreiben „Die unangemeldeten Demonstrationen unter der trügerischen Bezeichnung „Spaziergänge“ untergraben dabei aber gerade diese Werte, in dem bewusst und organisiert in Kauf genommen wird Seite an Seite mit Rechtsextremen, Antisemit*innen und Verschwörungserzähler*innen gegen geltendes Recht zu verstoßen.“ Können Sie belegen dass „Antisemit*innen“ mit von der „Partie“ sind? Und was hat Covid19 mit Antisemitismus zu tun? Ich hab das bisher noch nicht verstanden ….

OMG
2 Jahre her

Hallo,

wie sich der Kreisjugendring so auf eine Seite gegen die Jugend stellen kann ist mir ein Rätsel.
Ich gehöre einem der größten Jugendvereine in Rottweil an. Unsere Mitglieder im Alter von 6 bis 17 Jahren leiden sehr unter den Maßnahnen. Es ist uns nicht möglich unter den aktuellen Bedingungen eine funktionierende, rechtlich abgesicherte Jugendarbeit zu leisten.
Durch diese Maßnahmen gehen Vereine kaputt, vereinsamen Kinder und Jugendliche und nehmen psychisch erhebliche Schäden.
Ich werde seit beginn der Pandemie immer häufiger konfrontiert mit häuslicher Gewalt, misshandlungen, Kindeswohlgefährdung, Vereinsamung, Suizidgedanken bei Kindern etc. und das in sonst völlig normalen Familien.

Unser Verein ist Mitglied im KJR. Unsere Mitglieder sind teilweise überzeugt an den Spaziergängen beteiligt und was in dieser Zeit an Unterstützung vom KJR weitergegeben wird ist eine einzige Lachnummer. Ohne massive finanzielle Eigenleistung wäre unser Verein durch die Maßnahmen nach gut 60 Jahren von der Bildfläche verschwunden.

Wenn sich der StJR als e.V. positionieren möchte kann er das gerne tun. Aber der Kreisjugendring… ernsthaft? Und ihr glaubt ernsthaft, dass alle 20 000 Mitglieder weiter hinter euch stehen?

Die im Artikel beschriebenen negativen Begleiterscheinungen der Maßnahmen, vorallem für Kinder und Jugendliche sind der Hauptgrund wesshalb ich auf die Spaziergänge gehe. Es sind die Folgen der Maßnahmen, nicht die des Virus.

Lala
2 Jahre her
Antwort auf  OMG

OMG

Marvin Domspatz
2 Jahre her

Jonathan Dom, ist der nicht Parteimitglied der Linken/SED?

Passt ja dann, dass er sein Amt als StJR-Vorsitzender für die eigene Ideologie missbraucht. Bravo.

Rottweiler Adler
2 Jahre her
Antwort auf  Marvin Domspatz

Man muss niemand wegen Seiner politischen Gesinnung angreifen. Man kann sich mit ihm auseinandersetzen …. und dabei ist es mir schnuppe ob KPD,CDU etc. solange rechtstaatlichkeit gewahrt wird.

E. Haft
2 Jahre her

Zitat „Kinder und Jugendliche besonders betroffenDabei sind Kinder und Jugendliche eine vulnerable Gruppe und mit am stärksten von der Coronapandemie betroffen. Kinder und Jugendliche sind bedroht von Vereinsamung, fehlenden Sozialräumen, Lernrückständen und psychische und psychosomatische Krankheiten3. …“4 Das ist mehr als besorgniserregend und kann nicht mit Schweigen hingenommen werden.“

Danke Fidelis Stehle, genau deshalb bin ich und immer mehr Menschen für die Aufhebung der unverhältnismäßigen Maßnahmen. Viele Länder haben es bewiesen, dass es geht.

Bitte prüfen Sie nochmal nach, ob Sie ihren Unmut nicht besser an die Heilsversprecher dieser neuen Art der Impfung richten wollen, welche Ihren Zweck zur Aufhebung der Maßnahmen nun nachweislich nicht erfüllt haben.
Wünsche alles Gute In Hoffnung auf Umkehr.

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