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Landkreis Rottweil
Montag, 24. Februar 2020

Gefängnisstandort: Showdown zwischen Rottweil und Meßstetten

Rottweil. Das ist jetzt ein bisschen wie beim Bachelor. Aus einer Vielzahl an hübschen Bräuten kann er anfangs wählen, doch nach und nach scheidet eine nach der anderen aus. Beziehungsweise: gibt er einer nach der anderen keine Rose mehr, so dass die Blumenlose heim fahren kann. Rottweil hat drei Bräute, die um das Großgefängnis buhlen, noch im Rennen, Meßstetten eine. Die haben vom Land sozusagen heute eine Rose erhalten. Der Stallberg nicht. Ebenso wenig Weigheim.

Man wird ihn jetzt den Weitsichtigen nennen können: Der Rottweiler Stadtrat Walter Stegmann ahnte es schon. „Es wird Meßstetten“, mutmaßte er vor einigen Tagen, da lege er sich fest. Und es werde sicher nicht der Stallberg sein, auf den das Land irgendwann mal ein Großgefängnis baut.

Meßstetten ist tatsächlich weiter im Rennen und der Stallberg ist raus, damit hatte der Freie Wähler im Rottweiler Gemeinderat also Recht. Er hat deshalb schon vorgeschlagen, den Stallberg jetzt eben als Industriegebiet auszuweisen, damit wenigstens Firmen kommen, wenn nicht schon der Justizvollzug.

Damit hat es sich aber auch schon mit den News an diesem letzten Werktag des Monats Januar. Wer, angespornt vom „Schwarzwälder Boten“, auf eine baldige endgültige Entscheidung gehofft hatte, wird enttäuscht sein. Denn das Justizministerium Baden-Württemberg ließ am Freitag lediglich verlauten: „Der weitere Suchlauf nach einem Standort für eine neue Justizvollzugsanstalt im südlichen Landesteil konzentriert sich auf vier Liegenschaften bei Rottweil und Meßstetten. Hierauf haben sich Justizminister Rainer Stickelberger und Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid in Absprache mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann verständigt.“

Der Oberbürgermeister von Rottweil und der Bürgermeister von Meßstetten sowie der Oberbürgermeister des ebenfalls an der Ansiedelung interessierten Villingen-Schwenningen seien bereits persönlich informiert worden, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums weiter.

„Die aktuellen geologischen und liegenschaftlichen Untersuchungen haben ergeben, dass die Standortvorschläge Esch, Hochwald und Bitzwäldle bei  Rottweil sowie das Gelände der ehemaligen Zollernalb-Kaserne bei Meßstetten grundsätzlich für die Ansiedelung einer Justizvollzugsanstalt in Betracht kommen“, erklärten Justizminister Stickelberger und Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid demnach am Freitag in Stuttgart.

Die Landesregierung wolle nun zeitnah das weitere Vorgehen mit den Kommunen Rottweil und Meßstetten erörtern. Dabei würden im Dialog mit den Kommunen die Details der Entscheidungsfindung diskutiert. Voraussichtlich im Frühsommer 2015 werde man dann eine endgültige Standortentscheidung treffen, teilten Minister Stickelberger und Minister Schmid mit.

Die weiteren Standortvorschläge Weigheim bei Villingen-Schwenningen und Stallberg bei  Rottweil scheiden dagegen aus dem Suchlaufverfahren aus. Die geologischen Verhältnisse an diesen Standorten sowie der Grundstückszuschnitt bei Weigheim ließen den Bau einer Justizvollzugsanstalt dort nicht zu, hieß es dazu aus StuttgartGe.

 

1 Kommentar

  1. Katastrophe ! Jetzt wird die neue JVA am Ende doch auf der grünen Wiese und mitten in einer intakten Natur gebaut. Klar muß ein neues Gefängnis sein, aber warum nicht dort, wo sowieso schon alles zubetoniert ist ??? Also am besten nach Meßstetten !

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