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Montag, 13. Juli 2020
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    Gefängnis-Debatte: Broß, Guhl und Bürk stoßen in Villingendorf auf Widerstand

    Es war der große Abend der Erklärungen, Argumente und letztlich auch Rechtfertigungen. Einerseits drei Herren aus der Großen Kreisstadt – OB Ralf Broß, Bürgermeister Werner Guhl und der städtebauliche Projektberater Alfons Bürk -, andererseits Villingendorfer Gefängnisstandortgegner. Einerseits drei Jungs, die irgendwas mit einer JVA im Schilde führen, was den anderen total gegen den Strich geht, was sie aber nicht verhindern können. Denn die einen haben das alleinige Sagen und sie haben sich festgelegt: Das Esch oder nichts.

    Villingendorf (gg). 20 Uhr, der Abend war zwei Stunden alt, da riss Beate Haag der Geduldsfaden, und zwar mit einem Knall. Sie hatte bis dahin in der ersten Reihe der etwa 200-köpfigen Zuschauerschar gesessen und mit zunehmender Ungeduld zugehört. Hatte einer Sitzung des Villingendorfer Gemeinderats gelauscht, die in der Aula der örtlichen Schule stattfand. Eine Sitzung mit dem Ziel, sich die Argumente der Gefängnisbefürworter aus der Stadt anzuhören, als Gemeinderäte darüber zu diskutieren und als Bürger Fragen zu stellen.

    Die Fragestunde hatte gerade erst begonnen, als Beate Haag der Geduldsfaden riss. „Das ist Volksverdummung, was hier stattfindet“, wetterte sie, „ich finde das frech und“, sie zögerte kurz, „zum Kotzen.“ Da war’s raus. Dass die Rottweiler Obrigkeit zwei Stunden ungehindert reden und diskutieren konnten, dann auf die ersten Bürgerfragen wieder nur gebetsmühlenartig, aber ausgiebig antworteten, das regte Haag auf. „Entschuldigung, aber wir wären jetzt gerne dran.“

    Villingendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Bucher war aber sofort Herr der zu eskalieren drohenden Situation. Er hielt sich nicht lange mit einer Replik gegenüber Haag auf, blieb freundlich-verbindlich und gab ihr baldmöglichst das Wort, damit sie ihrem Ärger endgültig Luft machen konnte. Sie wollte den Rottweilern Broß, Guhl und Bürk einfach mal mitteilen, dass sie nicht an die zuvor von jenen aufgezählten positiven Effekte einer neuen Justizvollzugsanstalt glaube – wie die Sicherung des Justizstandorts Rottweil, die Schaffung von Arbeitsplätzen, den Zuzug der Mitarbeiter nicht nur in die Stadt sondern auch in die umliegenden Gemeinden wie Villingendorf, den steigenden Geldfluss aus Landeszuweisungen, der in Rottweil Schwimmbad und Schulen sicherte, die auch den Dorfbewohnern zugute kämen. Und all die anderen schönen Dinge.

    Gemeinderat und Gäste. Stehend am Pult: Villingendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Bucher. Foto: gg
    Gemeinderat und Gäste. Stehend am Pult: Villingendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Bucher. Foto: gg

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    Es folgten viele, viele weitere Bürgerargumente gegen das Großgefängnis, das in Rottweil auf dem Esch geplant ist, und das die Villingendorfer als direkt vor die Haustür gesetzt empfinden. Viele stichhaltig wirkende, wohlüberlegte, mit Fakten gestützte Argumente. Wie schon zuvor dasselbe von der anderen Seite gekommen war. Beide freilich gehen diametral auseinander. Die einen, die Rottweiler, wollen das Gefängnis genau so vehement haben, wie es die anderen, die anwesenden Villingendorfer, die auch das Wort ergriffen, ablehnen.

    Die Argumente für und wider JVA auf dem Esch füllen einen DIN-A6-Block handgeschrieben. Und sie füllen drei Stunden eines eher kühlen Mittwochabends im Mai 2015. Sie wären hier aufzählbar, aber das brächte nichts.

    Müsste ein Kompromiss erzielt werden, etwa wie zwischen GDL und Bahn, so wäre ein Mediator nötig. Es muss aber kein Kompromiss erzielt werden, weil Broß, Guhl und Bürk am Ende eigentlich auf das pfeifen könnten, was sie zu hören bekamen. Der Villingendorfer Karl-Heinz Richter brachte es auf den Punkt, da konnten Broß und Co. noch so sehr das Gegenteil versichern: „Wir hören alle Bürger an, schwätzt ihr ruhig, ihr könnt uns eh alle mal“, legte Richter den Rottweiler in den Mund.

    Die Bürger und zuvor schon die Villingendorfer Gemeinderäte hatten sich da längst die Münder fusselig geredet. Es ging um Boden- und Tierschutz, um Befürchtungen in Bezug auf das Naherholungsgebiet an der Neckarburg, um die Auswirkungen auf die örtliche Kriminalitätsstatistik, um die Zahl zuziehender ehemaliger Häftlinge, überhaupt darum, ob die Rottweiler denn alles bedacht haben, wenn sie jetzt das Gefängnis auf das Esch stellen wollen. Und ob es nicht einen anderen Standort geben könne.

    Werde es nicht geben. Broß legte sich da fest. Erstmals so klar, so eindeutig, so öffentlich: Wenn das Gefängnis nicht ins Esch kommt, dann kommt es nach Meßstetten. Sicher jedenfalls nicht nach Rottweil. Dass das Land die verbliebenen anderen Rottweiler Standorte – Bitzwäldle und Hochwald, der Stallberg scheidet schon seit langem aus – nicht einfach nur zurückgestellt habe in eine Warteposition, machte er deutlich. Nein, sie sind aus dem Rennen.

    Das Esch oder nichts – vielen Villingendorfern schmeckt das nicht. Sie gönnen Rottweil das Gefängnis, hätten sich aber gewünscht, dass ein Standort gefunden hätte werden können, der näher an der Stadt liegt als das Esch. Oder, so ein immer wieder kehrender Vorwurf, überhaupt ein Standort, der nicht absichtlich in Randlage liegt.

    Die Positionen sind insoweit unvereinbar auseinander und der Abend war für Broß & Co. deutlich stressiger als zuletzt der aus selbem Anlass in Dietingen vor dem dortigen Gemeinderat.

    Am Donnerstagabend bei der Bürgerinformationsveranstaltung in Rottweil werden sie wieder ein Heimspiel haben – und erneut für ihr Gefängnis kämpfen. Mitte Juli will die Landesregierung entscheiden. Hoffentlich für das Esch, denken sie in Rottweil. Hoffentlich nicht, in Villingendorf.

     

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