ROTTWEIL – Die Bühne ist deutlich nach vorn vergrößert, die Halle bis zum Bersten gefüllt: Mit 81 Lenzen kommt Klaus Doldinger zum Jazzfest, das zieht spürbar. Und fesselt, über zwei Stunden lang. Vor der Pause: Jazzrock satt, Doldinger mit Passport, der jüngsten Generation der Jazzrockband aus den Siebzigern.

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Nach der Pause: Filmmusik aus Jahrzehnten, zusätzlich das Ensemble der Münchner Kammeroper mit dabei. Zum Finale: Tatort. Und dann doch noch eine Zugabe mehr…

50 Jahre Ten Years After? Lässt sich noch übertreffen! Klaus Doldinger steht seit über sechs Jahrzehnten auf den Bühnen der Welt – tatsächlich der Welt, hat er doch den Ruf deutscher Jazzer mit tausenden von Kompositionen und Konzerten weit über die Landesgrenzen hinaus getragen. Nicht zuletzt natürlich mit einer Reihe an Filmmusiken, wie etwa zu „Das Boot“, zu „Die unendliche Geschichte“, der Titelmelodie zum einst auf zehn Folgen (inzwischen sind es über tausend) angelegten „Tatort“.

Allesamt zu hören in Rottweil, wo ein gut gelaunter und sichtlich begeisterter Doldinger zunächst eine gute Stunde Hits von Passport zum Besten gibt. Die treten in aktueller Formation mit gleich zwei Percussionisten nebst einem Schlagzeuger auf, geben ordentlich Gas und ihren allesamt grandiosen Solisten viel Raum.

Kaum zu glauben, dass Klaus Doldinger schon über 80 Jahre alt ist, wenn er zum nächsten Solo ansetzt, freundlich das nächste Stück präsentiert und sich zum großen Finale mit dem Orchester der Kammeroper München durch die Filmgeschichte bläst. Die Zugabe ist eigentlich schon mit dem „Tatort“ vorweggenommen, doch nach über zwei Stunden holt ihn das frenetisch klatschende Publikum erneut zurück auf die Bühne, the show must go on… Diese Ausdauer, diese Spielfreude, diese Vielfalt: ein Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird.