Grüne: Film „Retouche“ gehört digitalisiert und ins Stadtarchiv

ROTTWEIL – Vor kurzem erfasste ein Hauch von Filmfestivalfeeling Rottweil. Ohne roten Teppich zwar, doch mit Regisseur, Drehbuchautor, Schauspielerin, Kamerafrau. Gleich drei Spielfilme von Dieter Funk waren anlässlich des 75. Geburtstags von Holger Rabenstein im Festsaal der Gymnasien zu sehen. Das Publikumsinteresse war erstaunlich, die Stimmung prächtig und der Beifall mehr als herzlich. Für Rottweils Grüne war danach klar: Dieses Filmtrilogie, die so viel Rottweil atmet, gehört ins Stadtarchiv.

Vor allem der Film „Retouche“ berührte. Besonders schade daher: ausgerechnet dieser Streifen ist nicht digitalisiert. Er wurde noch im analogen 16mm-Format aufgenommen. Die Gemeinderatsfraktion der Grünen beantragt daher, die technischen und finanziellen Möglichkeiten zu prüfen, diesen Spielfilm zu digitalisieren. Eine solche digitale Version ließe sich dann mühelos ins Stadtarchiv eingliedern und würde dieses stadtgeschichtliche Filmdokument vielen zugänglich machen. Gut möglich, dass dieses Projekt auch Sponsoren anspricht. Und vielleicht lassen sich dafür sogar staatliche Fördermittel mobilisieren, spekulieren die Ortsgrünen.

Lohnt sich dieser Aufwand? In den Augen der Grünen eindeutig ja. Sie weisen in ihrem Antrag auf den begeisterten Zuspruch hin, den gerade dieses Regiedebüt des gebürtigen Rottweilers Dieter Funk bei der Aufführung fand. Der rührte, wie es im Antrag heißt, sicherlich auch daher, „dass dieser Film sehr viel Rottweiler Lokalkolorit Mitte der 80er-Jahre einfängt: Stadt- und Straßenbilder, Atmosphärisches, Landeskunstwochen, Jugendkultur.“

Doch darüber hinaus bewege der Film, weil in ihm bekannte Rottweiler Persönlichkeiten mitspielen. Auch solche, die nicht mehr unter uns sind. Der beeindruckende Karl Lambrecht etwa oder der frühere Kulturamtsleiter Sepp Mayer. Die damals populäre Rottweiler Band „Steinwolke“ tritt auf und schrieb dazu die Filmmusik. Und man erlebt beliebte ehemalige Schauspieler des Zimmertheaters wie Marc Cevio und Barbara Boschan. Bernd Tauber, der längere Zeit nahe Rottweil lebte, spielt die Hauptrolle.

Und mehr noch: Dieser Film ist zugleich auch ein filmhistorisches Zeugnis. Erstmals übernahm in ihm Martina Gedeck eine Rolle in einem Spielfilm. Inzwischen zählt sie zu den bedeutendsten deutschen Schauspielerinnen der Gegenwart.

All das macht nach Ansicht der Grünen „Retouche“ zu einem Zeitdokument, zu einem Rottweiler Heimatfilm im besten Sinn. Im Stadtarchiv wäre er dort künftigen Interessenten leicht zugänglich und könnte medial zu vielerlei Anlässen – auch in Szenenausschnitten – eingesetzt werden. In Schulen etwa oder im Stadtmuseum.

 

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