Beispielhaft für die regionale Justizvollzugsanstalt, die im Dreieck Rottweil, Tuttlingen, Donaueschingen entstehen soll: die JVA Offenburg. Foto: Land BW
Beispielhaft für die regionale Justizvollzugsanstalt, die im Dreieck Rottweil, Tuttlingen, Donaueschingen entstehen soll: die JVA Offenburg. Foto: Land BW

Rott­weil. Das ist jetzt ein biss­chen wie beim Bache­lor. Aus einer Viel­zahl an hüb­schen Bräu­ten kann er anfangs wäh­len, doch nach und nach schei­det eine nach der ande­ren aus. Bezie­hungs­wei­se: gibt er einer nach der ande­ren kei­ne Rose mehr, so dass die Blu­men­lo­se heim fah­ren kann. Rott­weil hat drei Bräu­te, die um das Groß­ge­fäng­nis buh­len, noch im Ren­nen, Meß­stet­ten eine. Die haben vom Land sozu­sa­gen heu­te eine Rose erhal­ten. Der Stall­berg nicht. Eben­so wenig Weig­heim.

Man wird ihn jetzt den Weit­sich­ti­gen nen­nen kön­nen: Der Rott­wei­ler Stadt­rat Wal­ter Steg­mann ahn­te es schon. „Es wird Meß­stet­ten”, mut­maß­te er vor eini­gen Tagen, da lege er sich fest. Und es wer­de sicher nicht der Stall­berg sein, auf den das Land irgend­wann mal ein Groß­ge­fäng­nis baut.

Meß­stet­ten ist tat­säch­lich wei­ter im Ren­nen und der Stall­berg ist raus, damit hat­te der Freie Wäh­ler im Rott­wei­ler Gemein­de­rat also Recht. Er hat des­halb schon vor­ge­schla­gen, den Stall­berg jetzt eben als Indus­trie­ge­biet aus­zu­wei­sen, damit wenigs­tens Fir­men kom­men, wenn nicht schon der Jus­tiz­voll­zug.

Damit hat es sich aber auch schon mit den News an die­sem letz­ten Werk­tag des Monats Janu­ar. Wer, ange­spornt vom „Schwarz­wäl­der Boten”, auf eine bal­di­ge end­gül­ti­ge Ent­schei­dung gehofft hat­te, wird ent­täuscht sein. Denn das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um Baden-Würt­tem­berg ließ am Frei­tag ledig­lich ver­lau­ten: „Der wei­te­re Such­lauf nach einem Stand­ort für eine neue Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt im süd­li­chen Lan­des­teil kon­zen­triert sich auf vier Lie­gen­schaf­ten bei Rott­weil und Meß­stet­ten. Hier­auf haben sich Jus­tiz­mi­nis­ter Rai­ner Sti­ckel­ber­ger und Finanz- und Wirt­schafts­mi­nis­ter Nils Schmid in Abspra­che mit Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann ver­stän­digt.”

Der Ober­bür­ger­meis­ter von Rott­weil und der Bür­ger­meis­ter von Meß­stet­ten sowie der Ober­bür­ger­meis­ter des eben­falls an der Ansie­de­lung inter­es­sier­ten Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen sei­en bereits per­sön­lich infor­miert wor­den, heißt es in der Mit­tei­lung des Minis­te­ri­ums wei­ter.

Die aktu­el­len geo­lo­gi­schen und lie­gen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen haben erge­ben, dass die Stand­ort­vor­schlä­ge Esch, Hoch­wald und Bitz­wäld­le bei  Rott­weil sowie das Gelän­de der ehe­ma­li­gen Zol­lernalb-Kaser­ne bei Meß­stet­ten grund­sätz­lich für die Ansie­de­lung einer Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in Betracht kom­men“, erklär­ten Jus­tiz­mi­nis­ter Sti­ckel­ber­ger und Finanz- und Wirt­schafts­mi­nis­ter Schmid dem­nach am Frei­tag in Stutt­gart.

Die Lan­des­re­gie­rung wol­le nun zeit­nah das wei­te­re Vor­ge­hen mit den Kom­mu­nen Rott­weil und Meß­stet­ten erör­tern. Dabei wür­den im Dia­log mit den Kom­mu­nen die Details der Ent­schei­dungs­fin­dung dis­ku­tiert. Vor­aus­sicht­lich im Früh­som­mer 2015 wer­de man dann eine end­gül­ti­ge Stand­ort­ent­schei­dung tref­fen, teil­ten Minis­ter Sti­ckel­ber­ger und Minis­ter Schmid mit.

Die wei­te­ren Stand­ort­vor­schlä­ge Weig­heim bei Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen und Stall­berg bei  Rott­weil schei­den dage­gen aus dem Such­lauf­ver­fah­ren aus. Die geo­lo­gi­schen Ver­hält­nis­se an die­sen Stand­or­ten sowie der Grund­stücks­zu­schnitt bei Weig­heim lie­ßen den Bau einer Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt dort nicht zu, hieß es dazu aus Stutt­gart­Ge.