Gemeinschaftsschule päsentiert sich beeindruckend

ROTTWEIL – Ein „unerwartet beeindruckender Nachmittag“ sei das gewesen, meinte die Mutter einer Viertklässlerin mit Blick auf die strahlenden Augen ihrer Tochter, die gerade aus dem Physik-Saal kam. Das Angebot „GMS erleben in Werkstätten und Projekten“ weckte große Neugierde bei über 70 Kindern aus den vierten Klassen von Rottweil und Umgebung.

Mit dabei waren viele Eltern, für die die Gemeinschaftsschule als neue Schulart „halt doch noch nicht so bekannt“ sei. So nutzte das GMS-Team der Konrad-Witz-Schule die Gelegenheit, um sich als attraktive Alternative zu den bisherigen weiterführenden Schulen vorzustellen.

Konrektorin Stefanie Heß und die GMS-Koordinatorin Gabi Leins begrüßten eine interessierte Besucherschar. Die Kinder wurden anschließend von ihren Paten aus den sechsten Klassen übernommen und in Gruppen zu den verschiedenen Projekten beziehungsweise Werkstätten begleitet.

Im Steinzeitprojekt entstanden Ledersäckchen und leuchtende Sternenkarten waren das Ergebnis der Werkstatt „Planetarium“. Experimentieren, Forschen, Beobachten als Prinzipien des BNT-Unterrichts (naturwissenschaftliches Arbeiten) war unter fachlicher Schüleranleitung Thema im Physik-Chemie-Saal, denn das selbstständige Arbeiten ist neben dem individualisierten Lernen ein Strukturmerkmal der GMS. So faszinierten magnetisierte Eisenspäne oder die Farbchromatografie die neugierigen Grundschüler.

Wie viel Spaß eine Ganztagesschule mit ihrem ganzheitlichen Bildungsangebot machen kann, zeigten die Spiel-Angebote im Schülertreff mit dem Activity-Raum und Teambildungsspiele mit Schulsozialarbeiterin Katharina Beck als Mitverantwortliche für das Konzept des pädagogischen Mittagsbandes.

Ganz handfeste Erfahrungen durften die Kinder im Technikbereich und in der Küche machen. Cookies backen oder einen Holzpropeller mit Eigenantrieb herstellen sind klassische Beispiele für den praxisnahen Ansatz einer GMS. Anspruchsvoll zeigte sich auch das Angebot im Fremdsprachen-Café. Die Französischlehrerin Caro LeTrung vermittelte mit einer Bildergeschichte, wie die Sprache unserer Nachbarn als zweite Fremdsprache für sprachlich interessierte Kinder ihre Faszination haben kann.

Während die sehr motivierten Viertklässler ihre GMS-Erfahrungen machen durften, standen am sehr gut besuchten Info-Stand die Kolleginnen Heß und Leins als kompetente Ansprechpartnerinnen den Eltern Rede und Antwort. Sie erklärten die typische GMS-Lernkultur mit ihren kooperativen und individuellen Lernformen auf unterschiedlichen Niveaustufen sowie systematischen Lernberatungen.

Gemeinsamer Unterricht mit Inputs, soziales Lernen als Unterrichtsfach (KlaG) sowie die Leistungsrückmeldung, wurden den Eltern ebenfalls vorgestellt. Auch kritische Fragen kamen auf den Tisch. Wie geht das im Lernalltag mit drei unterschiedlichen Niveau-Stufen (G-M-E)? Warum ist die GMS gerade für leistungsstarke Kinder mit unterschiedlicher Begabung ein geeigneter Lernort? Gibt es tatsächlich keine Hausaufgaben an einer Ganztagesschule? Etliche Vorurteile mussten revidiert, viele Unklarheiten konnten durch die Erfahrung vor Ort geklärt werden.

Mit den positiven Rückmeldungen nach diesem Nachmittag „GMS zum Anfassen“ sieht sich die Gemeinschaftsschule Rottweil neben der Realschule und den verschiedenen Gymnasien mit ihrem pädagogischen Konzept und der besonderen Unterrichtskultur sehr gut aufgestellt. Während die Realschule zukünftig neben dem mittleren Niveau, das zum Realschulabschluss führt, auch das grundlegende Niveau mit dem Hauptschulabschluss anbietet, lässt die Schulart Gemeinschaftsschule lange offen, ob der Bildungsweg zum Realschulabschluss oder gar über das erweiterte Niveau über einen neunjährigen Bildungsgang zum Abitur führt (G9).

Nun haben Eltern und Kinder die Qual der Wahl – GMS oder G8 oder Realschule oder WRS? Die Entscheidungen fallen in den nächsten Wochen. Eine weitere Hilfe dafür bietet sich am Samstag, 11.März mit dem Tag der offenen Tür an der Gemeinschaftsschule Rottweil an. Mehr Infos unter: www.kws-rw.de

 

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