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Rottweil
Samstag, 7. Dezember 2019
Start Rott­weil „Gar­ten­schau­en sind Speer­spit­ze der Stadt­ent­wick­lung“

„Gartenschauen sind Speerspitze der Stadtentwicklung“

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ROTTWEIL – Mit zahl­rei­chen Anre­gun­gen und Ide­en für Rott­weil ist eine Grup­pe um Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf von der Bun­des­gar­ten­schau (BUGA) Heil­bronn zurück­ge­kehrt. Wich­tigs­te Erkennt­nis: Gar­ten­schau­en sind Moto­ren für eine nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung und Platt­form für Inno­va­tio­nen sowohl im Gar­ten­bau wie auch in den Berei­chen Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz.

„Eine Bun­des­gar­ten­schau ist natür­lich noch­mal eine ande­re Dimen­si­on als eine Lan­des­gar­ten­schau, schon allein was die Flä­che und das Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men anbe­langt. Eine gute Inspi­ra­ti­ons­quel­le ist die BUGA aber alle­mal“, so OB Ralf Broß. Mit­glie­der des Rott­wei­ler Gemein­de­rats, der Loka­len Agen­da 21, des Bür­ger­fo­rums Per­spek­ti­ven Rott­weil und der Stadt­ver­wal­tung mach­ten sich daher von der Bun­des­gar­ten­schau ein Bild, nah­men die eine oder ande­re Anre­gung für die eige­ne Pla­nun­gen mit und ent­deck­ten auch eini­ge Par­al­le­len zur geplan­ten Lan­des­gar­ten­schau in Rott­weil: So befin­det sich bei­spiels­wei­se das Kern­ge­biet auch in Heil­bronn in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Neckar, zum Bahn­hof und zur Innen­stadt. Wie in Rott­weil beim alten Gas­werk geplant, wur­den ehe­ma­li­ge Indus­trie­an­la­gen und Gewer­be­bra­chen rena­tu­riert und der Bevöl­ke­rung als Nah­erho­lungs­raum zurück­ge­ge­ben. „Für die Akzep­tanz vor Ort ist es ganz ent­schei­dend, was nach einer Gar­ten­schau für die Men­schen dau­er­haft bleibt“, beton­te daher auch BUGA-Gäs­­te­­füh­­rer Rein­hold Schmidt beim Rund­gang über das Gelän­de. Ähn­lich wie in Rott­weil wur­de auch in Heil­bronn die Bür­ger­be­tei­li­gung bei der Pla­nung und Umset­zung groß geschrie­ben.

Eine Beson­der­heit der BUGA: In Heil­bronn ent­steht neben der Park­an­la­ge ein eige­nes neu­es Stadt­quar­tier aus Miet- und Eigen­tums­woh­nun­gen mit einer kom­plet­ten Infra­struk­tur samt Läden und Kin­der­ta­ges­stät­te. Bereits wäh­rend der BUGA woh­nen dort rund 500 Men­schen, spä­ter ent­ste­hen Woh­nun­gen für ins­ge­samt 3500 Men­schen. Moderns­te Erkennt­nis­se für nach­hal­ti­ge, kli­ma­scho­nen­de Bau­wei­sen wur­den hier berück­sich­tigt. Man­ches Gebäu­de pro­du­ziert dank inte­grier­ter Solar­mo­du­le in der Fas­sa­de mehr Ener­gie, als es ver­braucht. „Das Quar­tier ist außer­dem ein Gegen­mo­dell zur Ver­ein­sa­mung auf dem Land, hier leben bei­spiels­wei­se auch Men­schen, die ihre Häu­ser ver­kauft haben, nach­dem die Kin­der aus­ge­zo­gen sind“, erklärt Schmidt.

Auch die Mach­bar­keits­stu­die für die Lan­des­gar­ten­schau in Rott­weil zeigt städ­te­bau­li­che Poten­tia­le auf, etwa die Bele­bung der his­to­ri­schen Innen­stadt, öko­lo­gisch inno­va­ti­ve Nut­zun­gen auf dem ehe­ma­li­ge ENRW-Gelän­­de bis hin zu Impul­sen für eine ver­dich­te­te städ­ti­sche Ent­wick­lung im Bereich der süd­li­chen Mit­tel­stadt. „Gar­ten­schau­en sind Speer­spit­zen der Stadt­ent­wick­lung“, beton­te BUGA-Füh­­rer Schmidt, der das Pro­jekt als Mit­glied des Bau­aus­schus­ses des Gemein­de­rats lan­ge Jah­re beglei­tet hat. Ent­spre­chend nutzt Heil­bronn, das anders als Rott­weil im Krieg schwer zer­stört wur­de, sei­ne Chan­ce, um sich mit der BUGA als moder­ne, zukunfts­ori­en­tier­te Stadt zu prä­sen­tie­ren.

Auch ansons­ten zeigt die sich BUGA fort­schritt­lich und ver­steht sich auch als Forum für Inno­va­tio­nen aus dem Länd­le: Zwei futu­ris­tisch anmu­ten­de Pavil­lons – einer aus Holz als nach­wach­sen­der Roh­stoff, einer aus Glas- und Koh­le­fa­sern – demons­trie­ren in Zusam­men­ar­beit mit Wis­sen­schaft­lern aus Baden-Wür­t­­te­m­berg neu­es­te Tech­ni­ken der Leicht­bau­wei­se. In der beglei­ten­den Aus­stel­lung ent­deck­ten Teil­neh­mer der Rott­wei­ler Exkur­si­on übri­gens auch eine Tafel mit dem Test­turm als Bei­spiel.

Gleich­zei­tig fun­giert die BUGA auch als Ver­suchs­ge­län­de für eine Zukunfts­tech­no­lo­gie, die der­zeit in aller Mun­de ist: Ein auto­no­mes Shut­tle dient als Post­zu­stel­ler und lie­fert Pake­te aus. „Bei der Bewer­bung für die Lan­des­gar­ten­schau in Rott­weil spiel­te Mobi­li­tät eine Schlüs­sel­rol­le. Auto­no­mes Fah­ren könn­te 2028 bereits so weit ent­wi­ckelt sein, dass es auch im Ver­kehrs­kon­zept ent­spre­chend berück­sich­tigt wer­den soll­te“, fin­det Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf. Gut mög­lich also, dass die Besu­cher nicht wie in Heil­bronn mit einem Schiff oder wie auf vie­len Lan­des­gar­ten­schau­en mit einem Bähn­le, son­dern mit fah­rer­lo­sen Bus­sen über das Gelän­de trans­por­tiert wer­den.

Mit Blick auf das Aus­stel­lungs­jahr 2028 eben­falls inter­es­sant ist das Kul­tur­pro­gramm der BUGA: Eine Kunst­aus­stel­lung mit dem Titel „Trans­for­ma­ti­on einer Stadt­land­schaft“ zieht vie­le Bli­cke auf sich und hat sich zum gefrag­ten Foto­mo­tiv ent­wi­ckelt. Und in den Abend­stun­den fas­zi­niert ein illu­mi­nier­tes Was­ser­spiel die Gäs­te, die sogar eigens län­ger blei­ben oder aus der benach­bar­ten Innen­stadt noch­mals auf das Gelän­de zurück­strö­men – sehr zur Freu­de der BUGA-Macher und Gas­tro­no­men.

 

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