NRWZ.de, 11. Oktober 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Grüne: Beteiligung am Förderprojekt „Klimaschutz durch Radverkehr“ könnte sich für Rottweil lohnen

ROTTWEIL – Viele tüfteln in der Stadt ja gerade emsig an Überlegungen, wie sich der motorisierte Individualverkehr in der Stadt verringern lässt: zu viel Staus, Lärm, Abgase, Parkierungsdruck. Zugespitzt offenbart das die aktuelle Debatte um ein weiteres Parkhaus im Nägelesgraben. Eine der verkehrspolitischen Alternativen sehen Rottweils Grüne in der massiven Förderung des Radverkehrs.

Wenn der Befund der Verkehrswissenschaft stimmt, dass innerhalb einer Distanz von fünf Kilometern das Fahrrad als Verkehrsmittel unschlagbar ist, hätte Rottweil das Zeug, echte Fahrradstadt werden. Zumal E-Bikes die Mühen der hügeligen Topografie vergessen lassen.

Die grüne Gemeinderatsfraktion will diese Diskussion mit einem Antrag bereichern und bittet zu prüfen, ob die Stadt sich am Förderprojekt des Bundesumweltministerium „Klimaschutz durch Radverkehr“ beteiligt. Es sei ja erklärtes Ziel der Stadt, umwelt- und klimafreundlichen Verkehren mehr Raum in der Innenstadt zu verschaffen. Dazu müsste die Stadt möglichst in Abstimmung mit dem Radverkehrsbeauftragen Wilfried Geissler und dem Mobilitätsmanager Horst Bisinger bis zum 31. Oktober 2021 beim Projektträger eine Bewerbungsskizze einreichen. Erst wenn diese sich im Wettbewerb mit anderen Teilnehmern durchsetzt, ist eine offizielle Antragstellung möglich.

Welche Ziele verfolgt das Umweltministerium mit diesem Förderprojekt? Im Kern geht es um modellhafte, investive Vorhaben, die das Radfahren im Alltag, in der Freizeit und für den Liefer- und Transportverkehr attraktiver machen. Für Rottweil ist in den Augen der Grünen besonders interessant, dass unter anderem „der Um- und Ausbau wichtiger Verkehrsachsen für den Radverkehr“ gefördert wird. Laut Pressemitteilung sind sie überzeugt, dass sich dazu mit Blick auf das Mobilitätskonzept und die Landesgartenschau „reizvolle Projekte definieren lassen.“ Die Grünen denken etwa an eine fahrradfreundliche Umgestaltung der Königstraße als attraktives und sicheres Entree für Radlerinnen und Radler in die Innenstadt.

Für eine erfolgreiche Bewerbung kommt es darauf an, dass diese Projektskizze eine so hohe Qualität aufweist, dass sie bundesweit mit einem gewissen Vorbildcharakter punkten kann und plausibel darlegt, dass sie ein erhöhtes Radverkehrsaufkommen generiert und Bürgerinnen und Bürger zum Fahrradfahren animiert.

Eine Teilnahme könnte sich laut grüner Gemeinderatsfraktion im Fall ohnehin geplanter Maßnahmen zugunsten des Radverkehrs auch finanziell lohnen. Das Umweltministerium lockt nämlich innerhalb des Corona-Konjunkturpakets mit einer erhöhten Förderquote von 80 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Finanzschwache Kommunen können sogar auf eine Vollfinanzierung hoffen.

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