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Rottweil
Dienstag, 18. Februar 2020

Grüne plädieren für Citymanager

ROTTWEIL – Leerstände von Wohn- und Geschäftsräumen, ein Friedrichsplatz, der alles andere ist als ein heimeliger Platz. Das und vieles mehr ruft nach Ansicht der Rottweiler Grünen geradezu nach einer kreativen Hand, die die historische Innenstadt stilsicher aufwertet und dem Online-Handel etwas Paroli bietet.

Keine Stadt gedeiht ohne Handel, Gewerbe und Menschen, die gerne in ihr leben oder sie als Gäste besuchen. Obwohl das Wort „City“ vielleicht nicht so recht zu Rottweil passen mag, sympathisieren die Rottweiler Grünen daher mit den laufenden Bemühungen um einen Citymanager.

Claudia Irion wies auf Defizite hin und schilderte etwa, wie enttäuscht ihre Gäste schon waren, als sie nach einer tollen Stadtführung beim anschließenden Bummeln und Shoppen vor geschlossenen Eingängen standen. Ingeborg Gekle-Maier konnte das nachvollziehen und betonte, dass mit Testturm und der Hängebrücke das „touristische Angebot noch wichtiger wird“. Vor allem in der Gastronomie oder Läden mit geschmackvollen Angeboten. Andere Klagen galten nicht abgestimmten Öffnungszeiten, lieblos gestalteten Schaufenstern, der Verkehrsbelastung und teilweise auch mangelnder Kundenfreundlichkeit.

Doch darin waren sich laut Pressebericht der Ökopartei alle einig: „Rottweil hat dank prachtvoller historischer Innenstadt, moderner Architektur, innovativer Firmen und touristischer Highlights ein beachtliches Entwicklungspotenzial.“ Zu Rottweil passen daher sanfter Nah- und Qualitätstourismus. „Rottweils Besucherinnen und Besucher sollen sich an der Stadt erfreuen, gute Geschichten von Rottweil erzählen und gerne wiederkommen“, meinte Frank Sucker.

„Was soll ein Citymanager eigentlich alles drauf haben?“, fragte sich die Runde. Bodenständig soll er sein, kommunikativ, sensibel fürs historische Stadtbild. Zugleich ein Organisationstalent mit einem Riecher für die Chancen der Digitalisierung.

Allein die Mobilitätswende, die Aufenthalts- und Lebensqualität in der Kernstadt mehrt, kam Vorstandssprecherin Maria Sinner als wahre Herkulesaufgabe vor. Wie nimmt ein Citymanager dem Einzelhandel die Sorge, dass dieser unter einer autofreien Innenstadt nicht leidet, sondern vielmehr aufblüht? Ohne Parkplatzangebote am Rande der historischen Innenstadt wie dem Parkhaus auf der Groß’schen Wiese klappt das sicher nicht. Doch gehört dazu nicht auch die Einrichtung eines digital gestützten Lieferservices mit Lasträdern, der die Kundschaft vom Warenschleppen erlöst? Wie kümmert ein Citymanager sich um mehr innerstädtischen Wohnraum, Sanierung oder Nachfolgeprobleme im Einzelhandel?

Als die Anforderungen an einen Citymanager allzu hochfliegend wurden, mahnte eine Stimme: „Man darf die Erwartungen auch nicht überziehen.“ Ein Tausendsassa oder die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau wird sich wohl kaum finden. Doch der Bedarf an einem Citymanager bzw. einer -managerin als Bindeglied zwischen Stadt, Stadtentwicklung und Handels- und Gewerbeverein (GHV) war unstrittig.

 

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